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  • Kanalinspektionssysteme

    Wir informieren über Neuerungen der Inspektionstechnik mit aktuellen Herstellerinformationen.
    Volker
    Infrastrukturbauwerke, wie beispielsweise die urbanen Abwassersysteme, bedürfen regelmäßiger Zustandskontrollen und Bewertungen, um den rechtlichen und normativen Vorgaben gerecht zu werden. Diese Zustandsbewertung ist mit einem großen manuellen und finanziellen Aufwand verbunden und oft auch von den individuellen Beurteilungen des Kanalinspekteurs abhängig. Ebenso ist die Datenverwaltung und Verfügbarkeit bei der Zustandsbewertung von diversen Prozessen wie Datenaustausch, Schaffung von eigenen IT-Infrastrukturen und direkter Kommunikation für alle Beteiligten mit großem Aufwand verbunden. Diese Aufwendungen und Abläufe können durch den Einsatz neuer digitaler Technologien massiv reduziert, aber auch verbessert werden.
    Genau diesen digitalen Ansatz verfolgte ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Waldkirchen, der e.SIC GmbH, der bluemetric software GmbH, der JT-elektronik GmbH sowie der Pfaffinger Rohrnetz- & Sanierungstechnik GmbH konsequent.
    Zielsetzung des Projektes war eine komplette digitale Datenverwaltung und Dokumentation der Zustands-, aber auch die Lageerfassung des Abwassersystems im Stadtkern von Waldkirchen. Weiterhin schrieb der Bereichsleiter Abwasser der Stadtwerke Waldkirchen, Rudolf Kellermann, die Verfügbarkeit aller Daten – unabhängig von eigenen IT-Infrastrukturen in das Lastenheft.
    Die zur Ausführung der Zustandskontrolle und Lagemessung des unterirdischen Abwassersystems beauftragte Firma Pfaffinger Rohrnetz- & Sanierungstechnik GmbH aus Passau konnte hierzu auf ein großes Netzwerk von Spezialisten zugreifen, die die Umsetzung vorantrieben und letztendlich auch möglich machten.
    Durch den Einsatz modernster Haupt- und Seitenkanalkamerasysteme mit Full-HD-Auflösung aus dem Haus JT-elektronik GmbH aus Lindau, konnte der gesamte Haupt- und Anschlusskanalbestand im Stadtkern nach erfolgter Reinigung inspiziert und die genauen Verläufe der Leitungen automatisiert dreidimensional erfasst werden. In Verbindung mit der Erfassungs-, Messungs- und Detektionssoftware „Inspector/ASYS 3D“ wurden alle Kanalverläufe mit UTM Koordinaten versehen und zusammen mit den Zustandsdaten als xml-Datei exportiert, die über eine definierte Schnittstelle in das GIS der Stadtwerke Waldkirchen eingespielt wurden.
    Um die Zielsetzung der digitalen Datenverwaltung bei größtmöglicher Verfügbarkeit zu erreichen, stellte die e.SIC GmbH mit dem Produkt „SARIDA™ Portal“ eine Plattform zur Verfügung, welche genau diesen Ansatz verfolgt und konsequent weiterentwickelt. Zu den Kernfunktionalitäten der Cloud gehören:
    •       Direkter Datenaustausch über einen zentralen Zugangspunkt mit allen gängigen Austauschformaten
    •       Direktes Arbeiten im Webbrowser
    •       Einfache Freigabe der Daten
    •       Verfolgen aller Bearbeitungsstände und Änderungen in Echtzeit
    •       Einfaches Anwenden von automatisierten Analysen zur Qualitätssicherung
     
    Diese neuartige und moderne Cloudtechnologie für flexibles und zentrales Datenmanagement sowie Streaming der Medieninhalte verhindert eine inkonsistente und auch redundante Datenhaltung. Sie erhöht somit die Sicherheit der Daten, da diese nie auf lokalen Systemen vorliegen. Eine hochauflösende 3D-Visualisierung und moderne Kommunikationsmethoden sorgen für mehr Effizienz und verbesserte Arbeitsbedingungen im gesamten Inspektions-, Dokumentations- und späteren Bearbeitungsprozess. Hierzu Rudolf Kellermann:
    „Die Verfügbarkeit der Daten schon am nächsten Arbeitstag bedeutet für uns eine wesentlich schnellere Kommunikation und eine höhere Effizienz bei der Schadensbewertung und Behebung. Durch die Möglichkeit, auch von mobilen Endgeräten aus Zugriff auf die Dokumentation wie Berichte sowie Filme und Bilder zu haben, erleichtert uns die Arbeit im Betrieb sehr und unterstützt auch direkt vor Ort, in dem entsprechenden Abschnitt, mit allen notwendigen Informationen“.
    Als logische Ergänzung zu der Cloudlösung wurde bei der Pfaffinger Rohrnetz- & Sanierungstechnik zusätzlich noch das „SARIDA™ Edge“ im Projekt eingesetzt, das dem Inspekteur bei der optischen Inspektion durch eine künstliche Intelligenz (KI) assistiert, um Schäden und Zustände im Voraus zu detektieren, die dann von dem Inspekteur abschließend geprüft und präzise dokumentiert werden. Im neuesten Release der Anwendung können im Zusammenspiel mit der Erfassungssoftware INSPECTOR von bluemetric zusätzlich die Hauptcodes mit Charakterisierung zur Zustandsbeschreibung vorgeschlagen werden. Die KI funktioniert auf dem Fahrzeug ohne Internetverbindung, also offline. In einem weiteren und zukünftigen Schritt soll die Kameratechnik von JT-elektronik die von der KI erkannten Zustände mit einer noch detaillierteren Kameraführung umgesetzt werden. Hierzu gehört z. B. auch die Unterbrechung der Kamerafahrt und das gezielte An- und Abschwenken des Rohrabschnitts bzw. des erkannten Zustands. Resultierend aus diesen optimierten Abläufen werden Lichtintensität, Reflexionen, Blendenstufen und die Tiefenschärfe, also auch die Wahl der richtigen Fokussierung und Belichtung realisiert.
    Als westlichen Vorteil dieser Anwendung hat man bei Pfaffinger die höhere Effizienz und Qualitätssteigerung bei der Zustandskontrolle identifiziert und erkannt. Weiterhin sieht das Unternehmen beim Einsatz von assistierenden KI-Anwendungen die Möglichkeit, Quereinsteiger als Bedienungspersonal bei der Zustandskontrolle wirksam zu unterstützen und individuelle Fehlinterpretationen des Kanalinspekteurs oder nicht registrierte und dokumentierte Zustände zu vermeiden.
    Rückwirkend betrachtet erzeugte das Gemeinschaftsprojekt für alle Beteiligten einen spürbaren Mehrwert und soll auch in weiteren Maßnahmen und bei anderen Auftraggebern verstärkt eingesetzt werden. Mit einem sogenannten selbstlernenden System werden die Kanalkontrollen gesamtheitlicher und nachhaltiger.
     
    Weitere Informationen und Ansprechpersonen:
    Pfaffinger Rohrnetz- & Sanierungstechnik GmbH, Herr Markus Frank
    JT-elektronik GmbH, Herr Tobias Jöckel
    bluemetric software GmbH, Herr Sven Sturhann
    e.SIC GmbH, Frau Claudia Ziegner

    Volker

    Das 34. Lindauer Seminar

    By Volker, in Jt-Elektronik,

    17. und 18. März 2022

    Prof. Karsten Kerres, Aachen, Univ.-Prof. Karsten Körkemeyer, Kaiserslautern


     
    Nach zwei Jahren trifft sich die Branche trotz Pandemie wieder in Lindau! Die Sehnsucht nach einem Wiedersehen und damit die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs in einer charmanten Umgebung waren Motivation für Veranstalter wie Teilnehmer, das mit der Planung und Durchführung einer Präsenzveranstaltung einhergehende Risiko einzugehen. Und dass es sich gelohnt hat, dieses Risiko einzugehen, zeigen eindrucksvoll folgende Zahlen: 30 Referenten, 73 Aussteller und über 460 Teilnehmer konnten in Lindau durch die Oberbürgermeisterin, Frau Dr. Alfons begrüßt werden. Sie hob hervor, dass trotz der politischen Krise und des Krieges in der Ukraine die Themen Umwelt-, Klima- und Gewässerschutz nach wie vor zu den wichtigsten Themen zählten, die die Gesellschaft zu bewältigen habe. Und vor diesem Hintergrund freue sie sich sehr darüber, dass in Lindau diesem Thema mit dem Lindauer Seminar eine Plattform geboten werde.

    Unter der Leitung von Univ.-Prof. Max Dohmann, Univ.-Prof. Wolfgang Günthert, Prof. Karsten Kerres und Univ.-Prof. Karsten Körkemeyer schloss sich das eigentliche Fachprogramm an.


     
    Aktuelle politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

    Eröffnet wurde es von Professor Dohmann. In seinem Vortrag mit dem Titel „Hat die COVID-19 Pandemie Veränderungen für die Siedlungsentwässerung gebracht?“ griff er das Thema Abwassermonitoring auf. Das Abwasser als Indikator für COVID-19 könne als anonymer Massentest mit kurzer Reaktionszeit aufgefasst werden. Damit sei das Abwassermonitoring schneller als die ansonsten üblichen Testreihen. Der kontinuierlichen Abwasseranalyse könnten zwei wichtige Funktionen in der Pandemiebeherrschung zugewiesen werden: Zum Ersten sei eine Trenderkennung möglich, denn das Abwassermonitorring eile dem allgemeinen Infektionsgeschehen um etwa sieben bis zehn Tage voraus; zum Zweiten ließen sich auch Virus-Varianten frühzeitig erkennen.

    Professor Grambow stellte in seinem Vortrag „Politischer Stellenwert der Daseinsvorsorge am Beispiel der öffentlichen Abwasserinfrastruktur“ zunächst dar, dass die Abwasserentsorgung vielleicht der wichtigste Beitrag zur Verlängerung der Lebenserwartung sei. Er hob damit die Bedeutung der Schaffung und Erhaltung der Funktion der Wasser- und Abwasserinfrastruktur für unser Leben hervor. Da diese wichtigen Infrastruktursysteme naturgemäß nicht redundant seien, sei eine systematische Instandhaltung dringend geboten. Die Instandhaltung müsse auch Anpassungen an den Klimawandel beinhalten. Hier würden national und international noch erhebliche Defizite existieren und entsprechend sei die Wasserwirtschaft von dem Ziel „Umweltresilienz“ noch weit entfernt, so Professor Grambow. Da die Wasserwirtschaft zudem mit anderen Sektoren stark verknüpft sei, müsse man konsequenterweise diesen und weiteren wasserwirtschaftlichen Herausforderungen mit der Überwindung bisher oftmals lediglich sektoraler Lösungsansätze begegnen.

