Beobachtung erfassen
Was ist tatsächlich sichtbar? Zum Beispiel ein Riss, eine Verformung, ein Versatz oder eine Ablagerung.
Du siehst einen Riss im Kamerabild und sollst ihn auf Papier codieren – aber du weißt nicht, wo du anfangen sollst? Dieser Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch den Aufbau der Inspektionscodes, die Auswahl von Hauptkode und Charakterisierungen, die Messwerte, die Uhrposition und die Stationierung.
Die DIN EN 13508-2 legt ein Kodiersystem fest, mit dem Beobachtungen bei der optischen Inspektion von Entwässerungssystemen einheitlich beschrieben werden. Die Codes sind keine frei erfundenen Abkürzungen. Du wählst sie aus den zugelassenen Tabellen und ergänzt – wenn der jeweilige Code es verlangt oder erlaubt – Charakterisierungen, Messwerte, Lageangaben und einen Bild- oder Videobezug.
Die DIN EN 13508-2 lässt an mehreren Stellen Wahlmöglichkeiten zu. In Deutschland wird sie daher häufig mit den nationalen Festlegungen und Empfehlungen der DWA-M 149-2 angewendet. Auch Auftraggeber können die konkrete Kodierfassung festlegen. Die Beispiele auf dieser Seite erklären die Arbeitsweise anhand der öffentlich verfügbaren BFR-Abwasser-Kodiertabellen, Stand Januar 2025. Bei einem echten Auftrag gilt immer die vorgegebene Fassung und deren vollständige Code-Tabelle.
Ein gemeinsamer Wortschatz für das, was bei der optischen Inspektion zu sehen ist.
Stell dir vor, zwei Inspekteure betrachten dieselbe Leitung. Der eine schreibt „Riss oben“, der andere „Längsriss im Scheitelbereich“. Beide meinen möglicherweise denselben Befund, aber ihre Notizen lassen sich nur schwer vergleichen. Ein normiertes Kodiersystem schafft eine gemeinsame Struktur: Der Code benennt die Beobachtung, zusätzliche Felder beschreiben Lage und Ausmaß.
Die Norm bezieht sich auf optisch festgestellte Beobachtungen im Inneren von Entwässerungsleitungen und -kanälen sowie Schächten und Inspektionsöffnungen außerhalb von Gebäuden. Sie ist in erster Linie ein System zur Beschreibung und Dokumentation. Sie ersetzt nicht automatisch eine Dichtheitsprüfung und trifft für sich allein auch noch keine Sanierungsentscheidung.
Was ist tatsächlich sichtbar? Zum Beispiel ein Riss, eine Verformung, ein Versatz oder eine Ablagerung.
Ein passender Hauptkode und nur die für diesen Hauptkode zugelassenen Zusatzangaben machen den Befund vergleichbar.
Die Stationierung entlang der Leitung und die Lage am Rohrumfang helfen, den Befund später im Video oder vor Ort wiederzufinden.
Messwerte, Fotos, Videoreferenzen und kurze Anmerkungen ergänzen den Code, wenn sie erforderlich oder hilfreich sind.
Der Hauptkode ist der Anfang. Danach kommen – falls vorgesehen – die Details.
Im verwendeten System besteht der Hauptkode aus drei Buchstaben. Er bezeichnet die Art der Feststellung. Bis zu zwei weitere Buchstabencodes können den Befund näher charakterisieren. Anschließend können eine oder zwei Quantifizierungen, die Lage am Rohrumfang, die Stationierung und weitere Nachweise erfasst werden. Nicht jeder Hauptkode braucht alle diese Angaben; maßgeblich ist die jeweilige Code-Tabelle.
Das ist kein einzelner zusammengeklebter Code. Es sind mehrere Felder eines Befunddatensatzes. Die Stationierung und der Bild-/Videobezug kommen als weitere Angaben hinzu.
Der Hauptkode beantwortet zuerst die Frage: Welche Art von Beobachtung liegt vor? In den öffentlich verfügbaren BFR-Abwasser-Tabellen kennzeichnet der Anfangsbuchstabe B eine Feststellung an Haltung oder Leitung, D steht bei Schächten und Inspektionsöffnungen für diese Objektgruppe. Der zweite und dritte Buchstabe grenzen die Feststellung weiter ein. Diese Einordnung gilt im genannten Kodiersystem; übertrage sie nicht ungeprüft auf andere, ältere oder kundenspezifische Systeme.
