• Kanalinspektion


    JT-elektronik (SJ)
    Das 30. Lindauer Seminar
    9. und 10. März 2017
    Die wasserwirtschaftliche Verantwortung in Politik und Technik 
    Prof. Karsten Kerres, Aachen
    Das 30. Lindauer Seminar am 9. und 10. März 2017 demonstrierte mit rund 480 Teilnehmern, 26 Referenten und 64 Ausstellern unter der Leitung von Herrn Prof. Max Dohmann und Herrn Prof. Wolfgang Günthert eindrucksvoll die wasserwirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung technisch intakter und zukunftsfähiger öffentlicher und privater Entwässerungssysteme.
    Dabei wurden neben Entwicklungen rechtlicher Rahmenbedingungen und zukünftigen Herausforderungen an Planung und Betrieb von Entwässerungssystemen auch technische Innovationen aus den Bereichen Zustandserfassung und Sanierung vorgestellt und intensiv diskutiert.
    Rahmenbedingungen und zukünftige Herausforderungen
    Herr Prof. Max Dohmann, Aachen lenkte zum Auftakt der Veranstaltung traditionell einen Blick auf die Zukunft der Abwasserinfrastruktur in Deutschland und beleuchtete hierzu zunächst den aktuellen Stand der Stadtentwässerung. Er stellte fest, dass in den Städten weltweit fast ausschließlich eine zentrale Siedlungsentwässerung vorhanden sei. Allerdings seien angesichts zukünftiger Herausforderungen seit Jahren gegenüber der zentralen Siedlungsentwässerung nachhaltigere Konzepte in der Fachdiskussion. Diese semizentralen Lösungen mit der Trennung der häuslichen Abwasserströme würden auch, so Prof. Dohmann, in der Gesetzgebung Berücksichtigung finden: Entsprechend sei im WHG gefordert, dass Niederschlagswasser ortsnah versickert, verrieselt oder direkt über eine Kanalisation ohne Vermischung mit Schmutzwasser in ein Gewässer eingeleitet wird. Konsequenz sei damit eine Abkehr von der Idee der schnellstmöglichen Ableitung des Regenwassers hin zu einer dezentralen Regenwasserbewirtschaftung und damit auch eine Priorisierung der Trennkanalisation. Auch seien dezentrale Systeme deutlich flexibler in Hinblick auf Klimawandel und demografischer Entwicklungen. In diesem Zusammenhang wies Prof. Dohmann auf die BMBF-Fördermaßnahme „Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (INIS)“ hin; Ziel der 13 mit ca. 33 Mio. € geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekte sei eben die Entwicklung von innovativen und umsetzbaren Lösungen für eine Anpassung der Siedlungswasserwirtschaft an die sich ändernden Rahmenbedingungen in Deutschland. Zwar seien spektakuläre Ergebnisse mit kurzfristigen Wirkungen auf die praktische Siedlungsentwässerung nicht zu erwarten, jedoch könnten aus diesen Vorhaben deutliche Impulse für die Transformation der Wasserinfrastruktur und Entwicklung von Planungsinstrumenten z.B. für eine verknüpfte zentrale Siedlungsentwässerung ausgehen.
    Herr MinDir Dr. Helge Wendenburg, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Bonn benannte in seinem Vortrag die umweltpolitischen Anforderungen an die Wasserwirtschaft aus Sicht des Ministeriums. Insbesondere stellte er in diesem Zusammenhang die Mikroschadstoffstrategie des Bundes vor. Ziel sei, Gewässerbelastungen durch Arzneimittel, Mikroplastik oder (Haushalts-)Chemikalien zu minimieren. Diese Strategie beinhalte eine Verbreitung der (dezentralen) Niederschlagswasserbehandlung, aber auch die konsequente Einführung einer weitergehenden Abwasserreinigung, z.B. mittels Aktivkohlefiltration oder Ozonierung. Ebenfalls diskutierte Herr Dr. Wendenburg die Ziele der neuen Klärschlammverordnung, die neben dem Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammentsorgung in der gezielten Phosphorrückgewinnung lägen.
