ISYBAU erklärt: Datenaustausch in der Kanaltechnik

ISYBAU – Was ist das eigentlich? | Kanalinspekteure.de
Digitale Daten · Kanaltechnik · Bestandsdokumentation

ISYBAU – Was ist das eigentlich?

Wer Kanalinspektionen, Zustandsdaten oder Bestandsinformationen digital übergeben muss, begegnet früher oder später ISYBAU. Dahinter steckt kein Kamerasystem und keine einzelne Prüfsoftware, sondern ein festgelegtes Austauschformat, mit dem Daten zu Abwasseranlagen strukturiert zwischen verschiedenen Beteiligten und Programmen weitergegeben werden können.

ISYBAU XML-2024DatenaustauschInspektion & Betrieb
⇄Einheitlicher Austausch von Abwasserdaten
{ }Strukturierte Daten im XML-Format
▦Informationen über den Lebenszyklus einer Anlage
Einfach erklärt

Was bedeutet ISYBAU?

ISYBAU bezeichnet im Bereich der Abwassertechnik standardisierte Austauschformate für Informationen über abwassertechnische Anlagen. Dazu zählen zum Beispiel Kanäle, Haltungen, Leitungen, Schächte, Rinnen und Sonderbauwerke. Die Formate beschreiben, wie solche Informationen aufgebaut sein müssen, damit unterschiedliche Programme sie möglichst einheitlich lesen, prüfen und weiterverarbeiten können.

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Ein gemeinsames Datenverständnis

Ein Inspektionsunternehmen kann Daten mit einer Fachsoftware erfassen und sie anschließend an ein Ingenieurbüro, einen Netzbetreiber oder einen Auftraggeber übergeben. Das Austauschformat legt fest, welche Angaben in welcher Struktur übermittelt werden. So muss nicht jeder Projektpartner die Informationen neu und von Hand erfassen.

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Ein Format – viele Anwendungen

ISYBAU kann Informationen aus Bestandsaufnahme, Planung, Inspektion, Zustandsbewertung, hydraulischer Bearbeitung und Betrieb zusammenführen. Welche Daten tatsächlich benötigt und ausgetauscht werden, hängt vom Projekt, vom Auftrag und von den vereinbarten Anforderungen ab.

Merke: ISYBAU ist in diesem Zusammenhang ein Daten- und Austauschstandard. Es ist weder eine Inspektionskamera noch eine eigenständige Kanalinspektionssoftware und auch keine DIN-Norm. Die Festlegungen für die Abwasser-Austauschformate sind in den Baufachlichen Richtlinien Abwasser (BFR Abwasser) beschrieben.
Einordnung

Wofür wird ISYBAU gebraucht?

Der praktische Nutzen zeigt sich immer dann, wenn mehrere Beteiligte mit denselben Anlagendaten arbeiten. Besonders bekannt ist das Format aus der Bestandsdokumentation von Liegenschaften des Bundes. Es kann außerdem dort eingesetzt werden, wo Auftraggeber und Auftragnehmer den Datenaustausch im Projekt entsprechend festlegen.

01

Bestand erfassen

Geometrie, Lage, Material, Abmessungen und weitere Stammdaten von Haltungen, Leitungen, Schächten oder Bauwerken werden strukturiert dokumentiert.

02

Inspektion übergeben

Ergebnisse optischer Inspektionen, Dichtheitsprüfungen, Zustandsfilme und Profilmaßerfassungen können objektbezogen ausgetauscht werden.

03

Planung und Bewertung

Fachdaten können in geeigneten Fachanwendungen für Zustandsbewertung, hydraulische Berechnungen und Sanierungsplanung weiterverarbeitet werden.

04

Sanierung dokumentieren

Sanierungsinformationen lassen sich einem Objekt und einem Auftrag zuordnen. Das erleichtert die nachvollziehbare Fortschreibung des Anlagenbestands.

05

Betrieb unterstützen

Betriebsbezogene Informationen können strukturiert vorliegen und in den dafür vorgesehenen Anwendungen genutzt werden.

06

Ergebnisse archivieren

Ein festgelegter Datenaufbau unterstützt die langfristige Ablage und spätere Wiederverwendung digitaler Bestands- und Zustandsinformationen.

Aufbau des Formats

Welche Daten stecken in einer ISYBAU-Datei?

