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Wie hoch ist die tatsächliche Gefahr durch giftige Gase im Kanal?


Guest Stegel

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Guest Stegel

Hallo,

auf Grund meiner Tätigkeit höre ich viel über Vorschriften zur Sicherheit bei Kanalarbeiten. Besonders wenn es um giftige Gase geht.

Meine Frage ist, wie hoch schätzt Ihr die Gefahr durch giftige Gase ein? Ist das alles übertrieben und man kann sorgenfrei in die Kanäle einsteigen oder sind die geforderten Sicherheitsmassnahmen wirklich notwendig. Stichwort Freimessung mit einem Gaswarngerät.

Wie wird das in eurem Umfeld gehandhabt.

Gruss

Stegel

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  • w_katz

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Wie hoch die Gefahr ist kann ich nicht sagen.

Ich hatte noch nie einen solchen Fall.

Viel wichtiger ist doch das die Moeglichkeit besteht.

Und ohne entsprechende Sicherung kann es das erste und das letzte mal

sein.

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  • Abwesend
19matze80

Hallo,

hierzuland hatte ich nur wenige Faelle von Gas im Kanal, da die meisten ja vorher gereinigt wurden...

Aber es kann immer vorkommen ... kleine Geschicht, beim "Erleichertn" im Schacht vorher nicht gemessen ... runtergestiegen und ploetzlich faengt das Ding an zu piepen ... kannst ja nicht so einfach aufhoeren ... Luft anhalten und raus ... da wird einem schon komisch ... egal wenn runter dann Gaswarngeraet vorher rein und nicht nur mitnehmen ...

In diesem Sinne Gruss Matze

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  • Anfänger

Hallo Stegel

Ich denke das es leider immer noch viel zu lasch gehandhabt wird, ich kann nicht erkennen das es in den letzten Jahren viel Sicherer geworden ist, das eine

sind die Vorschriften das andere ist der latente verdeckte Druck diese Vorschriften nicht einzuhalten , da Zeit Geld.

Offen wird dir das niemand bestätigen, wenn ich mir aber die Abfolge verschiedener Aufträge am Tag anschaue, ist mir klar

das sich da niemand um Genehmigungen, Freigabescheine oder den 2. Mann gekümmert hat, der laut Auftrag eigentlich dabei sein sollte.

Und irgendwann wird man müde darauf immer die Disposition Aufmerksam zu machen.

Es ist wie überall , wo keine Kontrolle .......

Gruss Markus

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  • Abwesend

moin

ich finde dass man vor Kanälen nicht den Respekt verlieren sollte! Gas Bildung habe ich hin und wieder mal gehabt, aber musste noch nie meinen Selbstretter in Gebrauch nehmen und ich bin auch nicht wirklich scharf da drauf. Zu 90% kam es dann vor wenn der Kanal nicht gereinigt war.

Aber das oberste Gebot bei uns Inspekteuren sollte sein auf sich acht zugeben. keiner bezahlt einen selbstverschuldeten Unfall, es ist auch immer nachweisbar das man nicht auf die psa geachtet hat. Wenn ich mit einem gebrochenen Bein unten im Schacht liege, kommt sofort die Frage auf „wo ist das dreibein?“ wenn es da war und ich trotzdem unten liege kommt die Frage „wurde das dreibein geprüft? bzw. das höhensicherungsgerät“, „wurde der Gurt geprüft?“ auch wenn es lästig ist die psa unser bester Freund während der Arbeitszeit

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  • Ehrenmitglied

Hallo w_katz,

gute Einstellung von Dir. Schau Dir doch mal in der Galerie ein von mir eingestelltes Foto an , das da heißt "Gaswarnmessgerät". Unter Umständen findet man hier dann später lediglich die Schuhe. Das es sogar Sicherheitsschuhe waren, hilft dann auch nicht mehr so recht weiter.

Gruß, Günter ;)

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  • Abwesend

moin günter

ich habe mir die bilder angeguckt und es ist teilweise nicht zufassen wie leicht fertig die meisten mit ihren leben spielen. wir sollten uns halt die zeit nehmen, auch wenn der zeit druck da ist und man sagt "zeit ist geld"

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  • 2 weeks later...
Guest Stegel

Vielen Dank für die große Teilnahme.