    Den dritten Vortrag mit dem Titel „Aktuelle Finanzierungsfragen der öffentlichen Einrichtungen der Abwasserentsorgung“ hielt Frau Hölzlwimmer vom bayerischen Gemeindetag. Ihre Kernthese: Abwasserentsorgung sei Daseinsvorsorge. Frau Hölzlwimmer erwähnte dabei beispielhaft die 12 Millionen € Investitionen in die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage Lindau und hob in diesem Zusammenhang auf zwei Spannungsfelder ab, die sich zum Ersten aus der Finanzierung des Gesundheitsschutzes, des Umweltschutzes sowie der entsprechenden Maßnahmen und zum Zweiten aus neuen bzw. neuartigen Finanzierungsaufgaben der Betreiber ergäben. Erstere seien in jeden Fall durch den Bürger zu bezahlen, wobei aber die Abwasserentsorgung als Selbstverständlichkeit betrachtet würde und Kostenerhöhungen oftmals Unmut erzeugen würden. Um dem entgegenzuwirken, erfolge die Finanzierung der öffentlichen Abwasserentsorgung gemäß KAG nach dem Kostendeckungsprinzip. Mit diesem faktischen Kostenüberschreitungsverbot solle der Bürger vor Überbelastung geschützt werden. Welche Investitionen allerdings im Einzelnen über Gebühren finanziert werden dürften, sei im KAG ist nicht spezifisch formuliert. Dies führe direkt zum zweiten Spannungsfeld: Lassen sich besondere Investitionen, wie beispielsweise in Photovoltaikanlagen für die Energieversorgung einer Kläranlage auf die Abwassergebühr umlegen? Ihre Antwort: Derartige Investitionskosten seien in jeden Fall dann umlagefähig, wenn sie rechtlich vorgeschrieben seien. Ansonsten sei es eine Ermessensentscheidung des Einrichtungsträgers. Darüber hinaus seien besondere Investitionen auf die Gebühr dann umlegbar, wenn die Nachhaltigkeit der Investitionen spürbar sei bzw. gesteigert werde.

    Entsprechend entwickelte sich die Diskussion zu diesem Block zu einem sehr interessanten Austausch bzgl. der Frage, ob ein Ende des aktuell sektoralen Denkens eigentlich zum derzeitigen KAG passe. Das KAG dürfe, so das einhellige Stimmungsbild, nicht Hürde für sinnvolle Investitionen in Klimaschutz, Wasser und Gesundheit sein.


     
    Qualitätssicherung bei der Kanalinstandhaltung

    Professor Günthert eröffnete den zweiten Vortragsblock mit Überlegungen zu „Verpflichtungen für die notwendige Qualität im Kanalbau und bei Kanaldienstleistungen“. Er stellte dabei die verschiedenen Definitionen von Qualität einander gegenüber und ging sodann auf das Wasserhaushaltsgesetz ein. Dort seien in § 55 Anforderungen an die Wasserwirtschaft in Bezug auf die menschliche Unversehrtheit und die Umwelt definiert. § 56 richte sich an die Pflichtträger und Verbände und § 60 konkretisiere, dass alle Anlagen nach dem Stand der Technik bzw. den allgemeinen anerkannten Regeln der Technik zu errichten, zu betreiben und zu erhalten seien. Ausführungsbestimmungen seien in den verschiedenen Fachnormen von DIN und DWA sowie den Entwässerungssatzungen der Kommunen enthalten. Die Erfüllung der Anforderungen obliege den Abwasserbeseitigungspflichtigen, die sich dazu wiederum der Beratungsbüros oder entsprechenden Dienstleistungsunternehmen bedienen könnten. Ziele der abwasserbeseitigungspflichtigen Institutionen seien die Sicherstellung der Entsorgungssicherheit, die Minimierung des Instandhaltungsaufwandes und die Vermeidung von Gebührenerhöhungen sowie der Belästigung der Bürger. Ziele der Beratungsbüros und Dienstleister seien dagegen zufriedene Auftraggeber, was die Vorhaltung entsprechender Gerätschaften und qualifizierten Personals bedinge und natürlich ein auch vor diesem Hintergrund auskömmliches Honorar. Hieraus könne ein Interessenskonflikt zwischen Betreiber und Büro bzw. Dienstleister entstehen. Ein Lösungsansatz bestünde in Präqualifikationsverfahren, wie sie bspw. auch im Merkblatt des LFU „Auswahl geeigneter Dienstleister“ aufgeführt würden.

    Der nächste Vortrag wurde von Herrn Hippe gehalten mit dem Titel „Handlungsempfehlungen des VSB zur Qualitätsverbesserung“. Der VSB habe Handlungsempfehlungen, ZTV, Muster LV und ZAI (zusätzliche Anforderungen an Ingenieurbüros) bereitgestellt. Es bestehe ein Kreislauf aus Grundlagenermittlung, Planung, Qualifikation und Dokumentation. Herauszuheben seien insbesondere die ZTV für alle in den diesbezüglichen Normen geregelten Sanierungsverfahren. Diese ZTV führten zu übersichtlichen Leistungsverzeichnissen, da die spezifischen technischen Anforderungen der jeweiligen Verfahren nicht in den Leistungspositionen, sondern eben in den jeweiligen ZTV stünden. Der VSB habe die ZTV in enger Kooperation mit der DWA entwickelt und darüber hinaus eine Initiative zur Bewertung von Angeboten und zur Verbesserung der Partnerauswahl angeregt. Auftraggeber sollten so in die Lage versetzt werden, nicht grundsätzlich das günstigste, sondern das wirtschaftlichste Angebot zu identifizieren und zu beauftragen.

    Herr Neuschäfer ging im Rahmen des Vortrages „Anforderungen an Inhaber des RAL Gütezeichens Kanalbau“ zunächst auf die Struktur des Güteschutz Kanalbau ein, der paritätisch aus Auftraggeber- und Auftragnehmervertretern zusammengesetzt sei. Der Güteschutz Kanalbau habe derzeit etwa 4.200 Mitglieder, 30 Prüfingenieure und führe jährlich etwa 3.600 Baustellenprüfungen durch. Die Mitgliedsunternehmen müssten grundsätzlich alle vier Jahre eine Schulung nachweisen. Das enge Prüfraster sorge, so Herr Neuschäfer, für Früherkennung von gegebenenfalls vorhandenen Qualitätssicherungsproblemen in den Unternehmen. Grundlagen für Qualität der Bauausführung seien seiner Einschätzung nach Erfahrung, Schulung, technische Leistungsfähigkeit, Ausrüstung und Geräte, Zuverlässigkeit, Organisation und Referenzen.

    Andreas Haacker stellte anschließend aktuelle Merkblätter des RSV zur Qualitätssicherung vor und äußerte das Bestreben des RSV zur Konsolidierung des bestehenden Regelwerkes. Dies solle durch Integration der RSV-Merkblätter in die DWA-Merkblätter oder durch Anknüpfung der RSV-Merkblätter an die DWA Regelwerke geschehen. Er sehe die Aufgabe des RSV in dem Füllen von Lücken und Defiziten im Bereich der Schachtsanierung, der Inhouse-Sanierung und der Sanierung von Trinkwasserleitungen. Beispielhaft führte er Schlauchliner-Sanierungsverfahren auf, die eigentlich bekannte und bewährte Techniken seien. Dennoch gäbe es in diesem Bereich mit der Schaffung eines zusammengeführten kommentierenden Regelwerkes und Erläuterung der Regulierungslücken noch erheblichen Überarbeitungsbedarf.

    Herr Möckli vom VSA und Leiter des CC Kanalisation (Kompetenzzentrum Kanalisation) thematisierte die Perspektive der Schweiz in Bezug auf die Qualitätssicherung beim Bau von Grundstücksentwässerungsanlagen, Liegenschaftsentwässerung innerhalb von Gebäuden und öffentlichen Kanälen. Die Qualitätssicherung in der Kanalisation (Quick) wiese ähnliche Strukturen auf, wie der Güteschutz Kanalbau. Herr Möckli betonte aber, dass im Unterschied zum Güteschutz Kanalbau keine unangemeldeten Baustellenbesuche durchgeführt würden. Es existierten 42 Arbeitsanweisungen und eine Prüfmatrix und diese lediglich für Schlauchliner und Roboterverfahren. Anforderungen an die Reinigungsdurchführung gäbe es nicht, denn sanierte Leitungen müssten die Anforderung neuer Leitungen erfüllen, so die Position des VSA. Generell würde in der Schweiz augenscheinlich weniger reglementiert als in Deutschland.

    Im letzten Vortrag des zweiten Vortragsblocks stellte Professor Ertl aus Wien „Empfehlungen zur Qualitätssicherung im ÖAWAV Regelblatt 22 – Betrieb von Kanalisation“ vor. Auch in Österreich würde die Präqualifikation, d.h. der Qualifikationsnachweis im Zuge eines Vergabeverfahrens als wesentliches Werkzeug zur Qualitätssicherung gesehen. Die Elemente der Qualitätsüberprüfung gliederten sich in die Überprüfung des Personals und der Ausrüstung, die Prüfung der Eigenüberwachung und die Abnahmeprüfung. Das Vorgehen entspräche damit in Österreich in wesentlichen Aspekten dem des VSA in der Schweiz.

    Die Kernfrage in der sich anschließenden Diskussion lautete: Warum wird in der Schweiz und in Österreich, anders als anscheinend in Deutschland, so viel Vertrauen in die Dienstleister, also dem Markt gesetzt? Allgemein wurde es damit erklärt, dass die Schweiz sehr liberal sei und eine gewisse Kontrollfunktion dadurch bestünde, dass Auftraggeber, Planungsbüros und Bauunternehmen die Projekte gemeinsam gestalteten. Da zudem die Kosten der Organisation der Qualitätssicherung sehr hoch seien, sei man bemüht, den Aufwand zu begrenzen. Allgemein könne trotzdem festgestellt werden, dass die Ausführungsqualität sowohl in Österreich als auch in der Schweiz insgesamt als sehr gut zu bezeichnen sei, Defizite bestünden allenfalls auf der Auftragsgeberseite.


     
    Entwicklungen im Kanalbetrieb technische Konzepte

    Im dritten Vortragsblock erörterte Professor Kerres aktuelle Entwicklungen in den Regelwerken des RSV und der DIN EN in Bezug auf bedarfsgerechte Zustandserfassung und Kanalreinigung. Darüber hinaus stellte er neuartige Konzepte der bedarfsgerechten Zustandserfassung und Kanalreinigung vor. Insbesondere ein konsequenter Einsatz von HD-Spüldüsen mit optischer Unterstützung oder begleitende Kanalspiegelungen böten Möglichkeiten, Spülintervalle und Spülleistungen deutlich gezielter an gegebene Randbedingungen anzupassen, als es bislang oft der Fall sei. Als Beispiel und mögliches Vorbild griff Professor Kerres unter anderem das OAWV Regelwerk auf, in dem Strategien zur bedarfsgerechten Reinigung und Kanalzustandserfassung aufgeführt seien. Professor Kerres führte anhand von Beispielen auf, wie solche Konzepte auch in Deutschland rechtssicher umgesetzt werden könnten.