Das ISYBAU-Austauschformat Abwasser (XML) unterscheidet sechs Datenbereiche. Zusätzlich gibt es zentral definierte Referenzlisten. Zusammen sorgen sie dafür, dass nicht nur einzelne Werte, sondern auch deren Bedeutung und Zuordnung klar festgelegt sind.

DATENBEREICH 01

Metadaten

Sie enthalten übergeordnete und administrative Angaben zum Datensatz, zum Beispiel Informationen zur Liegenschaft und zum Austauschvorgang. Sie bilden den Kopf des Austauschformats.

DATENBEREICH 02

Stammdaten

Hier werden die Anlagenobjekte beschrieben: etwa Haltungen, Leitungen, Schächte und Bauwerke mit ihren Identifikationen, Eigenschaften und Geometrieangaben.

DATENBEREICH 03

Zustandsdaten

Dieser Bereich umfasst unter anderem Ergebnisse optischer Inspektionen, Dichtheitsprüfungen, digitale Zustandsfilme und Profilmaßerfassungen. Die Daten beziehen sich auf konkrete Anlagenobjekte und Aufträge.

DATENBEREICH 04

Hydraulische Daten

Hier werden Angaben für hydraulische Betrachtungen und Berechnungen strukturiert übertragen. Sie ergänzen die bautechnischen Informationen um die wasserwirtschaftliche Betrachtung.

DATENBEREICH 05

Betriebsdaten

Dieser Bereich ist für Informationen vorgesehen, die im Zusammenhang mit dem Betrieb der abwassertechnischen Anlagen stehen.

DATENBEREICH 06

Präsentationsdaten

Sie können zum Beispiel Angaben zur Platzierung von Texten und Symbolen in Plänen enthalten. Damit lassen sich neben den Fachdaten auch Darstellungsinformationen übergeben.

Zusätzlich wichtig – Referenzlisten: Häufig verwendete Werte und festgelegte Begriffe werden zentral über Referenzlisten beschrieben. Das reduziert unterschiedliche Schreibweisen und hilft, Daten zwischen Programmen einheitlich zu interpretieren.
Inspektionspraxis

Was hat ISYBAU mit der Kanalinspektion zu tun?

Für Kanalinspekteure wird ISYBAU vor allem bei der digitalen Übergabe der Inspektionsergebnisse interessant. Die eigentliche Befahrung und die fachliche Beobachtung finden weiterhin mit Kamera- und Erfassungstechnik statt. ISYBAU sorgt anschließend dafür, dass die zugehörigen Informationen in einer festgelegten Struktur übergeben werden können.

Beispiel: Haltungsinspektion

Von der Befahrung zum Datensatz

Bei einer Inspektion werden zunächst das zu untersuchende Objekt und der Auftrag eindeutig zugeordnet. Die Beobachtungen werden nach dem vereinbarten Kodiersystem erfasst. Je nach Projekt gehören dazu auch Angaben zur Inspektionsrichtung, zu Positionen, Zustandsfilmen und ergänzenden Messungen.

Die strukturierten Ergebnisse können anschließend im vorgesehenen ISYBAU-Format exportiert und vom Empfänger in einer kompatiblen Fachanwendung eingelesen werden.

Wichtig für die Datenqualität

Die Datei allein macht noch keine gute Inspektion

Ein formal lesbarer Export ersetzt weder eine fachgerechte Befahrung noch eine vollständige Zustandsbeschreibung. Auch eine XML-Datei, die sich technisch gegen ein Schema prüfen lässt, kann inhaltlich unvollständig, falsch zugeordnet oder fachlich unplausibel sein.

Entscheidend bleiben die Qualität der Erfassung, die korrekte Objektzuordnung, die Einhaltung der Projektvorgaben und die Prüfung durch den zuständigen Empfänger.

DIN EN 13508-2 und ISYBAU sind nicht dasselbe: DIN EN 13508-2 beschreibt ein Kodiersystem für Beobachtungen bei der optischen Inspektion. ISYBAU stellt eine Struktur für den Austausch umfangreicher Daten bereit und kann Inspektionsdaten nach diesem Kodiersystem übertragen. Das eine beschreibt also die fachliche Kodierung, das andere den digitalen Datenaustausch.
Vom Auftrag bis zur Übergabe

Wie läuft ein ISYBAU-Datenaustausch ab?