Das ist in vielen Bereichen der Industrie in Deutschland so. Antworten wie" So machen wir das seit 30 Jahren und da ist noch nie was passiert." oder "Wir haben noch nie Alarme gehabt." höre ich sehr oft. Es freut mich sehr, dass nicht jeder eine Horrorstory aus seinem Alltag erzählen kann, aber dass ein Bewusstsein und die Verantwortung zu einem sicheren Arbeitsumfeld vorhanden ist, merkt man deutlich. Das tückische ist einfach die Gefahr das man das nicht Vorhersehen kann.

Aus meiner Praxis kann ich sagen dass wir Gaswarngeräte zum Überprüfen bekommen und dabei immer auch den Speicher auslesen müssen. Da kommen häufig Sachen zum Vorschein die sich keiner vorstellen kann. Bei manchen Geräte ist die Häufigkeit der Alarme oder die Höhe der Alarmwerte die uns in erstaunen versetzt.

Aber leider muss sich manchmal auch die Sicherheit der Marktwirtschaft unterwerfen. Manche Firmen haben ein großes Sicherheitsbewusstsein und manche einfach nicht. Da aber ein hohes Mass an Sicherheit immer mit der Investition von Geld verbunden ist, sind natürlich Firmen mit einem geringeren Kostenaufwand flexibeler in Ihrer Preisgestaltung nach unten. Manchmal sehe ich vorbildliche Ausschreibungen mit Sachen wie 2. Person, Dreibaum und Gaswarngerät etc, manchmal fehlen aber auch diese Sachen komplett. Hin und wieder wird so etwas von der Kommune oder dem Güteschutz Kanalbau kontrolliert. Leider ist das nicht die Regel.

Gruss

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  • 4 months later...
  • Moderator

Meine Frage ist' date=' wie hoch schätzt Ihr die Gefahr durch giftige Gase ein? Ist das alles übertrieben und man kann sorgenfrei in die Kanäle einsteigen oder sind die geforderten Sicherheitsmassnahmen wirklich notwendig. Stichwort Freimessung mit einem Gaswarngerät.

Wie wird das in eurem Umfeld gehandhabt.

Gruss

Stegel

[/quote']Hatte letzte Woche eine Neubauabnahme von ein paar Haltungen einer neu gebauten Turnhalle.

Ein Schacht im Aussengelände war ca. 3-3,5m tief und hatte einen geschlossenen Putzdeckel. Oben lag nur so ein provisorischer Deckel aus Stahl drauf.

Kollege ist runter zum Aufschrauben. War nix auffällig, Gaswarngerät hat nix angezeigt. Den Deckel unten und oben hatten wir dann aufgelassen, weil wir nicht wussten, ob wir nochmal reinmüssen. Nach ca. 2 Stunden bin ich dann nochmal runter, um den Deckel wieder zuzuschrauben. Ich war noch nicht ganz unten, da hat mein Gaswarngerät schon geschrien. Bis ich wieder oben war (Und ich war schnell oben!) hatten bereits alle 3 Alarmstufen ausgelöst.

Oben angekommen habe ich schnell auf´s Display gekuckt Da hatte ich gerade noch bei Schwefelwasserstoff die 70ppm gesehen, hat aber schnell wieder auf 0 runtergezählt.Ich denke, dass es so 80-90ppm unten waren.

Möchte damit zeigen, dass sowas auch bei Neubauten passieren kann. Die Turnhalle war sogar noch im Rohbau.

Nach weiteren 2 Stunden hatte ich dann die Idee das mal mit der Digicam festzuhalten. Wir sind also nochmal zu dem Schacht und haben das Gaswarngerät runtergelassen. Hat dann ein paar Minuten gedauert. Alarm ging los, waren aber nur noch 7ppm. Vorführeffekt!!!

Grüße

Kreisi

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  • Abwesend
Hallo' date='

... kleine Geschicht, beim "Erleichertn" im Schacht ... runtergestiegen und ploetzlich faengt das Ding an zu piepen ... kannst ja nicht so einfach aufhoeren ...[/quote']

@Matze

:D damit solltest du mal zum arzt,denn ein Arzt hilft und schweigt.

Tschuldigung,frieden.