    Gemeinsam stellten Herr Meiser und Herr Wagner anschließend ihre Überlegungen zur „Optimierung des Kanalbetriebes mit Hilfe der Telematik“ vor. Zunächst wurde dabei ein Überblick über die Mittelhessischen Wasserbetriebe, die für etwa 300.000 Einwohner in der Region zuständig seien, gegeben. Im Weiteren ging es um die Verbesserung der Dokumentation durch Telematik. Die adressierten Stichwörter waren „digitalisierte Umsetzung mobiler Prozesse“ (Fahrzeuge, Mitarbeiter usw.) und „Internet der Prozesse“, d.h. Abarbeitung und Dokumentation sowie Vermeidung von Papier. Um Übertragungen von der einen auf das andere Datenbank- bzw. -verarbeitungssystem möglichst zu vermeiden, habe sich eine mobilfunk- und cloudbasierte Telematik als ideales Werkzeug erwiesen. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, müssten jedoch alle möglichen Geräte der Telekommunikation miteinander über eine gemeinsame Systemsprache kombiniert werden.

    Herr Schlüter trug den Vortrag „Fahrzeug Check Kanalreinigung: Vorbeugung von Spülschäden, Ressourcenverschwendung und Arbeitsunfällen“ vor. Im Kern ginge es dabei um die Beurteilung der Performance von Reinigungsfahrzeugen und Reinigungsdüsen. Derzeit existiere kein Eignungsnachweis für die Reinigung von renovierten Kanalsystemen, so dass die Gefahr von Schäden und reduzierten Nutzungsdauern prinzipiell gegeben sei. Herr Schlüter schlug vor diesem Hintergrund ein Prüfverfahren mit Einzelfallprüfung verbunden mit einer Praxisprüfung bei klar definierten Randbedingungen vor.

    gen formuliert. Die zu erbringende Leistung sei aufgrund dessen und aufgrund veralteter Leistungsverzeichnisse für den Dienstleister oftmals nicht kalkulierbar. Als Lösungsansatz beschrieb Herr Jöckel aktuelle Entwicklungen in der sensorgestützten Dokumentation der erbrachten Leistungen und der Leistungsnotwendigkeiten, so dass Effizienz und Effektivität verbessert werden könnten.

    Herr Haacker erläuterte in seinem zweiten Vortrag seine Sicht auf aktuelle Herausforderungen in der Kanalsanierung. Themen waren Mikropartikel, AZ-Rohre und die Reinigung renovierter Leitungen. Es wurde dargelegt, dass die Mikropartikel infolge von Abrieb beim Betrieb und bei der Reinigung entstünden. Man könne mithilfe der Darmstädter Kipprinne die in einer Kanalhaltung über deren Lebensdauer zu erwartenden Abriebe ermitteln. Diese betrügen umgerechnet lediglich 12 g pro Jahr und Einwohner und seien von daher von geringer Bedeutung in Bezug auf die Gewässergüte. Viel relevanter seien grundsätzlich Weichmacher, wie Bisphenol A, die hormonelle Eigenschaften besitzen würden. Die im Kanalbau bzw. in der Kanalsanierung verwendeten Kunststoffe würden solche Weichmacher allerdings nicht aufweisen, sodass auch hier keine Gefahr für Mensch und Umwelt bestünde. Bezüglich AZ-Rohren sei zunächst festzuhalten, dass Asbestfasern ein natürlicher Stoff seien, der allerdings nach aktueller Rechtslage aufgrund seiner Pathogenität entsorgt werden müsse. In Asbestzementrohren sei das Massenverhältnis Bindemittel zu Asbest 7:1, so dass ein ganz erheblicher Volumenaufwand zu leisten sei, um das in den Rohren eingebundenen Asbest zu beseitigen. Entsprechender Deponieraum stünde nicht zur Verfügung. Da aus seiner Sicht die Weiternutzung von Asbestzementrohren Umweltbelangen nicht entgegenstünden, versuche der RSV, eine Zulassung von Sanierungsverfahren für Asbestzementrohrleitungen zu erwirken.

    Der letzte Vortrag des ersten Veranstaltungstages wurde von Herrn Kopmann gehalten. Er legte die Konsequenzen der Digitalisierung für die Personalstrukturen des Kanalbetriebs dar und formulierte kritische Anmerkungen zur praxiskonformen Digitalisierung des Kanalunterhalts. Digitalisierung bedeute Partnerschaft von Mensch und Maschine und sei hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Menschheit ähnlich hoch einzuordnen, wie die Entwicklung des aufrechten Ganges. Generelle Herausforderungen der Digitalisierung würden auch im Bereich der Kanalinstandhaltung gelten. Diese bestünden bspw. in der Verantwortungsfrage für algorithmengesteuerte Entscheidungen oder den Notwendigkeiten der Standardisierung, Schutz vor digitalen Angriffen und letztlich der Frage, ob die Mitarbeiter den Weg in die Digitalisierung mitbeschreiten würden.

    Diese von Herrn Kopman aufgeführten Punkte wurden anschließend umfassend diskutiert. Des Weiteren wurde deutlich gemacht, dass eine sachgerechte Anpassung des Abfallrechtes in Bezug auf den Umgang mit AZ-Rohren dringend geboten sei.


     
    Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) im Kanalbetrieb

    Der zweite Veranstaltungstag wurde von Professor Körkemeyer eröffnet. In seinem Vortrag „Digitale Methoden für eine bessere Grundlagenermittlung“ berichtete er von einem Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz, welches die konkrete Umsetzung von digitaler und modellbasierter Planung von unterschiedlichen wasserwirtschaftlichen Projekten verfolge und die Verbreitung der Erkenntnisse zu deren Machbarkeit bei den Unternehmen und Bauherren, insbesondere kleineren und mittelgroßen Kommunen und Verbänden zum Ziel hätte. Kern des Projektes seien die individuelle Erstellung von AIA und der darauf basierenden BAP für die jeweiligen sehr unterschiedlichen auftraggeberspezifischen BIM-Anwendungsfälle, welche sowohl Planungs- und Ausführungsphase als auch den gesamten Lebenszyklus der jeweiligen Bauwerke umfassen würde. Als eine wesentliche Erkenntnis könne man festhalten, dass die Kommunikation durch BIM erheblich erleichtert würde und dass dies auch einen wesentlichen Mehrwert bei der BIM-Abwicklung darstelle.

    Der sich anschließende Vortrag von Herrn Bentz lautete „Statement zur künstlichen Intelligenz“. Zunächst definierte er Intelligenz als schnelle und vollständige Informationsaufnahme, Abstraktion und Ableitung zweckdienlichen Handelns und Problemlösungskompetenz. Künstliche Intelligenz meine Maschinen, die menschliche Intelligenz in einer ähnlichen Weise mit ähnlichen Fähigkeiten, also letztlich die menschliche Intelligenz nachahmen würden. Herr Bentz schlug einen weiten Bogen von dem Internet of Things, beispielsweise in Form von Amazon Kundenauswertung und Robotergestützter Krankenpflege bis zum autonomen Fahren und stellte die These auf, künstliche Intelligenz schaffe in gewisser Weise Arbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite entstünde zeitgleich Bedarf nach anderen Formen der Arbeit. Zudem würden Arbeit und Wohlstand ein stückweit voneinander entkoppelt sein. Wichtig sei, dass Entwicklung und Einsatz künstlicher Intelligenz mit einem hohen Maß an Verantwortlichkeit und Verantwortungsbewusstsein verbunden ist.

    Herr Koch führte in seinem Vortrag das Thema Künstliche Intelligenz wieder vom Allgemeinen in die Kanalisationstechnik zurück: In seinen Entwicklungen ging es um die automatisierte Zustandskodierung von Abwasserkanälen. Die manuelle Schadenskodierung sei fehleranfällig und kostenintensiv, so Herr Koch. Die Lösung könne in dem sogenannten maschinellen Lernen bzw. AI oder KI gesehen werden, denn diese Technologien lieferten objektive konsistente Resultate mit einer derzeit schon hohen Zuverlässigkeit.

    In dem sich direkt anschließenden Vortrag von Herrn Brehme zu den „Möglichkeiten des cloud-basierten Einsatzes von KI bei der Kanalbewertung und Datenauswertung“ wurde der Aspekt der digitalen Lösung in Form von cloud-computing-Services thematisiert. Kern der Lösung sei das Outsourcing, d.h. die Anmietung von Servern, Software und IT-Infrastruktur. Die klassische Datenverwaltung, bei der Daten hin und her geschoben werden müssten und mehrfach gespeichert würden, entfiele damit. Damit sei auch das Problem der unklaren Aktualität und auch der Redundanz der Daten gelöst. In Bezug auf die künstliche Intelligenz stünden Assistenzsysteme in Echtzeit zur Verfügung, so dass die Software den Inspekteur bei der Kodierung unterstützen könne. Das Prinzip von Big Data erlaube zudem Predictive Maintenance, also z.B. das Erkennen von Anomalien in den Protokollen im Sinne von einer Qualitätskontrolle.

    Herr Sauter referierte im Weiteren über „Das Projekt Auzuka - automatisierte Inspektion und Zustandsanalyse von Abwasserkanälen“. Das Ziel des Projektes bestünde darin, eine KI-basierte automatische Zustandserfassung und Schadensvermessung durchführen zu können. Ein Kern sei dabei der Einsatz einer neuartigen 3-D Kanalkameratechnik. Bei dieser 3-D Technik werde ein kombinierter Kamera- und Sensorkopf verwendet. Die Kameras und Projektoren seien elektronisch zusammengefasst, so dass die Projektion von Lichtmustern auf die Rohrwand von der Kamera aufgenommen würden. Abweichung von der Textur würden von der Kamera aufgenommen, so dass damit eine 3-D Modellierung der Rohr Innenoberfläche möglich sei. Weitere Features seien Assistenzsysteme für die Zustandserfassung und Schadensnotation. Das System werde derzeit im Arbeitsalltag der BWB getestet und sei erfolgversprechend.