Der genaue Ablauf ist von der eingesetzten Software und den vertraglichen Vorgaben abhängig. In der Praxis lässt er sich häufig in diese Schritte gliedern:

1Auftrag und Datenumfang klären

Der Auftraggeber legt fest, welche Objekte, Datenbereiche, Formate und Versionen benötigt werden.

2Bestands- und Auftragsdaten übernehmen

Die relevanten Objekte werden eindeutig identifiziert und dem jeweiligen Auftrag zugeordnet.

3Inspektion und Erfassung

Beobachtungen, Prüfungen, Filme und weitere geforderte Informationen werden fachgerecht aufgenommen.

4Export erzeugen

Die Fachsoftware schreibt die Daten entsprechend der vereinbarten ISYBAU-Version in eine XML-Datei.

5Technisch prüfen

Die Datei wird gegen das passende XML-Schema geprüft. Dabei werden Struktur- und Feldvorgaben kontrolliert.

6Fachlich kontrollieren

Objektbezüge, Pflichtangaben, Vollständigkeit und Plausibilität werden zusätzlich geprüft.

7Daten übergeben

Der Datensatz wird zusammen mit den vereinbarten Begleitunterlagen an den Empfänger übermittelt.

8Einlesen und Rückmeldung

Der Empfänger importiert die Daten in sein System und meldet gegebenenfalls Fehler oder Nachforderungen zurück.

Technischer Hintergrund

Warum wird XML verwendet?

XML steht für „Extensible Markup Language“. Es handelt sich um ein textbasiertes Format, in dem Informationen mit einer definierten Struktur gespeichert werden. Für ISYBAU ist besonders wichtig, dass nicht nur Werte übertragen werden, sondern auch festgelegt ist, an welcher Stelle sie stehen und welche Inhalte zulässig sind.

XML-Schema (XSD)

Ein XML-Schema beschreibt die erwartete Struktur einer Datei. Es legt unter anderem Elemente, Datentypen, Reihenfolgen, zulässige Werte und bestimmte Pflichtangaben fest. Ein passendes Prüfwerkzeug kann damit kontrollieren, ob eine XML-Datei dem Schema entspricht.

Validierung ist nicht gleich Fachprüfung

Eine erfolgreiche Schema-Prüfung bestätigt zunächst, dass die Datei die formalen Strukturregeln erfüllt. Sie beweist nicht automatisch, dass die Inspektionsdaten fachlich richtig, vollständig oder für den konkreten Auftrag ausreichend sind. Dafür braucht es zusätzliche Prüfungen.

Versionsstand

ISYBAU-Versionen: Was ist aktuell?

Das Austauschformat wurde über die Jahre weiterentwickelt. Für neue Projekte ist deshalb wichtig, nicht einfach irgendeine XML-Datei zu liefern, sondern die vom Auftraggeber geforderte Version und den dazugehörigen Schema-Stand zu verwenden.

1996 / 2001

Frühere Austauschformate: Ältere ISYBAU-Formate wurden unter anderem für den Austausch von Kanalstammdaten verwendet. Historische Dateien können in bestehenden Datenbeständen weiterhin vorkommen.

2006

XML-Format: Mit den späteren XML-Ausprägungen wurde die Datenstruktur weiterentwickelt und der Austausch um zusätzliche Inhalte ergänzt.

2013 / 2017

Weitere Fortschreibungen: Datenfelder, Referenzlisten und die Struktur wurden angepasst. Mit XML-2017 kamen unter anderem zusätzliche Möglichkeiten zur Übertragung von Planlayouts hinzu.

2024

ISYBAU-Austauschformat Abwasser (XML-2024): Die Formatversion trägt den Stand 2024-06. Die Fortschreibung betrifft unter anderem die Sanierungsdokumentation, Rinnen, Profilmaßerfassung und Niederschlagswasserbehandlung.

März 2025

Schema-Korrektur: Gegenüber früher bereitgestellten Schema-Ständen wurden Korrekturen an Eindeutigkeitsbedingungen vorgenommen. Wer die Version aus Juni 2024 oder Januar 2025 nutzt, sollte die aktualisierte Schema-Bereitstellung berücksichtigen.

Juni 2026

Beispieldatensätze: Die Leitstelle des Bundes veröffentlichte aktualisierte Beispieldatensätze für XML-2024. Beispiele helfen beim technischen Verständnis, ersetzen aber nicht die vollständige Formatdokumentation und die projektspezifischen Anforderungen.