Eine Charakterisierung beschreibt den Hauptbefund genauer. Bei einem Riss kann sie zum Beispiel angeben, ob es sich um einen Oberflächenriss, einen Riss mit erkennbaren Risslinien oder einen klaffenden Riss handelt. Eine weitere Charakterisierung kann die Richtung der Rissbildung beschreiben. Welche Buchstaben zulässig und sinnvoll sind, steht in der Zeile des gewählten Hauptkodes.
Eine Quantifizierung ist ein Mess- oder Größenwert, etwa Rissbreite in Millimetern oder eine Querschnittsreduzierung in Prozent. Du trägst keinen beliebigen Wert ein: Die Tabelle gibt vor, welche Größe gemessen werden soll, in welcher Einheit und ob der Wert überhaupt zu diesem Code gehört.
Sie beschreibt, wo auf dem kreisförmigen Rohrumfang die Beobachtung liegt. Dafür wird üblicherweise die Zifferblattreferenz verwendet: 12 Uhr am Scheitel, 6 Uhr an der Sohle, 3 und 9 Uhr seitlich. Bei einer Feststellung am gesamten Umfang wird das nach der vorgegebenen Regel für den ganzen Umfang erfasst.
Sie gibt an, wie weit die Befundstelle vom festgelegten Startpunkt der Inspektion entfernt ist. Im BFR-Abwasser-Beispielsystem ist das die Innenwand des Anfangsknotens; dort startet die Stationierung bei 0,0 m. Ein Riss bei 12,4 m wird also bei 12,4 m eingetragen – nicht mit der Uhrposition verwechselt.
Vom sichtbaren Befund zur passenden Tabellenzeile – nicht vom Buchstabenraten zum Schaden.
Beginne immer bei der Beobachtung. Frag dich, welche Aussage du mit Sicherheit belegen kannst. Ist die Rohrform verändert? Sind Risslinien sichtbar? Fehlen Rohrwandstücke? Ragt ein Anschluss in den Querschnitt? Danach suchst du genau diese Beobachtung in der gültigen Tabelle für Haltungen und Leitungen oder für Schächte und Inspektionsöffnungen.
| Beispiel-Hauptkode | Bezeichnung im BFR-Abwasser-Kodiersystem | Einfach erklärt |
|---|---|---|
| BAA | Verformung | Der Querschnitt hat gegenüber seiner ursprünglichen Form eine Verformung. |
| BAB | Rissbildung | Es sind Risslinien bzw. eine in der Tabelle näher beschriebene Rissform erkennbar; die Rohrsegmente sind dabei noch am Platz. |
| BAC | Rohrbruch/Einsturz | Es liegen ein Bruch mit verschobenen, aber nicht fehlenden Segmenten, fehlende Teile oder ein Einsturz vor – je nach Charakterisierung. |
| BAG | Einragender Anschluss | Ein Anschlussrohr ragt in die Leitung hinein und verengt dadurch den Querschnitt. Der Anschluss selbst ist zusätzlich zu erfassen. |
| BAH | Schadhafter Anschluss | Der Anschluss ist beispielsweise beschädigt, falsch positioniert, unvollständig eingebunden oder verstopft. Zusätzlich ist der Anschluss als solcher zu erfassen. |
| BAJ | Verschobene Verbindung | Rohre liegen an einer Verbindung nicht mehr in der vorgesehenen Position zueinander. |
Es gibt weitere Hauptkodes und jede Tabellenzeile hat eigene Regeln. Kopiere keine Charakterisierung aus einem Beispiel auf einen anderen Hauptkode, nur weil der Buchstabe gleich aussieht. Öffne für den echten Datensatz immer die aktuelle, zum Auftrag gehörende Tabelle.
Nutze diese Reihenfolge bei jeder einzelnen Feststellung.
Welche Code-Fassung verlangt der Auftraggeber? Geht es um eine Leitung/Haltung oder einen Schacht?
Objektkennung, Start-/Endpunkt, Inspektionsrichtung, Datum und relevante Stammdaten notieren.
Erst aufschreiben, was sichtbar ist. Die Ursache nicht raten und die Sanierung noch nicht vorwegnehmen.