    In der sich anschließenden Diskussion ging es im Wesentlichen um die Klärung der aktuellen Möglichkeiten der KI bei der Zustandserfassung sowie die Gegenüberstellung bzw. Möglichkeiten der Ergänzung der verschiedenen Ansätze. Allgemein wurde festgestellt, dass die Trefferquote der automatisierten Zustandserfassung bereits jetzt auf einem praxisgerechten hohen Niveau sei und entsprechend in den nächsten Jahren werde eine hohe Marktdurchdringung solcher Systeme erwartet werde.


     
    Neue organisatorische Konzepte für die Kanalinstandhaltung

    Im letzte Vortragsblock stellte Professor Kerres zunächst Stand und Perspektiven der Kanalinstandhaltung dar. Er erläuterte, dass Entwässerungssysteme u.a. aufgrund des Klimawandels erheblichen strukturellen Anpassungsnotwendigkeiten unterlägen: Starkregenereignisse auf der einen Seite und Klimasensitive Stadtentwicklungen, wie bspw. Schwammstadtkonzepte als Reaktion darauf auf der anderen Seite würden zu einer veränderten Entwässerung führen würden. Gleichzeitig ginge es aber darum bestehende Vermögenswerte und funktionierende Infrastrukturen nachhaltig zu wahren. Vor diesen Hintergrund stellte Professor Kerres aktuelle Ergebnisse des Vorhabens „Strategien zur koordinierten baulichen und hydraulischen Sanierung von Kanalisationen“ vor, in dem Konzepte entwickelt seien, aktuelle und zu erwartende hydraulische Engpässe zu sicher identifizieren und effizient geeignete Lösungskonzepte zu entwickeln.

    Bürgermeister Waas und Herr Buchmeier beschrieben die Möglichkeiten, die sich durch die Gründung gemeinsamer Kommunalunternehmen (gKU) insbesondere für kleine Netzbetreiber ergeben würden. Erhaltung und nachhaltige Gemeindeentwicklung müssten auch und insbesondere die Wasser- und Abwasserinfrastruktur als Schatz der kommunalen Infrastruktur umfassen. Das nun gegründete Kommunalunternehmen gKU Abwasserdienstleistung Donau-Wald übernehme vor diesem Hintergrund für die 17 involvierten Gemeinden unter anderem das Instandhaltungsmanagement der kommunalen Entwässerungsnetze. Insbesondere Informationssysteme wie zum Beispiel das Kanalinformationssystem müssten nun nicht mehr von jeder Kommune individuell vorgehalten werden, sondern würden von dem Abwasserdienstleistungsunternehmen zur Verfügung gestellt und betrieben. Die gesamte Dienstleistung und der Kanalunterhalt könnten damit wesentlich wirtschaftlicher als bei einer individuellen Betriebsform durchgeführt werden.

    Dr. Siekmann zeigte in seinem Vortrag neue Wege der Zusammenarbeit in der Verwaltung bei der Instandhaltung von Kanalisationen auf. Zum Substanzerhalt der kommunalen Infrastrukturen würde in Bochum ein ganzheitlicher Ansatz mit Straßenerneuerung, Überflutungsschutz, Rigolenversickerung sowie Grundwasseranreicherung im Sinne eines integralen Projektes Schwammstadt verfolgt. Dies mache ein Aufbrechen bestehender Verwaltungsstrukturen erforderlich. Bewährt habe sich in diesem Zusammenhang die Methode der Agilen Verwaltung, so Dr. Siekmann. Herausforderung aber auch integraler Anspruch der Agilen Verwaltung sei, alle Mitarbeiter gleichermaßen in diesen Prozess mitzunehmen. Es würden kleine Arbeitsgruppen gebildet, so dass parallel an den Themen gearbeitet werden könne und Prozesse seien generell horizontal orientiert, sodass eine breite Kommunikation über alle Hierarchieebenen hinweg ausdrücklich gefördert würde.

    Im Abschlussvortrag von Dr. Falk mit dem Titel „Wasserwirtschaft 2030+ aktuelle Entwicklungen in Dortmund“ wurde thematisiert, dass die Aufgabe der Netzsanierung nach wie vor groß sei und groß bleiben würde, obwohl laut DWA jährlich 1 % der Kanäle in Deutschland saniert würden. Sodann stellte Herr Dr. Falk das Dortmunder Instandhaltungskonzept vor. Dort werde eine gebietsbezogene Sanierungsstrategie verfolgt, die eine bauliche und hydraulische Bedarfsplanung umfasse. Die Verfahren zur Sanierung würden nach technischen Kriterien und der Kostenbarwert-Methode festgelegt. Darüber hinaus werde eine wasserbewusste Stadtentwicklung favorisiert. Hierzu zählten Hochwasserschutz zur Starkregenvorsorge, Anpassung der Generalentwässerungspläne und Neuausrichtung der Generalentwässerungspläne. Allerdings werde sich erst in Dekaden die Wirkung dieser Maßnahmen zeigen. Auch der Kanalbetrieb müsse neu ausgerichtet werden im Sinne des Einsatzes richtiger und angemessener Instrumente wie einer bedarfsangepassten Reinigung oder flexiblen Zyklen für die Inspektion.

    In der Abschlussdiskussion wurde nochmals die Bedeutung der intersektoralen Betrachtung bei der Bewältigung aktueller und Zukünftiger wasserwirtschaftlicher Aufgaben betont und damit auch Bezüge zum ersten Veranstaltungstag aufgezeigt. Großes Interesse bestand zudem an dem praktischen Prozess der Einführung und der Pflege der Agilen Verwaltung vor dem Hintergrund bestehender Verwaltungsstrukturen.


     

     
          Durch ein vielseitiges und international zusammengesetztes Vortragsprogramm wurden beim diesjährigen Lindauer Seminar die Zusammenhänge der Siedlungsentwässerung aus Sicht der Politik, der Betreiber, der Planer und der Hersteller fachkundig und umfassend vorgestellt und von den mehr als 450 Teilnehmern angeregt diskutiert. Es zeigte sich deutlich, dass die Zukunftsfähigkeit der Siedlungsentwässerung nicht ein rein technisches Thema, sondern ein Thema von weitreichender gesellschaftlicher Relevanz ist: Für die Zukunft stehen weniger die finanziellen als die personellen Engpässe im Vordergrund bei steigenden Anforderungen an die Umsetzung. Neben der (Weiter-)Entwicklung innovativer Organisationsmodelle und der technischen Prozessoptimierung ist deshalb zusätzlich eine umfassende und bewusste Digitalisierung der Prozesse anzustreben.

     
    Ein besonderer Dank geht im Namen aller Teilnehmer an die Familie Jöckel und an alle Mitarbeiter der Fa. JT-elektronik GmbH für die hervorragende Gestaltung und Organisation des Seminars.

    Das 35. Lindauer Seminar findet am 09.03.2023 und am 10.03.2023 statt.

    Weitere Informationen zum Lindauer Seminar unter E-Mail: seminar@jt-elektronik.de oder im Internet: www.jt-elektronik.de.


    Volker
    Vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 wird sich unsere JT-elektronik auf der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft präsentieren.

    Seit 1984 stellen wir auf der IFAT in München aus. Neuentwicklungen und verbesserte Techniken standen jedes Mal im Fokus. Die Besucher mit und über Innovation und Optimierungen zu informieren, war und ist der Grundsatz für unsere Messeaktivitäten. Erfolg muss vorbereitet werden, und das ist uns mit der ersten Dreh-Schwenkkopf-Kamera bereits 1984, mit den ersten maßstäblich geplotteten Haltungsuntersuchungsprotokollen, aber auch den vielen Detail- und Strukturentwicklungen wie Lindauer Schere und XYZ-Lageverlaufsmessung und 3D-Lagedetektion ASYS-3D gelungen.

     
    In der Halle C3 auf Stand 105/204 werden neben den in der Praxis bestens bewährten Produkten, wie dem elektronischen Kanalspiegel Fast Picture zur schnellen Haltungs- und Schachtinspektion, der speziellen und einzigartigen, bogen- und abzweiggängigen Lindauer Schere mit dem elektronischen Kanalverlaufsmess-System ASYS-3D und den Einheiten zur Kontrolle und Dichtheitsprüfung von Rohr- und Kanalleitungen, auch die neuentwickelten Produkte ausgestellt.

     
    kanDa Full HD Kanalinspektionstechnik

     
    Mit der „kanDa-Technik“ haben wir unsere Kanalinspektionseinheiten auf ein neues Level gestellt. Im Bereich der Kanal- und Steuerungstechnik der JT-Großanlagen wurde seit vielen Jahren auf die Grundsysteme „Semi-Ex & Professional Ex“ gesetzt. Diese analogen Inspektionskomponenten werden heute noch von vielen unserer Kunden als sehr robustes und bestens praxiserprobtes Gesamtkonzept erworben und eingesetzt. Verschiedene Marktanpassungen und veränderte Personalstrukturen, speziell in der Bedienung der Komplettanlagen, haben uns dazu bewogen, ein neues Technik-, Steuerungs- und KFZ-Aufbau-Konzept zu entwickeln. Mit der neuen „kanDa-Technik“ haben wir eine Optimierung erreicht, nämlich schnelle Steuerungssignale und höhere Videoauflösungen bei weniger Kamerakabel-Gewicht zu ermöglichen und dadurch ein noch besseres Handling und eine noch bessere Qualität der neuentwickelten Fahrwagen und Kamerastrukturen zu erreichen.

    Auch im Bereich der TV-Fahrzeugbedienung wurde ein weiterer Schritt nach vorne gemacht und ein kompletter Neuanfang durchgeführt. Viele kundenspezifische Anforderungen an Handling, Technik und deren optimierte Anwendung wurden von uns umgesetzt und in das Neusystem integriert. „kanDa“ heißt aber auch, noch wirtschaftlicher die TV-Inspektion durchzuführen. Wir haben viele Ideen umgesetzt, um die Tagesleistungen weiter zu erhöhen, den Verschleiß nachhaltig zu vermindern, das tägliche Arbeiten mit unserer Technik zu

    optimieren, um schließlich zu einem erfolgreichen Inspektionsergebnis zu kommen.

     
    Weiter präsentieren wir den neuen Kamerafahrwagen Turbo 150 HD mit der Kamera RZL 150 HD für neue Möglichkeiten bei der Inspektion von Sammelleitungen.

     


     
    Der komplett neu entwickelte Fahrwagen, in Kombination mit der integrierten elektrischen Hub- und Kipp-Einheit, ermöglicht Inspektionen ab DN 150 bis > DN 2000 mm. Das neue Antriebskonzept und die daraus resultierende sehr starke Zugkraft ermöglichen sehr hohe Einfahrtiefen in die Kanalleitung. Eine im Fahrwagen integrierte Kupplungseinheit reduziert die Zeit beim Zurückholen aus der Kanalleitung und verringert den Verschleiß von Getriebe und Motor. Viele weitere Features ergänzen das Grundsystem. Ein zweites Fahrwagensystem ab DN 100 mm sowie neue Einheiten zur Satelliten- und Schachtinspektion vervollständigen die neue Fahrwagen- und Kamerageneration.