Wichtig für die Auftragsbearbeitung: „XML-2024“ bezeichnet die Formatversion. Maßgeblich für einen konkreten Datenaustausch sind zusätzlich der vom Auftraggeber verlangte Schema-Stand, die Schnittstellenbeschreibung der beteiligten Software und die vertraglichen Vorgaben. Ein neuerer Versionsname bedeutet nicht automatisch, dass jede ältere Software oder jedes Empfängersystem alle Inhalte verarbeiten kann.
Nicht verwechseln

ISYBAU, DIN EN 13508-2, DWA-M 149 und GML

In Gesprächen über digitale Kanalinspektionen fallen häufig mehrere Begriffe nebeneinander. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten deshalb sauber auseinandergehalten werden.

BezeichnungWorum geht es?Rolle im Arbeitsablauf
ISYBAU XMLStrukturierter Austausch von Geometrie- und Fachdaten zu Abwasseranlagen.Legt fest, wie Daten digital übergeben werden können.
DIN EN 13508-2Kodiersystem für Beobachtungen bei der optischen Inspektion von Entwässerungssystemen.Beschreibt, wie Inspektionsbeobachtungen codiert werden.
DWA-M 149-2Regelwerkliche Grundlage zur optischen Inspektion und Kodierung im zugehörigen Anwendungszusammenhang.Unterstützt die fachliche Erfassung und Dokumentation.
GMLXML-basierte Geography Markup Language für den Austausch raumbezogener Objekte und Geometrien.Kann in bestimmten Bestandsdokumentationsprozessen Geometriedaten übertragen; der Umfang ist nicht identisch mit ISYBAU XML.

Hinweis: Die genaue Anwendung und die jeweils maßgebliche Ausgabe ergeben sich aus dem Projektauftrag und den eingeführten Regelwerken. Die Tabelle dient der begrifflichen Orientierung und ersetzt keine Schnittstellen- oder Vertragsprüfung.

Für Inspektionsunternehmen

Was sollte ein Kanalinspekteur in der Praxis beachten?

Nicht jedes Inspektionsunternehmen muss selbst XML-Schnittstellen entwickeln. Trotzdem lohnt es sich, die Grundzüge von ISYBAU zu kennen. Denn die Qualität der Datenübergabe beginnt bereits bei der Vorbereitung des Auftrags und bei der Erfassung vor Ort.

Vor der Befahrung klären, ob ISYBAU-Daten geliefert werden müssen.
Die geforderte Formatversion und den Schema-Stand schriftlich festhalten.
Objektkennungen und Auftragszuordnung mit den Vorgaben des Auftraggebers abgleichen.
Prüfen, welche Datenbereiche tatsächlich verlangt werden.
Inspektionsdaten, Zustandsfilm und ergänzende Dokumente eindeutig zuordnen.
Exportdatei technisch validieren und fachlich plausibilisieren.
Fehler- und Prüfprotokolle der Software nicht ungeprüft übergehen.
Vor der Abgabe sicherstellen, dass der Empfänger die Version einlesen kann.
Praxis-Tipp: Die Frage „Welche ISYBAU-Version benötigen Sie?“ gehört bereits in die Auftragsklärung. Wenn diese Information erst nach der Befahrung geklärt wird, kann eine erneute Konvertierung oder Nachbearbeitung der Daten notwendig werden.
Typische Stolperstellen

Häufige Fehler beim ISYBAU-Datenaustausch

Falsche Formatversion

Die gelieferte XML-Datei entspricht nicht dem im Auftrag festgelegten Versionsstand oder Schema.

Fehlende Objektzuordnung

Inspektionsdaten sind nicht eindeutig einer Haltung, Leitung, einem Schacht oder einem Auftrag zugeordnet.

Unvollständige Stammdaten

Wichtige Angaben zu Objektkennung, Geometrie oder Objektart fehlen oder passen nicht zum Datenbestand.

Film und Zustandsdaten passen nicht zusammen

Der Zustandsfilm ist nicht richtig referenziert oder die Synchronisation zwischen Film und Inspektionsdaten ist unvollständig.

Nur technische Prüfung durchgeführt

Die Datei besteht die Schema-Prüfung, enthält aber fachlich unplausible oder unvollständige Angaben.