Für meinen Teil muss ich sagen,das ich jahrelang gar kein Messgerät auf dem Kamerawagen hatte,weil wir nur zwei "Brotkoffer" von Auer hatten für die gesamte Firma.

Und das waren damals um die 25-30 Autos.

ich bin durch 400er Rohre gerobbt und ähnlichen Quatsch mehr. Foto 1,ca 45m weit drin,um Kamera aus Loch in Sohle zu bergen.

Schulterbreite war breiter wie Kanal,also einziehen,und nur auf Fingernägeln und Fußspitzen robben.

Wir wußten es nicht besser.Rein,raus,evtl. Luftanhalten.

Heute nicht mehr.

Gruß Hexer

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  • Registrierter Benutzer

Wir bzw meine Firma in der ich Arbeite ist da sehr hinterher das die sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. . .

Finde das auch richtig und gut und selbst unsere AG würden uns von der Baustelle schmeißen wenn das nicht eingehalten wird.

Man hat nur ein Leben und eine Gesundheit die einem niemand wieder gibt !!!!

Finde auch das da mehr aber auch maßvoll kontrolliert werden sollte !!! ;)

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  • Abwesend

Hallo

also mal ganz ehrlich...

In 19 Jahren als Kanalinspekteur muss ich ehrlich sein,wurde früher von 100 Einstiegen maximal 10-15 mal das Messgerät benutzt.

Und das bezieht sich nicht auf unsere Firma,das hab ich bei zig Kanal-Firmen gesehen.Auch bei Städten und Großwerken.

Und wenn mich jetzt einer einen Lügner oder Nestbeschmutzer nennt,bitteschön,nur zu.

Da habe ich zig-Fotos, die das Gegenteil beweisen.(Rauchen im Hauptkanal unter Maske,Essen und trinken während Maskenarbeiten im Tank,Ablegen des Preßluftatmers ect.ect.....)

Aber das Meßgerät ist meistens nur Alibi gewesen,wenn überhaupt vorhanden.

Und wenn es dabei war,lag es in den Fahrerkabinen im Zigarettenqualm und piepte schon beim einschalten wie verrückt.

dann hieß es:Was hast du uns da für einen Sche... mitgegeben,die sind doch alle kaputt.

Vor 15 Jahren war an Meßgeräte überhaupt nicht zudenken für jeden Wagen.

Heute sieht das ganz anders aus.

Sie sind wesentlich billiger,und wehe man kommt heute ohne an bei Kommunen oder Großfirmen.

Und das find ich gut,und so soll es auch sein.

Da wird schon seitens der Brand- bzw Sicherungsposten drauf geachtet.

Aber selbst heute wird noch gemurrt,ob das sein muss.

:!: Ich weiß,gleich kommen wieder zig Antworten:ich-ich ,ich mach es aber immer.

Mag sein,vielleicht auch nicht.Wer will das kontrollieren?

Leute, ich komm aus der Praxis und kenn die Praxis.

Und ich lauf auch nicht mit Scheuklappen rum.

Also,die geräte müssen vorhanden sein und sie sollen genutzt werden,das will ich sagen.Mehr nicht.Punkt.

:evil: der Nestbeschmutzer

Hexer

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  • Moderator

:!: Ich weiß' date='gleich kommen wieder zig Antworten:ich-ich ,ich mach es aber immer.

[/quote']Ich mach es aber immer! ;)

Aber auch erst seit ein paar Jahren. Da hat einem Kollegen die Luft aus dem Kanal nicht so gut bekommen und der Notarzt hat ihm erstmal ein warmes Bett auf einer Intensivstation besorgt. :( Seitdem bin ich da vorsichtig. Aber viele Kollegen machen das Gerät nie an. Das kann ich bestätigen. Und wenn man andere Firmen auf der Baustelle trifft, muss man mit Erschrecken feststellen, dass die wenigsten ein Gerät dabei haben.

MFG Kreisi

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  • Abwesend

Danke !

Endlich mal einer,der sagt wie es wirklich draussen läuft.

Hab ja schon erzählt,das ich Masken und Gerätewart war.

Die älteren Messgeräte hatten den Nachteil des Memoryeffektes der Batterien.