     
    Eine zusätzliche Erweiterung für die neue Kamera RZL 150 HD stellt die DN- und Deformationsmessung mittels integriertem Laserkreis dar.

     


     

    Bedieneinheit Mastercontrol und Universal-Joysticks

     

    Eine übersichtliche und flexibel an die Anwendung angepasste Bedienung, sowie integrierte Automatikfunktionen und Assistenzsysteme wie eine Live-Ansicht des Fahrwagen- und Kamerazustands im Kanal, sind nur einige Vorteile des neuen Systems. Der Kanalinspekteur hat somit ein wesentlich

    vereinfachtes und übersichtliches Bedienfeld, welches keine Wünsche an einen modernen Arbeitsplatz offenlässt.

     


     

    Auflösung…Auflösung… Auflösung….

     
    Durch modernste Kamera- und Übertragungstechnik können wir die Live-Bilder in hervorragender Full-HD-Technologie für alle Haupt- und Seitenkanalkameras präsentieren. Die Full- HD-Auflösung wird bei JT nicht über aufwendige LWL-Strukturen übertragen, sondern über ein bewährtes Kupferkabel, welches für die Anforderungen der rauen Kanalumgebung bestens geeignet ist. Das neue Hybrid-Kamerakabel ist nun zusätzlich über 30% leichter und dünner als das Vorgängerkabel. Sollten Ihre Kunden diese hochauflösenden Bilder und Videos aktuell aufgrund der erhöhten Datenmengen und IT-Strukturen noch nicht wünschen, so können Sie problemlos die Videoqualität auf herkömmliche Formate reduzieren.

     
    Neues Datenmanagement erleichtert die Bedienung

     
    Die Interaktion zwischen Inspekteur, der Kameratechnik und des Inspektionsfahrzeugs erfordert eine komplexe

    Datenstruktur. In Zusammenarbeit mit unserem Partner der bluemetric software GmbH bieten wir zusätzlich die anwenderfreundliche Software INSPECTOR und ASYS 3D zur vollständigen Bearbeitung und wirtschaftlichen Erzeugung von kompletten Liegenschaftsplänen an. Somit wird eine höchst effiziente Arbeitsweise garantiert.

     
    KI-gestütztes Assistenzsystem zur Zustandserfassung

     
    Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz wurde beim INSPECTOR ein großer Schritt in die Zukunft umgesetzt. Viele Vorteile bei der Inspektion, deren Ablauf und Auswertung zeichnen dieses System aus.

     
    Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann lassen Sie sich überraschen und besuchen Sie uns auf unserem Messestand. Am besten Sie vereinbaren mit uns einen Termin und wir können mit Ihnen Technik, Effizienz und Effektivität besprechen.

     
    Weitere Informationen erhalten Sie auf www.jt-elektronik.de

     



     

    Info/Kontakt:

    JT-elektronik GmbH, Robert-Bosch-Str. 26, 88131 Lindau, Tel. 08382/967360, www.jt-elektronik.de

    Ansprechperson: B. Eng (FH) Tobias Jöckel, Dipl.-Kffr. Sonja Jöckel, Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Jöckel,

    E-Mail: info@jt-elektronik.de


    Drekopf
    Autor: Lothar Thome, DREKOPF Entsorgung und Kanalservice Gmbh, Krefeld

    Geruchsbelästigungen sind oft ein sehr subjektives Problem der Anwohner von abwassertechnischen
    Einrichtungen. Daher ergibt sich für den Betreiber von abwassertechnischen Anlagen der Bedarf, Messungen in den abwassertechnischen Einrichtungen durchzuführen, um objektive Daten zu ermitteln. Der anaerobe Abbau von Abwasserinhaltsstoffen durch Bakterien ist meist der Grund für die Bildung von geruchsintensiven Gasen. Dabei bildet sich unter anderem das gut zu messende Gas Schwefelwasserstoff (H2S).
    Handelsübliche H2S-Messgeräte werden für Langzeitmessungen verwendet. Dabei bilden sich oft sehr charakteristische Geruchsmuster aus, anhand derer die Ursache für die Geruchsbelästigung sehr gut eingegrenzt werden kann. Anhand der Messergebnisse kann der Betreiber von abwassertechnischen Anlagen Rückschlüsse auf die Ursachen der Geruchsbelästigungen schließen.
     
    Die Kanalluft in Freispiegelkanälen kann Gerüche mit der Kanalluft verbreiten. Aus diesem Grund werden oft Abluftbehandlungsanlagen vorgesehen, die die abgesaugte Luft behandeln.
    Auch versuchte man das Problem durch eine sogenannte Bewetterung der Abwasseranlage
    in betroffenen Bereichen zu lösen.
    Nach anfänglichen Nachjustierungen in den Betriebsparametern läuft das System seit 2014 störungsfrei. Der Anlagenbetrieb konnte seitdem trotz sich verändernder Bedingungen (z. B. Zubau von Wohnhäusern und Anlagen) betriebskostentechnisch optimiert und geruchsbelästigungsfrei gesichert werden.
    Der Bewetterungsbetrieb der Anlage (inkl. der technischen Elemente wie Konvektionssperren,
    Lüfter und Schallschutz, Absauganlage mit Hybrid-Biofilter etc.) läuft stabil und verhindert
    zuverlässig Geruchsemissionen und die Zunahme von weiteren Bauwerksschäden durch biogene Korrosion.
    Insgesamt laufen derzeitig ca. 80 vergleichbare Anlagen deutschlandweit.
     
    Auch bei Pumpwerken kann mit Luftreinigungsanlagen die Geruchsbelästigung eingedämmt werden.
    Das geförderte Abwasser ist meist Schmutzwasser, mit häuslichem und gewerblichem Ursprung und hat bei Ankunft im Pumpwerk schon lange Verweilzeiten im Netz. Der Abwassersammelraum ist stark geruchsbelastet von wo aus der Geruch an die Umgebung abgegeben wird. Außerdem führt die permanent hohe Luftfeuchtigkeit in den Bauwerken zu erheblichen Korrosionserscheinungen an der Bausubstanz und Ausrüstung (Leiter, etc.).
    Durch den Einsatz neuer Luftreinigungsanlage kann die Geruchsbelastung im Bauwerk und der
    Umgebung dauerhaft reduziert und weitestgehend verhindert werden. Ebenfalls kann die Luftfeuchtigkeit gesenkt und somit die Korrosion reduziert werden.
     
    Entgegen der herkömmlichen Abluftbehandlung, die zu behandelnde Luft abzusaugen und außerhalb des Bauwerks zu behandeln, eliminieren Zuluftreinigungsanlagen die Emissionen direkt vor Ort im Bauwerk. Durch Oxidation werden geruchstragende Schadgase, wie H2S, unter anderem chemisch neutralisiert.
    Massive Gerüche können sich nicht im Raum verbreiten und nicht entweichen. Eine Belastung der weiteren Umgebung wird verhindert. Zuluftreinigungsanlagen erzeugen durch Ionisation und technisches UV-Licht aus molekularem Luftsauerstoff große Mengen hoch aktive ionisierte Sauerstoffverbindungen.
     
    Dieser aktivierte Sauerstoff wird durch einen in der Maschine integrierten Ventilator über Rohrleitungen direkt in das Bauwerk geleitet. Die starke Oxidation der Luftschadstoffe bewirkt eine permanente Geruchsbeseitigung direkt im Bauwerk.
    Gleichzeitig wird die Luftfeuchtigkeit gesenkt. Aktivierter Sauerstoff verändert durch Oxidation die Eigenschaften der in der Raumluft vorliegenden Geruchsstoffe (primäre und sekundäre Osmogene) und Schadgase.
    Die chemische Zersetzung der geruchstragenden Moleküle bewirkt eine dauerhafte und effiziente Geruchsneutralisation. Die Oxidationsreaktion der aktivierten Sauerstoffverbindungen ist gleichzeitig
    exotherm und bewirkt eine nachhaltige Reduzierung der Luftfeuchtigkeit im Bauwerk.
     
     

     
    DREKOPF Entsorgung und Kanalservice GmbH
    Ennsstraße 19
    47809 Krefeld
    Telefon: 021 51 – 8 28 30
    www.drekopf-kanalservice.de

    Volker

    34. Lindauer Seminar

    By Volker, in Jt-Elektronik,

    34. Lindauer Seminar:
    „Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme“
     
     Fachbranche trifft sich zur renommierten Fachveranstaltung für Entwässerung, Inspektion und Sanierung von Kanal- und Rohrsystemen
     
     Am 17. und 18. März 2022 findet in der Inselhalle Lindau das 34. Lindauer Seminar statt. Moderierte Vortragsblöcke mit hochkarätigen Referenten, aktuellen Themenschwerpunkten der Branche, Diskussionen zu Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten sowie eine begleitende Fachausstellung machen das Lindauer Seminar zu einem Podium intensiven Informations- und Erfahrungsaustausches. Zu der seit vielen Jahren erfolgreichen Veranstaltungsreihe werden Teilnehmer aus Lehre, Verwaltung, Wirtschaft und der Praxis erwartet. Erfahrungsgemäß nutzten Vertreter der Bundes- und Landespolitik, der Fachverbände und Versicherungswirtschaft die Gelegenheit, um perspektivische Akzente zu setzen.
     
    Aktuelle politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
    Nach Begrüßung durch B. Eng. (FH) Tobias Jöckel, JT-elektronik und einem Grußwort von Dr. Claudia Alfons, Oberbürgermeistern der Stadt Lindau, startet der erste Tag mit zwei Vortragsblöcken. Themenschwerpunkt des von Univ.-Prof. Dr.-Ing Max Dohmann, Aachen, moderierten ersten Teils sind aktuelle politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Dabei geht es u.a. um die Frage, ob die Covid 19-Pandemie Veränderungen für die Siedlungsentwässerung gebracht hat, hinterfragt werden der politische Stellenwert der Daseinsvorsorge und aktuelle Finanzierungsfragen öffentlicher Einrichtungen der Abwasserentsorgung.
     
    Qualitätssicherung bei der Kanalinstandhaltung
    Im zweiten Vortragsblock moderiert Univ.-Prof. Dr.-Ing. F.W. Günthert, München, Themen zur Qualitätssicherung bei der Kanalinstandhaltung. Im Fokus stehen Verpflichtungen für die notwendige Qualität im Kanalbau und bei Kanaldienstleistungen, Merkblätter des RSV–Rohrleitungssanierungsverband e.V. zur Qualitätssicherung, Anforderungen an Inhaber des RAL-Gütezeichens und Handlungsempfehlungen des Verbands zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e.V. Mit einem Blick ins benachbarte europäische Ausland geht es um Umsetzungsansprüche in der Schweiz und um Empfehlungen zur Qualitätssicherung in Österreich.
     