    Moderne Siedlungsentwässerung – Aktuelle Herausforderungen an den Kanalbetrieb
    Künftige Entwicklungen aus den Betriebserfahrungen in Dortmund und aus der DWA Regelwerksarbeit waren Gegenstand der Ausführungen von Herrn Dr. Christian Falk, Stadtentwässerung Dortmund. Wesentliche Schwerpunkte seien dabei die Entwicklung und Umsetzung von Inspektionsstrategien und von Kanalsanierungsstrategien. Dabei, so Dr. Falk, dürfe die Kanalsanierungsstrategie nicht nur technische Aspekte im Fokus haben, vielmehr ginge es auch und insbesondere um eine Strategie zum Werterhalt des in aller Regel größten kommunalen Vermögensgegenstand. Effizient umgesetzt könnten solche Strategien in der Praxis durch wechselseitige Betrachtung von hydraulischer und baulicher Sanierung oder durch Berücksichtigung übergeordneter Planungen z.B. aus dem Straßenbau. Dies führe in der Konsequenz auch zu einer Synchronisation von Sanierungsstrategie und TV-Befahrung bis hin zu Überlegungen hinsichtlich der Zustandserfassungstechnik. So würden in Dortmund zunehmend elektronische Kanalspiegel eingesetzt, um effizient Hinweise über den Zustand der Haltungen zu erlangen und die Erkenntnisse ggf. durch TV-Inspektionen im Nachgang zu verdichten.
    Herr Claus Externbrink, Lünen schilderte im nächsten Vortrag seine Erfahrungen mit der Effizienzsteigerung von Kanalbetrieben. Entscheidend für das Überleben des Unternehmens seien der Betrieb und das Investitionsverhalten. Dabei müssten sich Investitionen auf valide Kenntnisse über den Zustand der vorhandenen Anlagen sowie über die hydraulischen Anforderungen stützen können. Ergänzend sollten Informationen herangezogen werden über Probleme im Netz, die sich für die Kunden ergeben können. Zur Effizienzsteigerung sollten neben üblichen Managementwerkzeugen auch neue Wege in betrieblichen Abläufen untersucht und genutzt werden. So konnte Herr Externbrink positiv über den kombinierten Einsatz von Kanalreinigung und Kamerauntersuchung berichten. Bei Verknüpfung dieser Technologie mit Kanaldatenbanken und Betriebsführungssystemen seien erhebliche Erkenntnisgewinne über das Netz bei gleichzeitigen Kostenreduzierungen möglich.
    Dr. Juliane Thimet, Bayrischer Gemeindetag, München formulierte in ihrem Vortrag Forderungen und Empfehlungen des Gemeindetags zu aktuellen Herausforderungen an den Kanalbetrieb aus Sicht der Betreiber. Die gegenwärtigen Probleme identifizierte Frau Thimet in der Exfiltration bzw. Infiltration durch undichte Leitungen, in der technischen Umsetzung des Umstiegs vom Misch- ins Trennsystem sowie in der rechtssicheren Einführung der gesplitteten Abwassergebühr. Die damit verbundene Generalsanierung von Ortsnetzen und deren Finanzierung könne durch Fördermaßnahmen unterstützt werden. Gegenwärtig seien die Förderschwellen jedoch zu hoch, sodass ihre Ausführungen in der Forderung an die Politik mündeten, die Förderprogramme entsprechend der tatsächlichen Bedürfnislage der Netzbetreiber anzupassen. Darüber hinaus stellte Frau Thimet neue Ansätze zu einer verursachergerechten Zuordnung von Kosten für Fehlanschlüsse z.B. in Form einer Klarwassersatzung vor.