Die passende Tabellenzeile suchen. Nur zulässige Codes verwenden; keine eigenen Codes ergänzen.
Jede Zusatzangabe muss zur Definition des Hauptkodes passen. Erlaubte Auswahl und Reihenfolge stehen in der Tabelle.
Vorgegebene Größe messen, passende Einheit eintragen und die Regeln zu Rundung/Dezimalstellen beachten.
Stationierung, Uhrposition, Verbindungslage und Bild-/Videoreferenz eintragen, sofern gefordert oder vorhanden.
Stimmt jede Angabe mit dem Bild und der Code-Tabelle überein? Ist der Befund später eindeutig auffindbar?
Wenn du nicht sicher bist, ob ein Detail ein Riss, eine Fuge, ein Versatz oder ein Bruch ist, schreibe die sichtbare Beobachtung und prüfe die Definitionen. Setze nicht vorschnell den „schlimmsten“ Code. Die Codierung beschreibt den festgestellten Zustand – sie soll ihn nicht dramatisieren und auch nicht verharmlosen.
Ein vollständig durchgeführter Übungsfall anhand der BFR-Abwasser-Kodiertabellen, Stand Januar 2025.
Angenommen, die gültige Tabelle für deinen Auftrag ist die BFR-Abwasser-Fassung, Stand Januar 2025, und du siehst in einer Leitung einen erkennbaren Längsriss. Die Risslinien sind sichtbar, die Segmente liegen noch am Platz, die Rissbreite beträgt messbar 0,8 mm. Der Riss liegt bei 12,4 m und etwa auf 2 Uhr.
Du notierst zunächst nur die Beobachtung: „Risslinie in der Rohrwand; Rohrsegmente nicht gegeneinander verschoben; in Längsrichtung verlaufend.“ Du schreibst nicht automatisch „Rohrbruch“, wenn du keine fehlenden oder verschobenen Rohrsegmente erkennst. Eine Ursache wie Setzung oder schlechte Bettung wird nicht aus dem Bild allein abgeleitet.
Du öffnest die Tabellen für Haltungen und Leitungen und suchst „Rissbildung“. In der hier verwendeten BFR-Abwasser-Tabelle ist der Hauptkode für Rissbildung BAB. Diese Auswahl kommt aus der Tabelle, nicht aus einer selbst erstellten Abkürzung.
Die Tabelle unterscheidet unter anderem Oberflächenriss, Riss und klaffenden Riss. In diesem Beispiel sind Risslinien an der Rohrwand erkennbar und die Segmente liegen noch am Platz. Wir wählen daher in der BFR-Abwasser-Tabelle die Charakterisierung B für „Riss“. Die Tabellenhinweise legen für diese Charakterisierung eine Quantifizierung ab 0,5 mm fest – die gemessenen 0,8 mm liegen darüber.
Der Riss verläuft überwiegend parallel zur Rohrachse. Die Tabelle führt hierfür Charakterisierung A für „in Längsrichtung“. Der zusammengesetzte Code-Eintrag lautet also Hauptkode BAB, Charakterisierung 1 B, Charakterisierung 2 A.
Die gemessene Rissbreite wird als 0,8 mm im vorgesehenen Quantifizierungsfeld eingetragen. Die Umfangslage wird als 02 Uhr dokumentiert. Die Längsposition steht getrennt davon bei 12,4 m. Die Werte sind nicht Teil der drei Buchstaben des Hauptkodes, gehören aber zum nachvollziehbaren Befunddatensatz.
Kurzform zur Lesehilfe: BAB / B / A · Quantifizierung: 0,8 mm · Umfangslage: 02 Uhr · Stationierung: 12,4 m · dazugehöriger Bild-/Videonachweis laut Auftrag.
Du notierst die festgelegte Bild- oder Videoreferenz. Danach liest du den Datensatz von oben nach unten: Ist es tatsächlich ein Riss? Passt Charakterisierung B zur sichtbaren Rissform? Ist der Riss längsorientiert? Passt die gemessene Breite zur gewählten Charakterisierung? Stimmt die Position im Video mit 12,4 m und etwa 2 Uhr überein?
Eine andere geschulte Person kann anhand des Hauptkodes, der Charakterisierungen, des Messwerts, der Lage und des Bildbezugs nachvollziehen, was erfasst wurde. Ein Code allein ohne Fundstelle und Nachweis ist für die spätere Bearbeitung deutlich weniger hilfreich.