    Aussteller-Forum
    Besucher des Aussteller-Forums dürfen sich auf spannende und interessante Themen freuen: Gigantischer Schlauchliner für Augsburg, Permanentes Monitoring von UV-Strahlern als Voraussetzung der kontrollierten, gesteuerten Aushärtung großer Liner-Durchmesser mit hohen Wanddicken, Einsatz von Close-Fit Liner aus PE-HD mit Praxisbeispielen, 3D-Laserscanning als Werkmittel für optimiertes Vorgehen, als Basisinformation, Baustellenvorbereitung und -überwachung. Schließlich ein neues JT-Fahrzeugkonzept sowie eine Alternative Kanalerfassung und -dokumentation mit Schnelleingaben und KI.
     
    Entwicklungen im Kanalbetrieb – technische Konzepte
    Im dritten Vortragsblock des ersten Veranstaltungstages moderiert Prof. Dr.-Ing. Karsten Kerres, FH Aachen, Vorträge zu aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen für den Kanalbetrieb. Themenschwerpunkte sind auch die Optimierung des Kanalbetriebs mit Hilfe der Telematik, Mikropartikel, AZ-Rohre und Reinigung renovierter Leitungen, Reinigung von Kanälen mit Dokumentation der Ablagerungen, Fahrzeug-Check vor Kanalreinigung sowie Konsequenzen der Digitalisierung für die Personalstrukturen.
     
    Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im Kanalbetrieb
    Der zweite Tag des Lindauer Seminars startet am Freitag mit dem vierten Vortragsblock. Im Mittelpunkt der von Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer, Kaiserslautern, moderierten Vorträge stehen digitale Methoden und das Thema Künstliche Intelligenz: Im Rahmen von Grundlagenermittlung, Zustandskodierung von Abwasserkanälen, Kanalbewertungen, Datenauswertungen oder der automatisierten Inspektion und Zustandsanalyse von Abwasserkanälen.
     
    Neue organisatorische Konzepte für die Kanalinstandhaltung
    Moderiert von Referent Prof. Dr.-Ing. Karsten Kerres, Aachen, geht es bei den Vorträgen des fünften Vortragsblocks um neue organisatorische Konzepte für die Kanalinstandhaltung. Thematisiert werden dazu Stand und Perspektiven der Dienstleistung „Kanalinstandhaltung“, Abwasserdienstleistungen am Beispiel von 17 kleineren Kommunen, Kanalsanierung in der Agilen Verwaltung und die Wasserwirtschaft 2030+ mit aktuellen Entwicklungen in Dortmund.
    Tag der offenen Tür bei JT-elektronik
    Besucher des Lindauer Seminars dürfen sich zum Ausklang der Veranstaltung auf diverse Vorführungen des Veranstalters JT-elektronik freuen - bei Bayerischer Brotzeit. Die 1980 gegründete JT-elektronik GmbH mit Sitz in Lindau/Bodensee ist Entwickler und Hersteller von TV-Inspektionsanlagen und Dichtheitsprüfsystemen. Mit dem Kamerasystem „Lindauer Schere“ und der Softwarelösung ASYS etwa verfügt JT-elektronik über die optimale Einheit für die Inspektion und 3D-Dokumentation von verzweigten (GEA-) Leitungen.
     
     Seit Ende der 1980er Jahre hat sich die Veranstaltungsreihe immer weiterentwickelt. Mit rund 500 Teilnehmern und über 70 ausstellenden Firmen stellt das Lindauer Seminar das größte und bedeutendste deutschsprachige Fachforum für die Siedlungsentwässerung dar. Das Format richtet sich sowohl an Berufseinsteiger als auch an langjährig Erfahrene und bietet auch deshalb einen nachhaltigen Mehrwert. Das Lindauer Seminar wird von Ingenieurkammern gemäß deren Fort -und Weiterbildungsordnung anerkannt. Kontakt für weiterführende Informationen: Dipl.-Kffr. Sonja Jöckel, Telefon 08382/967360, Email: sonja.joeckel@jt-elektronik.de und: www.jt-elektronik.de mit Anmeldemöglichkeit.
     
     
     
    Bild: Blick vom Pfänder auf Lindau/Dieter Kubeth
     
    Seminarprogramm_2022_V1-30-11-2021.pdf

    iPEK International
    Wir, und namhafte Hersteller aus der Kanalbranche, laden Dich herzlich zu unseren Tagen der offenen Tür an unseren Servicestandorten ein:

    • Dortmund, 09.09.2021
    • Leipzig, 23.09.2021 und
    • Karlsruhe, 14.10.2021
     
    TESTEN | ERLEBEN | INFORMIEREN | AUSTAUSCHEN
    Wir und unsere Partner bieten Dir ein spannendes Programm zu folgenden Themen:
    Neueste Entwicklungen im Bereich Kanalinspektion, Einspülen des Satelliteninspektionssystems, automatische Analyse der Inspektionsvideos (AI), Reporting für TV-Inspektion, Software-Trends, Leitungs- und Sondenortung, Quick-Lock Manschetten setzen, Absperrblasen, Schachtinspektionssystem Cleverscan, Digitale Bildungskonzepte für die Zukunft, Fräsroboter im PVC-Rohr uvm.
     
    Klicke hier für mehr Informationen zum Programm: https://www.ipek.at/tdot

    Melde JETZT Deinen Besuch an: https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=RnFUxpzhLk-f-QHWRmnSKTkY9iyqXU1Ctm-97kXa63ZUOTZSS0VLMFBZRFRLNEtDMjFZRzBNR00zUi4u
     
    Bitte beachte, dass auf Grund der aktuellen COVID-19 Situation eine Anmeldung zwingend erforderlich ist - vielen Dank im Voraus für Dein Verständnis!
     
    Wir, und unsere Partner freuen uns auf Dich,
    Euer iPEK Team
     
     

    Volker
    Nächstes Lindauer Seminar

     „Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme“ am 17. und 18. März 2022

     

     

    LINDAUER SEMINAR – der Branchentreff mit Tradition

     

    Trotz sinkender Inzidenzwerte ist die Inselhalle Lindau aktuell mit nur ca. 150 Personen zugelassen und somit für uns nicht so nutzbar, dass für alle Beteiligten die Traditionsveranstaltung zum Thema „Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme“ im gewohnten Umfang stattfinden kann.

     
    Das bedauern wir sehr und hoffen, dass im nächsten Jahr die dann geltenden Rahmenbedingungen, eine erfolgreiche Präsenz-Veranstaltung im ähnlichen Rahmen „wie früher“ ermöglichen.


    Mehrere Hundert Teilnehmer, über 60 ausstellende Firmen und die Zeitfenster für den Small Talk sind für die Interessenten und Stammkunden der Lindauer Seminare Gewohnheit und selbstverständlich. Das wünschen wir uns auch für das nächste Lindauer Seminar, das wir für den 17. und 18. März 2022, zum gewohnten Frühjahrstermin, planen.


    Das Seminarprogramm für eine abwechslungsreiche Veranstaltung, in welcher auch diese speziellen und von der Pandemie geprägten Zeiten und Themen integriert sind, hatten wir bereits für 2021 entworfen und wird nun von uns und den Seminarleitern, den Univ.-Professoren Dr.-Ing. Wolfgang Günthert, Dr.-Ing. Max Dohmann, Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer und Prof. Dr.-Ing. Karsten Kerres auf die neuen Anforderungen 2022 korrigiert, ergänzt und optimiert.


    Die neuen politischen Forderungen betreffen sicherlich ebenfalls einen „klimaneutralen“ Kanalunterhalt, dazu werden in weiteren Referaten erste Ansätze vorgetragen und mit den Teilnehmern diskutiert.


    Mit der Präsenzveranstaltung wollen wir die bewährten Seminare der Vorjahre fortsetzen. Online oder virtuell ist nicht die perfekte Möglichkeit sich auszutauschen, ganz zu schweigen zu den vielen fehlenden Fach-Zwischen-Gesprächen während, vor und nach dem Seminar, auch mit den vielen Ausstellern.


    Wir hoffen, die dann geltenden COVID-19-Vorgaben und die Inzidenz-Zahlen erlauben die vollumfängliche Nutzung der Inselhalle am 17. und 18. März 2022 und freuen uns schon jetzt auf eine tolle und anspruchsvolle Präsenzveranstaltung mit vielen Teilnehmern im gewohnten Umfeld.



    Die Veranstaltungsreihe „Lindauer Seminar“

    Die 1980 gegründete JT-elektronik GmbH mit Sitz in Lindau/Bodensee ist Entwickler und Hersteller von TV-Inspektionsanlagen und Dichtheitsprüfsystemen. Mit dem Kamerasystem „Lindauer Schere“ und der Softwarelösung ASYS verfügt JT-elektronik über die perfekte Einheit und Equipment für die Inspektion und 3D-Dokumentation von verzweigten (GEA-) Leitungen.

     
    Die JT-elektronik ist Veranstalter des Lindauer Seminars. Diese Veranstaltungsreihe hat sich seit Ende der 1980er Jahre immer weiterentwickelt und ist ein bedeutendes deutschsprachige Fachforum für die Siedlungsentwässerung. Der Mehrwert einer Seminarteilnahme ist für den Sach- und Fachkundigen, egal ob langjährig Erfahrene oder auch Neu- oder Quereinsteiger von großer Bedeutung. Hier trifft sich die Branche und tauscht sich aus, zumal auch die neuen Techniken, Aspekte und Umsetzungen immer den Mehrwert für das Lindauer Seminar generieren.

     
    Kontakt für weiterführende Informationen: Dipl.-Kffr. Sonja Jöckel, Telefon 08382/967360, E-Mail: sonja.joeckel@jt-elektronik.de und: www.jt-elektronik.de.


    Volker
    Aus- und Fortbildungsangebot bei JT-elektronik
     
     
     
    Aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie wurde die diesjährige Fortbildung für Fachkundige nach DIN 1999-100 und DIN 4040-100 erstmalig als Online-Veranstaltung am Fr. 07.05.2021 angeboten. Obwohl leider der gewohnte Kontakt zu Kollegen und Lehrgangsleiter fehlte, war das Feedback der Teilnehmer zum virtuellen Event sehr positiv. Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei den interessierten Teilnehmern, den externen Referenten und dem Lehrgangsleiter Dr.-Ing. Jürgen Hinrichsen für diesen erfolgreich durchgeführten Online-Fortbildungstag!
     