Soll heißen,ständig geladen ,selten benutzt,nach 5 Min. PIIIIIIIIIEEEEP.Tinitus.

Man merkte schon bei der Rückgabe,ob sie benutzt wurden oder nicht.Batteriestand overflow error,randvoll.

"Wir haben das die ganze Zeit angehabt."12 Std. Klar...wers glaubt.Technik sagt "nein".

Wir haben mehrere Masken zurückbekommen,da waren immer Löcher drin,etwas seitlich neben Filteranschluß,7mm groß.

X( Warum waren die kaputt,die waren doch heut morgen noch o.k?..... ?(.... grübel...

Antwort: Für Zigaretten!

Da haben die unten geraucht.Masken Schrott.

(kein kommentar)

Oder Tankreinigung unter Preßluftatmer:

ammoniakhaltig,extrem gemüffelt

Ein Kollege rein mit 6L Flasche auf Rücken,und am Malochen wie wild.Prämie winkte.

Nach 3 Std Kollege immer noch am malochen.Andere waren schon mehrfach Flasche wechseln.

Gerufen,geschrien,nix. :cursing: ...aber er malochte,hörte man.

Kommt raus nachdem wir Licht ausgemacht haben,Flasche voll.

Was soll man da sagen...Rest kann man sich denken.

SO sieht es draussen vielfach aus!

Und fängt einer an,machen die anderen mit.

Auch ich hab Mist gebaut,keine Frage.Deckel auf ,Hexer drin.

Nix Dreibein,Sicherheitsgurt oder anderes hinderliches Gerödel.Wurde auch mehrfach zusammengepfiffen deshalb.

Gottseidank hat sich in der Hinsicht viel geändert,auch ich mich.

Heute fliegt man dafür von den Werken.Zu Recht. :thumbup:

Es hat sich also schon sehr viel gebessert,aber einiges ist leider noch immer Wunschdenken,bzw in den Köpfen noch nicht angekommen.

Man sieht es täglich.

Gruß hexer

P.S. Das sind keine erfundenen Horrorgeschichten,da kenn ich schlimmeres.

und da hab ich alte Polaroidfotos von,und zwar jede Menge,die ich irgendwann mal einscanne.

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  • Registrierter Benutzer
A-Meister-KI

Ja, so ist es drausen. Wenn ich ein Meßgerät dabei hab, benutz ich es auch. Da ist mir mein Leben zu wichtig. Wenn man aber gegenüber den Kollegen was sagt, dann kommen blöde Sprüche "Wir sind doch nicht aus Zucker" oder dergleichen. Aber, davon nicht abschrecken lassen. Ich erwiedere dann, ich zieh Dich nicht raus.

Auch ich durfte schon die "Gasbegegnung" machen. Ein 1 Meter tiefer Schacht. Sauber. War mit einem Kollegen unterwegs und wollte die Kamera umsetzen. Deckel auf, gewartet, vorsichtig eingestiegen. Dann- bücken - Ammoniakgeruch sobald meine Nase unter der Straßenoberkannte war. Nocht tiefer bücken - nicht viel - und schon wurde mir schwumrig. Raus aus dem Loch. Messen konnte ich leider nicht- Kollege ohne Meßgerät am Fahrzeug. Nochmal warten. Gas hat sich verzogen nochmal Vorsichtig - keine Gefahr mehr. Glück gehabt.

Gruß, Stefan

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  • Abwesend

Sind wir doch mal ehrlich und lassen hier nicht den Arbeitsschutz-Fachmann raushängen. Ich persönlich benutze das Gaswarngeräteinsatz nur wenn zwingend notwendig.

In der freien Wirtschaft ist Zeit nun mal Geld, da kommt es halt auch mal vor das man länger die Luft im Schacht anhalten muß. :D - beim Kamera umheben, wenn von oben aus nicht möglich.

Ist kein Akt und man lernt seine persönlichen Grenzen kennen, zwecks Raucherlunge und so. :D

Wenn es natürlich schon beim Öffnen des Schachtes verdächtig " müffelt" kommt es rein, logisch.