    Planung und Strategien zur Bewältigung von Starkregenereignissen
    Aktuelle Entwicklungen aufgreifend, sind Konzepte zum Umgang mit Starkregenereignissen auf dem JT-Seminar in den letzten Jahren zunehmend thematisiert und mittlerweile fester Tagungsbestandteil geworden. Herr Prof. F. Wolfgang Günthert, Universität der Bundeswehr München stellte vor diesem Hintergrund die Herausforderungen für die Überprüfung und Anpassung vorhandener Kanalisationen vor. Dabei gelte es, den Konflikt zwischen städtebaulicher Nutzung mit einhergehender Versiegelung und der Bereitstellung von Retentionsräumen und Wasserwegen konstruktiv aufzulösen. Als Vorsorgemaßnahmen nannte Herr Prof. Günthert neben Niederschlags- und Abflussmessungen mit aktuellen hydraulischen Betrachtungen des Entwässerungssystems in Form eines Überflutungsnachweises insbesondere die Gefährdungsanalyse betroffener Gebiete und Objekte. Darauf aufbauend empfahl er die Entwicklung eines integralen und multifunktionalen Überflutungsschutzes. Dieser müsse sowohl ein Regenwassermanagement als auch den Objektschutz zum Inhalt haben. Darüber hinaus seien eine umfassende Beratung der möglichen Betroffenen hinsichtlich der Umsetzung von Schutzmaßnahmen erforderlich.
    Möglichkeiten der praktischen Umsetzung eines integralen und multifunktionalen Überflutungsschutzes in Form eines permanent aktuellen Generalentwässerungsplanes stellte Herr Gerald Angermair, tandler.com Gesellschaft für Umweltinformatik, Buch am Erlbach in seinem Vortrag vor. Kern eines integralen Vorgehens sei, dass verfügbare Daten zu Baumaßnahmen und auch betriebliche Informationen stets aktuell und zentral zugänglich sein müssten. Darüber hinaus müsse eine Direktverbindung des Kanalinformationssystems zu hydraulischen Berechnungsprogrammen eingerichtet sein. Auch seien für eine integrale Betrachtung ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen den Daten zu Kanalnetz, Oberflächen und Fließgewässer als Grundlage einer Synchronisation der hydraulischen Berechnung erforderlich. So könnten Fließwege und Wasserstände visualisiert, mit Straßenflächen verschnitten und schlussendlich Überflutungsrisiken gebäudescharf ermittelt werden.
    Herr Dr. Martin Wolf, SiwaPlan Ingenieurgesellschaft, München schloss sich diesen Betrachtungen an: Insbesondere um das Ziel der integralen Siedlungsentwässerung einer Nutzung der Oberfläche zur schadlosen Niederschlagswasserableitung erreichen zu können, müssten damit verbundene Möglichkeiten und Risiken erkannt werden können. Überflutungsberechnungen und -nachweise auch unter Einbindung von Oberflächenabflüssen seien mittlerweile EDV-technisch möglich. Im Sinne der Daseinsvorsorge sollten daraus wirtschaftliche Maßnahmen von Kanalnetzerweiterungen bis hin zum individuell geplanten Objektschutz abgeleitet werden. Darüber böten der integrale Berechnungsansatz und die entsprechende Maßnahmenfindung durch die damit verbundene Transparenz die Möglichkeit, betroffene Bürger im Siedlungsgebiet für diese Maßnahmen zu gewinnen.
    Herr Thomas Jacobs, AWA-Ammersee stellte das Konzept eines zukunftsfähigen Generalentwässerungsplans aus Sicht eines Abwasserzweckverbandes vor. Kern dieses Konzeptes sei die Übernahme gemeindlicher Regenwasserkanäle und damit die Ausgliederung der Regenwasserbeseitigung aus den Gemeinden gewesen. Hierzu seien die vorhandenen Regenwasserkanäle zunächst zu bewerten und insbesondere alle angeschlossenen Flächen zu ermitteln. Darüber hinaus seien insbesondere rechtliche Aspekte, wie die Einholung von Grunddienstbarkeiten oder wasserrechtlichen Genehmigungen zu klären. Im Anschluss könne dann der Generalentwässerungsplan gemeinsam mit der Gemeinde erstellt werden und das planerische Konzept durch die Erstellung von Vereinbarungen und Satzungen abgesichert werden. Trotz des erheblichen Aufwandes sie die Zentralisierung der Niederschlagswasserbeseitigung notwendig und auch vorteilhaft. Nur so, so das Fazit von Herrn Jacobs, könne ein integrales Gesamtkonzept für das Verbandsgebiet unter Einbeziehung der zu bewirtschaftenden Gewässer aufgestellt werden.