     
     
     
     
     
    Für diejenigen, welche die Fortbildung 2021 noch benötigen, bieten wir in diesem Jahr weiterhin einen Präsenztermin in der JT-Seminarhalle in Lindau an:
     
     
     
    Präsenz-Fortbildung zur Fachkunde DIN 1999-100/DIN 4040-100 am Fr. 24.09.2021
    Inhalte der Fortbildungsveranstaltung:
    Zum Erhalt der Fachkunde ist die jährliche Fortbildung auf dem jeweiligen Fachgebiet (DIN 1999-100, DIN 4040-100) erforderlich. Die als Workshop angebotene Fortbildung dient dem Erfahrungsaustausch, geht vertiefend auf die Praxis ein, nimmt sich fachlichen Themen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an und berichtet über gesetzliche und normative Neuerungen. Behörden verlangen nicht nur den Nachweis der Fachkunde, sondern zunehmend auch den Nachweis der regelmäßigen Teilnahme an Fortbildungen.
    Lehrgangsleiter:
    Dr.-Ing. Jürgen Hinrichsen, Mitglied der nach AwSV zugelassenen Sachverständigen-Organisation AGU-TSO und langjährig tätiger und praxisbezogener Prüfingenieur.
    Kursgebühren:
    Kursgebühren pro Teilnehmer € 270,-- zzgl. MwSt.
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    Für Interessierte, welche die Fachkunde erst noch erwerben möchten, gibt es den folgenden Präsenztermin in Lindau:
     
     
     
    Lehrgang: Fachkunde DIN 1999-100/DIN 4040-100 (J-01-2021) am 23.-25.09.2021
     
     
     
    Inhalte:
    Die Generalinspektion von Abscheideranlagen unterliegt gesetzlichen und normativen Bestimmungen und darf nur von Fachkundigen durchgeführt werden. Nach Teilnahme an einem Fachkundelehrgang ist zum Nachweis der Fachkunde das Ablegen einer Prüfung erforderlich.
    Der Lehrgang erfüllt die Bestimmungen zur „Erlangung der Fachkunde im Sinne der DIN 1999-100 und DIN 4040-100“.
    Die erworbene Fachkunde wird für drei Jahre bescheinigt und wird bei nachgewiesener jährlicher Weiterbildung um weitere drei Jahre verlängert.
     
     
     
    Lehrgangsleiter:
    Dr.-Ing. Jürgen Hinrichsen, Mitglied der nach AwSV zugelassenen Sachverständigen-Organisation AGU-TSO und langjährig tätiger und praxisbezogener Prüfingenieur.
     
     
     
    Kursgebühren:
    Schriftliche und praktische Prüfung mit Zertifikat
    Kursgebühren pro Teilnehmer € 1.050,-- zzgl. MwSt.
    (inkl. Ausbildungsunterlagen, Berechnungsprogrammen und GI-Berichtsvorlagen)
     
     
     
    Die Anmeldung und weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage https://www.jt-elektronik.de/de/termine/veranstaltungen.
     
     
     
    Bei Rückfragen steht Ihnen auch Frau Sonja Jöckel (über kurs@jt-elektronik.de) oder persönlich unter Tel. 08382-96736-35 zur Verfügung.
     
     
     
     
     
     
    Info/Kontakt:
    JT-elektronik GmbH, Robert-Bosch-Str. 26, 88131 Lindau, Tel. 08382/967360, www.jt-elektronik.de
    Ansprechperson: Dipl.-Kffr. Sonja Jöckel, Cornelia Jöckel-Tschada, Email: kurs@jt-elektronik.de
     
     
     

    Volker
    Nachdem mit 3D-Kameraequipments auch Querschnitte von Abwasserleitungen vermessen werden sollen, wollen wir uns dem Thema kurz widmen. Vielen von Ihnen sind diverse Fachberichte zu Laserscann, photographischen und manuellen Messmethoden bekannt. Ein perfekteres Vorgehen erfordert jedoch eine detaillierte Lasermessung, wie die Firma Zoller + Fröhlich eine entsprechende Technologie entwickelte, konstruiert und auch vertreibt. Mit unserer Partnerfirma scandric 3D SOLUTIONS aus Bochum haben wir bereits mehrere Kanaluntersuchungen mit dem Scanner Z+F IMAGER 5016 realisiert.

     

    Nun eine knappe, sicherlich auch unvollständige Zusammenfassung über vorhandene Systeme:

     

    Mechanische Sensormessung über Kufen und Winkelveränderung
    Bildauswertung über an die Rohrwand projizierte Laserkreise
    Profil und Abstandsmessung mittels Triangulation
    Laserscann über 2 Lichtpunkte mit der anschließenden softwaretechnischen Photogrammmetrie
    Laservermessung mittels reflektierter Laufzeit- und somit Entfernungsmessung
     

    Zu 1.

    Bereits in den 90er Jahren hat die in Gera ansässige Firma Optimess ein Verfahren mit 3 und 4 Kufen entwickelt. Die mechanische Einheit wurde durch den Kanal verfahren und gleichzeitig wurden über die Winkeländerungen der auf der Rohrwandung anliegenden Kufen die Durchmesser berechnet. Eine präzise Profil- oder Querschnittsmessung war jedoch nicht möglich, da die Bewegung nicht radial, sondern nur in der Rohrlängsachse erfolgte. Eine von JT entwickelte Radial-Kreismessung wurde aufgrund der aufwändigen Handhabung nicht weiterverfolgt.

     

    Zu 2.

    Mittels einer rotierenden Vorrichtung werden permanent Lichtpunkte auf die Rohrwandung projiziert, welche die Kanalkamera aufnimmt. Diese auf der Kanalwandung reflektierten Messkreise werden softwaremäßig und bildtechnisch ausgewertet. Ein Hilfsmaßstab definiert mit 2 Kanten eine Breite, welche als Referenzlänge verwendet wird. Damit sind Kreisprofile, aber auch andere Kanalquerschnitte ziemlich genau messbar, wobei an sich nicht vermessen, sondern die abgebildeten Laser-Lichtkreise über die Software gemessen werden.


     
    Zu 3.

    Triangulation ist eine geometrische Methode der optischen Abstandsmessung durch genaue Winkelmessung innerhalb von Dreiecken. Die Berechnung erfolgt mittels trigonometrischer Funktionen. Vereinfacht könnte man auch sagen, dass von zwei Punkten, deren Abstand bekannt ist, Winkelmessungen zu beliebig anderen Punkten im Raum erfolgen, um deren Lage eindeutig zu bezeichnen (Wikipedia 2/2021). Bei diesem Verfahren werden im Kamerakopf optische Sender und Empfänger eingebaut, die während der Kreisrotation die Abstände erfassen und das Profil und den Rohrumfang berechnen. Eine vollumfängliche Aussage zu Querschnitt und Deformation, Rohrversätzen, etc. ist während eines Fahrbetriebs vermutlich nur eingeschränkt möglich.

     

    Zu 4.

    Bei dieser Rohr-Durchmesser- und Umfangsberechnung wird eine Bildverarbeitungssoftware verwendet, welche den Abstand der zwei auf der Rohrwand projizierten und im Kreis rotierenden Laserbildpunkte kontinuierlich berechnet. Die auf der Kanalwandung reflektierten Laserpunkte sind optisch sichtbar und die Foto- bzw. Bildauswertung erkennt stetig diese beiden Punkte und berechnet deren Abstände. Über die Winkel des Kamera-Objektivs wird nun der Abstand der Kamera zur Rohrwandung in speziellen Rechenvorgängen berechnet. Durch die permanente Kreisbewegung der Kamera werden mit den berechneten Abständen und der zugehörigen Kreiswinkel der Rohrumfang in sehr komplexen Rechenvorgängen errechnet.
     

    Die Tücken einer solchen Messung, die nur auf einer Bildverarbeitung basieren, sind vielfältig. Wenn die Kamera z.B. nicht 90 Grad zur Rohrwandung positioniert ist, dann entstehen sogenannte Winkelfehler, weil die Punkte nicht im gleichen Abstand auf die Rohrwandung treffen. Wie sehen die Reflexionspunkte auf trockenen und feuchten oder nassen Rohroberflächen aus? Sind es präzise Rückstrahlpunkte oder verschwimmen diese auf der Rohrwand? Sollte der Kamerafahrwagen nicht optimal in der Sohle fahren, werden über verschiedene Neigungen und Schrägstellungen der Kamera auch diese Fehlstellungen gemessen und verschlechtern somit vermutlich das Messergebnis. Die automatische Erkennung der beiden Laserpunkte versagt, wenn diese Punkte nicht präzise rückgestrahlt werden. Ein Problem grundsätzlicher Art entsteht, sofern die Rohrsohle nicht abwasserfrei ist. Aber das betrifft an sich alle Messverfahren.

     

    Diese Methode ist jedoch ausreichend, um mit den zwei Laserpunkten statisch und rechnerisch die Breite von Rohrverbindungen oder Muffenversätzen in der Länge und Höhe zu messen, aber auch um Risse oder die Durchmesser von Anschlusskanälen zu ermitteln. Dies erfolgt mathematisch in einem Dreisatz, weil die sichtbaren Laserdioden auf dem Monitor einen bestimmten Abstand definieren.

     

    Zu 5.

    Ein Laserscann funktioniert gänzlich anders. In Wikipedia finden wir:

    Laserscanning (auch Laserabtastung) bezeichnet das zeilen- oder rasterartige Überstreichen von Oberflächen oder Körpern mit einem Laserstrahl, um diese zu vermessen, zu bearbeiten oder um ein Bild zu erzeugen. Sensoren, die den Laserstrahl entsprechend ablenken, heißen Laserscanner. Ein Laserscanner, der neben der Objektgeometrie zusätzlich die Intensität des reflektierten Signals erfasst, wird abbildender Laserscanner genannt. Die Aufnahme der Intensitätswerte des von den aufgenommenen Oberflächen reflektierten Laserlichtes erfolgt bei heutigen Lasermesssystemen in 16-bit-Graustufen. Im Ergebnis erhält man ein Abbild der Oberflächen ähnlich dem eines Schwarzweißfotos.

     

    In der Zusammenarbeit der Lindauer JT-elektronik mit dem Laserscanner-Hersteller „Zoller + Fröhlich“, die in Wangen/Allgäu ansässig ist, wurde bereits 2015 deren Graustufen-Scanner mit einer speziellen Farb-Fototechnik und integrierter Beleuchtungseinrichtung erweitert. Der heutige Z+F IMAGER 5016 realisiert somit nicht nur millimetergenaue XYZ Koordinaten, sondern darüber hinaus 42 Einzelfotos mit bis zu 11 Belichtungsstufen (HDR). Die Einzelfotos werden softwaregesteuert zusammengesetzt. Das Ergebnis ist ein 360° Panoramafoto, perfekt ausgeleuchtet ohne Über- und Unterbelichtungen. Jedem Farbpixel ist eine XYZ Koordinate zugeordnet, die ideale Grundlage für eine Vielzahl ingenieurtechnischer Fragestellungen.