Grenzen des Beispiels: Wenn der Riss nur oberflächlich wäre, klaffte oder sich in einen Bruch mit verschobenen Segmenten fortsetzte, wäre die Auswahl anders. Wenn die Länge über die in der gewählten nationalen Vorgabe festgelegte Grenze für eine Streckenfeststellung hinausginge, müsste die Feststellung nach dieser Vorgabe anders abgegrenzt und dokumentiert werden. Deshalb immer die Tabellenanmerkungen mitlesen.
Eine Angabe sagt, wie weit entlang der Leitung. Die andere zeigt, wo am Umfang.
Die Stationierung ist der Abstand zum festgelegten Bezugspunkt. Im BFR-Abwasser-System ist der Bezugspunkt die Innenwand des Anfangsknotens; der Start beginnt bei 0,0 m. Ein Befund bei 12,4 m liegt also 12,4 m entlang der untersuchten Leitung vom Startbezug entfernt.
Die Uhrposition beschreibt den Umfang. 12 Uhr ist der Scheitel, 6 Uhr die Sohle, 3 Uhr und 9 Uhr liegen seitlich. Bei der konkreten Erfassung sind die Blickrichtung und die Vorgaben des verwendeten Kodiersystems zu beachten.
| Uhrposition | Ungefähre Lage im Querschnitt | Merksatz |
|---|---|---|
| 12 Uhr | Rohrscheitel / oben | Der Riss liegt oben. |
| 03 Uhr | Seitlich auf der rechten Zifferblattseite | Seitliche Position am Umfang. |
| 06 Uhr | Rohrsohle / unten | Der Befund liegt unten im Querschnitt. |
| 09 Uhr | Seitlich auf der linken Zifferblattseite | Andere Seite des Umfangs. |
| 12–12 Uhr | Gesamter Umfang, sofern das nach dem jeweiligen Kode vorgesehen ist | Nicht mit einer einzelnen Punktlage verwechseln. |
Für die Längsposition gibt es im BFR-Abwasser-System weitere genaue Regeln: Die Stationierung einer punktförmigen Feststellung wird bezogen auf die Längsrichtung in der Mitte der Feststellung angesetzt. Feststellungen, die sich über mehr als 0,30 m erstrecken, werden nach dieser nationalen Vorgabe als Streckenfeststellung behandelt; Anfang und Ende werden dann getrennt gekennzeichnet. Diese Schwelle ist hier ausdrücklich die genannte BFR-Anwendung – prüfe im realen Auftrag immer die dort geltende Fassung und die Art des Befunds.
Die Code-Tabelle sagt dir, welche Angaben notwendig sind – nicht dein Bauchgefühl.
Es können bis zu zwei Charakterisierungskodes vorkommen, aber nicht jeder Hauptkode erlaubt jede Kombination. In der BFR-Abwasser-Anwendung darf der Platzhalter Y für eine Charakterisierung nur benutzt werden, wenn er beim konkreten Hauptkode ausdrücklich zugelassen ist. Ein leeres Feld oder ein frei gewählter Buchstabe ist kein Ersatz für das Nachschlagen in der Tabelle.
Die Tabelle nennt die Maßeinheit und den Messbezug. Bei der Verformung BAA kann beispielsweise eine prozentuale Verringerung der Abmessung verlangt sein. Bei BAB kann die Rissbreite in Millimetern einzutragen sein. Im BFR-Abwasser-Beispielsystem werden die vorgeschriebenen Werte grundsätzlich als Einzelwerte erfasst; Bandbreiten sind dort nicht zulässig. Für Risse unter 1 mm ist eine Nachkommastelle vorgesehen. Übernimm solche Detailregeln nur zusammen mit dem dazugehörigen Kodiersystem.
Mehrere Beobachtungen an derselben Stelle dürfen nicht in einem beliebigen Fantasiecode zusammengefasst werden. Wenn zum Beispiel bei einem Riss zusätzlich Bodenmaterial sichtbar ist oder Wasser in die Leitung eintritt, kann nach dem maßgeblichen System ein zusätzlicher Hauptkode erforderlich sein. Die BFR-Dokumentationsregeln verlangen bestimmte Hinweise zur Dichtheit – etwa sichtbaren Boden, sichtbaren Hohlraum, eindringendes Bodenmaterial sowie Infiltration oder Exfiltration – separat zu erfassen.