Diese Vorschriften sind für uns nun mal lebensnotwendig keine Diskussion, aber stellenweise kann man es auch übertreiben. :evil:

Gruß EN-Rico

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  • Abwesend

also mein leben ist mir lieb ich nutze es. ABER erst auch seid dem ich nicht mehr in der freien wirtschaft bin. davor war es gang und gebe ohne dreibein, ohne gurt, ohne helm, ohne multi einzusteigen.

ich hatte sowas ja nicht mal auf meinen wagen 8|

aber jetzt muss ich firmen sogar drauf hinweisen das sie ihre PSA zu nutzen haben (ist schon 2 mal vorgekommen).

lg

werner

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  • Abwesend

Danke,ich hab schon gedacht ich bin hier im Himmel.

Also genau so kenne ich es draussen und nicht anders.

"Messen,warum wieso,geht doch auch ohne.Nee,da muss ich drei Stufen klettern in den Kombi,und wenn ich dann schon mal sitz ,bleib ich auch da.Mach du mal schön alleine,ohne mich."

Gleiche Leier wie immer.

Aber danke für eure Bestätigung.

:D Ich glaub Stegel braucht Herztabletten beim lesen. :rolleyes:

Zitat: Ist dein Kanalleben bald vorbei,rufe vorher 112. ;)

Gruß Hexer

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  • Moderator

Hallo zusammen,

unser Sicherheitsbeauftragter in der Firma kam gerade von einem Lehrgang für Arbeitssicherheit ( Kanäla,Schächte etc. )

Er hat mir heute erzählt das sie dort gesagt haben das man sich schon vor der Schachtöffnung vor Absturz sichern muss,da ja beim öffnen des Kanales Kanalgase austreten können die einen Bewustlos machen.

Hab ich vorher noch nie gehört. Ihr etwa ?? :huh:

Finde es etwas übertrieben.

Gruss Jan 8)

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  • Abwesend
Hallo zusammen,

unser Sicherheitsbeauftragter in der Firma kam gerade von einem Lehrgang für Arbeitssicherheit ( Kanäla,Schächte etc. )

Er hat mir heute erzählt das sie dort gesagt haben das man sich schon vor der Schachtöffnung vor Absturz sichern muss,da ja beim öffnen des Kanales Kanalgase austreten können die einen Bewustlos machen.

Hab ich vorher noch nie gehört. Ihr etwa ?? :huh:

Finde es etwas übertrieben.

Gruss Jan 8)

das ist garaniert nicht übertrieben !!!! mit Sicherheit ist nicht zu spaßen. Solange nichts passiert ist alles gut.

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  • Registrierter Benutzer
A-Meister-KI

Basel - irgendwann in den 80iger Jahren war das - glaub ich. Im Bahnhof war ein Wagon mit Benzin entgleist und leckgeschlagen. Das Benzin verteilte sich Kilometerweit in der Kanalisation. Aber, zum Glück passierte nichts.

Bis ein (heute) nicht mehr lebender Mensch in seinen Keller ging, und das Licht einschaltete. BUMMMMMMMMMMMMMMMMM.

Kanaldeckel flogen weit höher als 30 meter durch die Luft. Von der Kanalisation war nix mehr da. Oberirdisch konnte man den Verlauf der Kanäle nun gut sehen.

Regenrückhaltebecken - teilweise eingestützt, teilweise oberidisch komplett "abgedeckt". Es gab früher mal in der KA-Abwasser Bilder davon. Hab leider keine mehr.

Wie wurde die Explosion ausgelöst ? Die Benzindämpfe kamen über den Rückstaugesicherten Bodenablauf in das Häuschen. Der Bewohner wusste nichts von der Gefahr und durfte das mit seinem Leben bezahlen.

Also - nur rein theoretisch kann bereits beim Öffnen eines Kanaldeckels ein Funke erzeugt werden, der ausreichend ist, eine darunterliegende explosionsfähige Gasmischung zur Explosion zu bringen - rein theoretisch - ob das in der Praxis schon mal passiert ist oder mal passieren wird - keine Ahnung.

Wie es in unserer täglichen Praxis aussieht wissen wir alle selbst. Vielen von uns sind die Gefahren, welchen wir begegnen aber nicht bewusst. Dafür können diejenigen selbst aber nichts. Es muss erst mal wieder einer sterben, bevor wir wieder wach werden. Das liegt leider in der Natur des Menschen. Der Mensch ist Faul.