Empfängersystem nicht berücksichtigt

Die Datei ist formal korrekt, kann vom Zielsystem aber wegen abweichender Schnittstellenstände oder nicht unterstützter Inhalte nicht vollständig verarbeitet werden.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu ISYBAU

Ist ISYBAU eine Norm?

Nein. ISYBAU ist im hier beschriebenen Zusammenhang die Bezeichnung für standardisierte Austauschformate im Bereich Abwasser. Die Anforderungen und Datenstrukturen werden unter anderem in den Baufachlichen Richtlinien Abwasser beschrieben. Normen wie DIN EN 13508-2 können fachliche Inhalte liefern, die über das Austauschformat übertragen werden.

Ist ISYBAU eine bestimmte Software?

Nein. Verschiedene Softwareprodukte können ISYBAU-Dateien erzeugen, einlesen oder prüfen. ISYBAU selbst ist das Format beziehungsweise die dazugehörige Datenstruktur – nicht das Programm, mit dem die Daten bearbeitet werden.

Was bedeutet ISYBAU XML-2024?

Das ist die Formatversion des ISYBAU-Austauschformats Abwasser mit dem Versionsstand 2024-06. Die BFR Abwasser wurde im Januar 2025 auf diese Formatversion fortgeschrieben. Für die technische Umsetzung sind die jeweils bereitgestellten XML-Schemata und ihre Aktualisierungen zu beachten.

Kann ich mit ISYBAU eine TV-Inspektion durchführen?

Nein. Die Inspektion wird mit geeigneter Kamera-, Mess- und Erfassungssoftware durchgeführt. ISYBAU dient dazu, die dabei entstehenden und weitere zugehörige Informationen strukturiert auszutauschen.

Welche Inspektionsdaten können übertragen werden?

Das Datenmodell ermöglicht unter anderem den Austausch von Zustandsdaten zu Haltungen, Leitungen, Rinnen, Schächten und Bauwerken. Dazu gehören Daten aus optischen Inspektionen, Dichtheitsprüfungen, Zustandsfilmen und Profilmaßerfassungen.

Ist eine ISYBAU-Datei automatisch fachlich richtig, wenn sie sich öffnen lässt?

Nein. Das Öffnen oder Einlesen einer Datei ist kein Nachweis für fachliche Richtigkeit. Die Daten müssen zusätzlich auf Vollständigkeit, richtige Objektzuordnung, Plausibilität und Übereinstimmung mit dem Auftrag geprüft werden.

Kann eine ältere ISYBAU-Version noch verwendet werden?

Das hängt vom konkreten Auftrag und den beteiligten Systemen ab. In bestehenden Datenbeständen können ältere Versionen vorkommen. Für einen neuen Austausch sollte immer geklärt werden, welche Version der Auftraggeber verlangt und welche Version das Empfängersystem unterstützt.

Ist GML dasselbe wie ISYBAU XML?

Nein. GML ist ein XML-basiertes Format für raumbezogene Informationen. Es kann in bestimmten Prozessen der Bestandsdokumentation eingesetzt werden. Der übertragbare Datenumfang ist jedoch nicht mit ISYBAU XML gleichzusetzen; insbesondere werden nicht alle hydraulischen und detaillierten Zustandsdaten auf Schadenskürzelebene abgedeckt.

Zusammengefasst: ISYBAU bringt Ordnung in den Datenaustausch.

Für die Kanalinspektion bedeutet das: Inspektions- und Bestandsdaten werden nicht einfach als lose Dateien weitergereicht, sondern können in einer festgelegten Struktur zwischen Auftraggebern, Inspektionsunternehmen und Fachplanern ausgetauscht werden. Wer die Grundidee versteht, kann Anforderungen besser klären, Daten sauberer liefern und Rückfragen bei der Abgabe vermeiden.

Fachlicher Hinweis: Diese Seite erklärt die Grundidee des ISYBAU-Austauschformats in eigenen Worten. Sie ersetzt weder die vollständigen Baufachlichen Richtlinien Abwasser noch die Formatdokumentation, das XML-Schema oder die projektspezifischen Vorgaben. Bei konkreten Datenlieferungen sind immer die vom Auftraggeber verlangte Version und die maßgeblichen Unterlagen zu verwenden. Fachstand der dargestellten Versionshinweise: 30. Oktober 2026.

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