Eine Anmerkung ist hilfreich, wenn ein relevanter Aspekt mit den verfügbaren Kodes und Zahlenfeldern nicht ausreichend beschrieben werden kann. Sie sollte kurz, sachlich und beobachtungsnah sein. Eine Anmerkung ist nicht dazu da, eine falsche Kodewahl zu reparieren oder eine ungesicherte Ursache als Tatsache festzuschreiben.
Nutze die Felder als Merkhilfe. Der verbindliche Formularkopf richtet sich nach dem Auftraggeber.
Die Stammdaten beschreiben die untersuchte Leitung. Danach folgt eine Zeile je Feststellung. Wenn du mehrere voneinander unabhängige Befunde siehst, erhält jeder Befund seinen eigenen Eintrag. Das macht die spätere Auswertung und die Zuordnung zum Videobild einfacher.
| Stammdaten zur Inspektion | |
|---|---|
| Objekt-/Haltungskennung | |
| Anfangsknoten / Endknoten | |
| Inspektionsrichtung / Bezugspunkt | |
| Datum / Inspekteur | |
| Verwendetes Kodiersystem / Stand | |
| Station (m) | Hauptkode | Char. 1 | Char. 2 | Messwert(e) | Uhrposition | Video-/Fotoreferenz + Notiz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12,4 | BAB | B | A | 0,8 mm | 02 Uhr | Übungsfall: Längsriss, Bildreferenz ergänzen |
1. Richtige Code-Fassung? 2. Richtige Objektgruppe? 3. Hauptkode aus der Tabelle? 4. Charakterisierungen zulässig? 5. Messwert mit richtiger Einheit? 6. Stationierung und Uhrposition plausibel? 7. Foto- oder Videoreferenz eindeutig?
Die meisten Probleme entstehen nicht beim Schreiben der Buchstaben, sondern beim Überspringen eines Prüfschritts.
Besser: Den Hauptkode in der zur Beauftragung passenden Tabelle nachschlagen und die Erläuterungen darunter lesen.
Besser: Die Reihenfolge aus der konkreten Tabellenzeile übernehmen; Charakterisierung 1 und 2 können unterschiedliche Fragen beantworten.
Besser: „Risslinie sichtbar“ festhalten. „Durch Setzung verursacht“ nur angeben, wenn das fachlich separat belegt ist.
Besser: Meterangabe und Umfangslage in getrennten Feldern dokumentieren.
Besser: Einheit aus der Tabelle übernehmen und Messung korrekt aufzeichnen.
Besser: Bild-/Videoreferenz so notieren, dass die Feststellung eindeutig wiedergefunden werden kann.
Nein. Das ist nur die Kombination aus Hauptkode und zwei Charakterisierungen im Beispiel. Messwert, Umfangslage, Stationierung und Bild-/Videoreferenz können weitere erforderliche Felder sein. Welche davon einzutragen sind, hängt vom Code und vom Auftrag ab.
Nein. Dieser Ratgeber erklärt das Vorgehen und zeigt ausgewählte Beispiele. Er ersetzt weder die vollständige DIN EN 13508-2 noch DWA-M 149-2 beziehungsweise eine vom Auftraggeber festgelegte nationale Anwendung. Nutze die autorisierte Tabelle, die für deinen Auftrag gilt.
Das ist im Auftrag beziehungsweise in den Vorgaben des Auftraggebers festgelegt. Die DIN EN 13508-2 enthält Wahlmöglichkeiten, die in der deutschen Praxis etwa durch DWA-M 149-2 oder ein konkret vereinbartes System näher bestimmt werden können.
Nein. Der Code dokumentiert eine Beobachtung. Zustandsklassifizierung und Zustandsbewertung sind weitere Schritte, bei denen der Befund nach festgelegten Kriterien eingeordnet und im Zusammenhang mit dem Objekt beurteilt wird.
Eine gute Codierung beginnt mit einer genauen Beobachtung, der richtigen Tabellenzeile und sauber erfassten Lageangaben. Bei Unsicherheit nicht raten – Definitionen und Vorgaben prüfen.