Alle Erfahrung bringt hier nichts. Denn auch der Erfahrenste Kollege ist nicht in der Lage Gase zu erkennen. Es sei denn er hat sich das "Dräger-Multiwarn" in die Nase operieren lassen.

Ist irgenjemand aus Hamburg im Forum ? Der kommt doch bestimmt an den Fall ran, wie damals zwei Mitarbeiter des Kanalbetriebes in einem nicht in Betrieb befindlichen Kanal gestorben sind.

Gruß, Stefan

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  • Ehrenmitglied

Gase im Neukanal:

Vor etlichen Jahren begab sich ein Bauunternehmer mit seinem Schachtmaurer auf eine Neubaustelle, um auf Veranlassung der Bauleitung in einem Schacht eine Rohreinbindung nachzuputzen. Der Kanal in einem Erschließungsbegiet war noch nicht in Betrieb, Grundstücke waren noch nicht angeschlossen. Die Verlegung war vor einem halben Jahr erfolgt, die Kanäle noch nicht zur Abnahme gereinigt. In dem bewussten Schacht hatte sich einiges an Laub angesammelt. Der Schachtmaurer stieg ein und kratzte mit der Kelle das Laub beseite. Nach weniger als einer MInute sackte er zusammen, denn unter dem Laub hatten sich Faulgase gebildet. Der Bauunternehmer stieg hinterher, um seinem Mitarbeiter zu helfen. Ergebnis: Beide tot.

Deponiegase:

Unterhalb einer Hausmülldeponie sollten die Sickerwasserleitungen mittels TV-Kamera inspiziert werden. Dazu kam eigens eine exgeschützte TV-Kamera zum Einsatz. Der Startschacht für die Kamera hatte eine Tiefe von ca. 8 Metern. Beim Herablassen der Kamera durch den Beifahrer, streifte diese ein Steigeisen, so dass eine Funke entstand. Ergebnis, es kam zu einer gewaltigen Explosion bei der die Zerstörung der Kamera das kleinste Übel war. Der Beifahrer, der beim Herablassen der Kamera über dem Schacht stand, erlitt schwerste Verbrennungen und verbrachte danach etliche Monate in einer Spezialklinik.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen, die mir persönlich bekannt sind und aufzeigen sollen, daß derjenige, der unbedingt aus diesem Leben scheiden möchte, dieses ohne den Einsatz von Gaswarnmessgeräten jederzeit vollziehen kann.

Gruß, Günter

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  • Abwesend

Hallo

@Jan 78

In den "Sicherheitsregeln für Arbeiten in umchlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen" (ZH 1/177) konnte ich heute keinen entsprechenden Abschnitt finden,der genau besagt,das man sich vor Öffnung des Einstieges sichern muss.

Jeder einsteigende muss Auffanggurt bzw Rettungshose tragen,und der erste muss Sicherungsleine tragen.

Seilsicherung darf erst abgelegt werden,wenn andere Maßnahmen die Sicherheit gewährleisten,oder der Schacht nicht tiefer als 2m ist.

Meine Unterlagen sind allerdings 4 Jahre alt.

Ob es jetzt eine (sinnvolle) Empfehlung oder Vorgeschrieben ist,kann ich nicht sagen.

Frag doch deinen SIPO bitte mal nach Unterlagen.

Ist interessant für alle.

@A-Meister-KI

Bahnhofsunglück:

25000 L Benzin,die versickerten,und in einen 80 m entfernten Kanal eindrangen.In 1 KM Entfernung waren Kanalbauarbeiten durch Tiefbaufirma,und um 9.40h nach Vesperpause erfolgte Detonation duch Zigarette bei Einstieg in Baugrube.

1 Toter,zwei Schwerverletzte,85 Gebäudeschäden,11 Meldungen über Beschädigung privater Kanäle.Und auf 400m Länge Straßendecke über zwei Meter hoch angehoben.

hab ich gesammelt,ich Streberlein

So,zurück zum Thema.

Viele denken nur an Einzelgase,egal welche.

Stimmt nicht,eines der wichtigsten ist Faulgas.