     

    Ein Laserscann ist vereinfacht gesagt eine kontinuierliche Abtastung der Umgebung, welche in vielen Drehbewegungen erfolgt. Das lasergesendete Signal wird auf dem Gegenstand zurückreflektiert und die Laufzeit des Laserstrahls definiert die Entfernung zum Objekt. Die interne Software berechnet somit präzise den Abstand zwischen Scanner und Objekt. Zu flache Winkel reflektieren nicht, auch abgeschattete Bereiche können nicht gemessen werden. Aus diesem Grunde sind mehrere Scans an verschiedenen Positionen erforderlich. Diese Einzelscans werden softwareseitig zu einer kompletten 3D-Punktwolke zusammengesetzt und können bei Bedarf direkt in ein amtliches Koordinatensystem (z.B. UTM) überführt werden. Der Laserstrahl misst präzise und die Fototechnik unterstützt, wäre die Zusammenfassung.

     

    Durchführung einer Vermessung

     

    Wir fahren den Z+F IMAGER 5016 auf einer Vorrichtung vor dem Kamerafahrwagen und positionieren diese Einheit meistens kurz vor einer Rohrverbindung oder auch einem besonderen Ereignis, wie z.B. Ausbrüche, Scherbenbildung, Anschlüsse, Deformierungen, etc.. Somit werden meist in 2 bis 5 m langen Abschnitten komplette 3D-Scans erzeugt, welche in der Nachbearbeitung eine Zylinderdarstellung des Rohres generieren. Zu wenige oder zu weit auseinanderstehende Positionen des Laserscanners verschlechtern die Berechnungen und die Darstellungen. Sogenannte Abschattungen sollten vermieden werden.

     

    In unserer seit 2016 bestehenden Zusammenarbeit mit der Firma scandric 3D SOLUTIONS konnten schon viele gemeinsame Aufträge abgearbeitet werden. Oftmals waren es Erstaufnahmen zu einer Beweissicherung, aber auch der Oberflächenmessung von Straßen und Schachteinbauten. Durch den Einsatz weiterer Messensorik wie z.B. hochwertiger IMUs, so werden spezielle Lage- Höhendetektoren bezeichnet, können Daten und Anforderungen an die Untersuchung noch weiter gesteigert und somit die Auswertungen noch perfekter und aussagefähiger gemacht werden. Präzise Umgebungs- und Schachtaufnahmen mit den hochgenauen Laserscans in den Haltungen gewährleisten die besten Voraussetzungen, um den Bestand zu dokumentieren, aber auch für eine spätere Bearbeitung im Büro als z.B. „digitale Baustelleneinrichtung“.

     

    Zusammen mit der generierten Laservermessung einer gesamten Haltung und der Inspektion von Anschlusskanälen können komplette Kanalnetz Darstellungen virtuell in 3D erzeugt werden. Mit der Software ASYS 3D von der Firma bluemetric software aus Griesheim, welche die XYZ-Lagedetektion von Grundstücksanschlussleitungen und GEA-Kanälen erfasst und berechnet, werden somit Abwassernetze komplett in der Lage berechnet und perfekt in den XYZ-Koordinaten dargestellt. Mehrere virtuelle Darstellungen und Ergebnisse finden Sie beispielsweise auf www.jt-elektronik.de oder www.scandric.de.

     

    Beispiel zu Messung und Auswertung

     

    Eine im vergangenen Jahr erfolgte Untersuchung musste Fehlerquellen bei der Verlegung von Maulprofilen erkennen und beweisen. Die hochauflösende und millimetergenaue Lasertechnologie konnte somit „Licht ins Dunkel“ bringen.

    Bestandssicherung, Gewährleistungsdokumentationen, aber auch die Strukturen zu BIM erfordern die hochwertige Laserscan-Technologie, auch wenn aktuell die Einsatzbereiche erst bei Rohren größer/gleich DN 500 liegen.

    Eine vernünftige Qualität zur Rohr- oder Kanalprofil-Vermessung erfordert auch eine bessere Technik. Nachhaltig zu agieren muss jedoch nicht teurer sein als eine aufwendige und herkömmliche Ingenieurleistung. Eine TV-Kanalinspektion mit der Ergänzung über die Laserscan-Messungen gewährleistet eine vollinhaltliche Aussage zum Kanal, aber auch der Lage, der Lageabweichungen und Deformationen. Das ist nicht so aufwändig wie es sich anhört, muss jedoch gänzlich und vollumfänglich, auch mit entsprechenden Absperr- und Rückhalte-Szenarien realisiert und letztendlich auch bezahlt werden.

     

     

     

    Autoren:

    Dipl.-Ing. (FH) Erik Büttner, scandric 3D SOLUTIONS, Bochum

    Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Jöckel, JT-elektronik GmbH, Lindau

     

     

     

    Info/Kontakt:

    JT-elektronik GmbH, Robert-Bosch-Str. 26, 88131 Lindau, Tel. 08382/967360, www.jt-elektronik.de

    Ansprechperson: Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Jöckel, B. Eng (FH) Tobias Jöckel, Dipl.-Kffr. Sonja Jöckel

    Email: info@jt-elektronik.de

     

    scandric 3D SOLUTIONS, Pieperstr. 37, 44789 Bochum, Tel. 0234-54425290, www.scandric.de

    Ansprechperson: Dipl.-Ing. (FH) Erik Büttner

    E-Mail: info@scandric.de





    iPEK International
    Rohr- und Kanalreinigung ohne Kamerakontrolle ist wie ein Glückspiel. Die Leitungen können sauber oder schmutzig sein. Um dies herauszufinden, müssen nach der herkömmlichen Reinigung Sichtprüfungen mittels Rohr-Kanalkameras durchgeführt und gegebenenfalls noch einige Male nachgereinigt werden. Um sich diesen unnötigen Aufwand, Zeit und Kosten zu sparen und die Kanal-Rohrreinigung unmittelbar nach dem Einsatz bewerten und beenden zu können, unterstützt die neue sehende HD-Düse XPECTION LITE von iPEK. Die XPECTION LITE ist das optimale Werkzeug für Rohrdimensionen von DN200 bis DN1000, wenn es um effiziente Arbeitsabläufe bei der Rohrreinigung geht.
     
    Ausgangslage
    Abfluss-AS Berlin hat die XPECTION LITE bei intervallmäßigen Servicearbeiten bei diversen Supermarkt Discountern im Parkplatzbereich eingesetzt, wo es wichtig war, schnell und ohne große Behinderungen die Rohrreinigungen, sowie Inspektionen durchzuführen. Den jeweiligen Auftraggebern reichte eine einfache Inspektionsberichterstattung über den Zustand der Rohrreinigung, welcher durch die XPECTION LITE erstellt und als aussagekräftiges HD-Video per WLAN übermittelt werden konnte.
     
    Abfluss-AS Berlin ist seit 1968 die Berliner Zentrale der Abfluss-AS Allianz und bietet höchste Kompetenz in der Rohr- und Kanalreinigung. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich von der kleinsten Spülbeckenverstopfung bis hin zur Rohr-, Kanal- und Großprofilreinigung.
    Die Ingenieure und Monteure sind speziell für die vielfältigsten Kundenanforderungen ausgebildet. Die Rohrreinigung erfolgt mit modernsten elektromechanischen Rohrreinigungsmaschinen.
    Weiterhin kommt je nach Erfordernissen auch die Hochdruckspülung in den Bereichen der hydrodynamischen Verstopfungsbeseitigung und Grundreinigung von Rohren im Dimensionsbereich DN100 bis DN500 zum Einsatz. Verwendet werden die effektivsten Geräte wie Rotationsdüsen, Wurzelfräsen, Hartkopfwerkzeuge u.a. Für den Bereich der Leitungen bis DN300 setzen sie daneben Kameraanlagen ein, die jederzeit mit dem Servicefahrzeug zur Verfügung stehen.
     
    Durchführung der Reinigung und Inspektion mit der XPECTION LITE
    Geschäftsführer Michael Dressel der Abfluss-AS Berlin hat sich mit seinen Bereichsleitern des Rohrreinigerteams in den letzten Monaten durch den Einsatz der sehenden HD-Düse von ihren Vorteilen überzeugen können. Sie konnten etliche Ersparnisse an Treibstoffkosten, sowie Wasserbedarf für die Hochdruckspülanlage und natürlich auch sehr viel Zeitgewinn bei der gesamten Rohr-Kanalreinigung und der gleichzeitigen Inspektionen verzeichnen. Keine zusätzliche Schiebe- bzw. Fahrwagenkamera wurde benötigt, um ein aussagekräftiges Video und Bildmaterial der Reinigungsarbeiten für die Rechnungsstellung an den Auftraggeber zu erstellen.
     
    Montiert wurde die aufgeladene Kamera auf den Düsenschlitten DN200 einfach durch einen Schnappschluss Mechanismus. Der Düsenschlitten wurde an den 100m Gummihochdruckspülschlauch montiert und der Spülvorgang mit der XPECTION LITE HD-Düse wurde mit einer Spülleistung von 75 Liter/Minute bei 150 Bar realisiert. Der Düsenschlitten ist mit 6 Keramikdüseneinsätzen bestückt und verfügt über ein kraftvolles Strahlbild, damit eine effektive Reinigung des Rohrsystems gewährleistet werden kann. Die gratis Software SEWERLINK, die als APP von der iPEK Webseite kostenlos heruntergeladen werden kann (I-pad/ Android/Windows), ermöglicht eine Dateneinschreibung der Kameraaufzeichnung:  Inspekteur/Straße/Schacht/Haltung etc.
     
    Nach dem Start der Aufnahme wird die XPECTION LITE wie eine gewöhnliche Düse in die Haltung eingespült und wie bei einer herkömmlichen Rohrreinigung bedient. Nachdem die Düse wieder zurück am Schacht angekommen ist, stoppt man die Kameraaufnahme und lädt sich das gespeicherte HD-Video auf das Tablet oder Smartphone. Somit kann sich der Rohrreiniger unmittelbar von seinem Reinigungserfolg überzeugen. Aus dem HD-Video können nachträglich auch Fotos erstellt und abgespeichert werden. Die Inspektionsberichte über den Zustand der Rohrreinigung konnte Abfluß-AS nach drei Minuten direkt vom Einsatzort an den zuständigen Auftraggeber mittels WLAN übersenden. „Mich und meine Auftraggeber hat die rationelle Abwicklung der Rohrreinigung und der Inspektionsberichte total begeistert“, fügte Michael Dressel am Ende des Spülvorgangs hinzu.
     

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