Das ist eine Mischung aus Methan,CO²,Ammoniak und Schwefelwasserstoff und entsteht u.a. durch Zersetzung von Laub und anderen biologischen Sachen

Selbsterlebt bei Reinigung eines Regenrückhaltebeckens neben der A 43 inWitten,damals als Hiwi* on the road.

Größe 30m mal 11m,offen wie kleines schwimmbad.Tiefe höchstens 2,5m.

Freies Feld,keine Firma, alles grün rundherum.

Idyllisch gelegen ,mit Schilf im Becken und Enten und Wasserlinsen (Entenflott)

Gase? Bestimmt nicht, also rein,schilf rupfen mit 4 Mann

Pusteblume,war nix.

Unten ca 40 cm Schlamm,dazwischen bis zu 2m hoch Schilf,Wasserstand ca 5cm.

Bei jedem Schritt am Blubbern,und Messgerät am Beckenrand mit Alibifunktion jault los.Quatsch,kann nicht sein,kommt von der Autobahn,die PolenLKWs bestimmt.

Als der erste nach 5 minuten vollbad genommen hatte wegen Übelkeit,sind wir dann doch raus,weil uns allen etwas mulmig war.

Wir kannten damals nichts von Faulgas,und haben in dem offenen Becken auch noch geraucht.War ja freier Himmel,was sollte passieren.

Der Obermeister der Anlage kam,sah was los war,und hat uns richtig zusammengestaucht,dann erfolgte praktische Vorführung.

Plastiktüte mit Faulgas gefüllt,weg vom Becken und angezündet.DAS hat geknallt.

Danach wurde die Arbeit an Sicherungsleinen durchgeführt unter Maske,bei über 30°.

Die Saugarbeiten wurden überwacht wegen Knallgasbildung ect ect.

Glück gehabt.Wir hätten niemals damit gerechnet.

Gruß hexer

*Hiwi= Hilfswilliger,Mann ohne Ahnung,sprich Beifahrer ;)

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  • Abwesend

moin ich hab da auch so was in der art

1992 kam es zu einem schweren Unglück in Guadalajara. Am 22. April 1992 kam es über vier Stunden zu Explosionen im Kanalnetz des Stadtteils Analco. Bereits drei Tage vor der Explosion beklagten sich die Anwohner bestimmter Straßen über Benzingeruch und Dampffontänen aus der Kanalisation. In einigen Fällen sei mit Wasser gemischtes Benzin aus den Leitungen gekommen. Mitarbeiter der Stadtwerke und des Katastrophenschutzes entdeckten, dass es in den Abwasserkanälen tatsächlich ein explosionsfähiges Benzin-Luft-Gemisch gab. Die Gefahr wurde von den Verantwortlichen nicht ernst genommen und die betroffenen Straßenzüge wurden nicht evakuiert. Durch die Explosionen wurden Straßen und angrenzende Häuser wie bei einem Erdbeben zerstört. Nach offiziellen Angaben fanden 206 Menschen in den Trümmern den Tod, 500 wurden verletzt und 15.000 wurden obdachlos. Inoffiziell wird jedoch von einer höheren Opferzahl ausgegangen.

quelle wikipedia siehe Unglück von Guadalajara 1992

lg

werner

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  • Abwesend

Also ich gebe "En-Rico" Recht. jeder der sagt das er das Messgerät ständig benutzt,vor jedem Einstieg ect. haut ganz schön auf den Schlamm.Zeit ist Geld und wer möchte schon lönger arbeiten als er muß??Ich bin der meinung: Wenn die Kanäle gereinigt sind sollte allein durch den Sog des Spülwagens nix mehr drin sein.Mal ehrlich: Wenn die Kamera z.b. nicht durch ein Schachtgerinne kommt (aus welchen Gründen auch immer) will mir doch jetzt nicht wirklich jemand sagen das er mit seinem Beischläfer vorgeht,gas messen tut, Dreibock stellt,Helm aufsetzt ect. um der Kamera weiterzuhelfen !! Die wahren Worte sehen doch ungefähr so aus: "geh mal vor und helf ihr drüber". Oder bin ich da die unrühmliche Ausnahme??

Was ich jetzt geschrieben habe ist doch Realität auch wenn ich jetzt wahrscheinlich mit entsprechenden Vorschriften und Beispielen was alles passieren kann bombardiert werde :)

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