    Ansätze der Technischen Betriebe Solingen (TBS) für den Umgang mit Starkregenereignissen und Überflutungen wurden von Herrn Manfred Müller vorgestellt. Die Technischen Betriebe Solingen beschäftigen sich im Rahmen ihrer Aufgabe der Siedlungsentwässerung seit mehreren Jahren mit den Auswirkungen von und dem Schutz vor Starkregen. Hieraus stünden den TBS bereits stadtweite Fließwegkarten sowie Informationen zu Feuerwehreinsätzen und des Kanalbetriebes bei Starkregen zur Verfügung. Im Rahmen der Generalentwässerungsplanung würden zudem seit 2015 die Abflüsse im Kanalnetz und an der Oberfläche mit der gekoppelten Simulation ermittelt. Mit diesen Werkzeugen ließen sich stadtweit Gefährdungen durch Starkregen ableiten und Risiken erkennen, die dann in konkreten Schutz- oder Präventionsmaßnahmen mündeten. Hierfür stünde innerhalb der Siedlungen neben dem begrenzt wirkenden unterirdischen Kanalnetz ein zweites Entwässerungssystem an der Oberfläche durch Straße, Grünflächen und Gewässer zur Verfügung. Dieses müsse aber für eine schadlose Ableitung von Starkregenereignissen angepasst werden. Die Umsetzung solcher Maßnahmen stieße zwar oftmals an rechtliche Grenzen, jedoch seien die Erfahrungen der Stadt Solingen mit umgesetzten Maßnahmen durchweg positiv zu bewerten, so Herr Müller.
    Erfahrungen bei der Instandhaltung von Kanalisationen
    Die Möglichkeiten der Instandhaltung von Kanalisationen wurden von Herrn Bernhard Lotz, Stadtwerke Nidderau erörtert. Anlass seiner Betrachtungen war der Sachverhalt, dass die Restbuchwerte der Kanalhaltungen deutlich rückläufig seien. Grund sei ein wachsender Anteil abgeschriebener Haltungen, die sich weiterhin in Betrieb befänden. Die umfassende Inspektion des Netzes sei der erste und wesentliche Schritt bei der Instandhaltung der Infrastruktur. Dies schließe die Inspektion der Grundstücksentwässerungsanlagen ausdrücklich mit ein. Gute Erfahrungen würden in diesem Zusammenhang mit einer 3-d Erfassung der Leitungen gemacht. Die Inspektion des öffentlichen wie privaten Netzes könne, so die Erfahrungen von Herrn Lotz, oft als Initialzündung für einen integralen Lösungsweg dienen. Ergebnis sei über eine Sanierung des Kanalnetzes hinaus eine bessere unterirdische Infrastruktur, da oftmals Gas- und Wasserversorgungsleitungen sowie der Straßenkörper in einem Arbeitsgang ebenfalls erneuert würden.
    Wie die Instandhaltung von Kanalisationen insbesondere durch kleine Gemeinden mittels interkommunaler Zusammenarbeit gewährleistet werden kann, beschrieb Herr Martin Raab, Kanalwartungsverband Oberes Donautal (Österreich). Das Konzept der interkommunalen Zusammenarbeit bestünde darin, dass bestehendes Gemeindepersonal dem Verband überstellt sei, jedoch Bedienstete ihrer Gemeinden blieben. Vorteil dieser Neuorganisation sei u.a., dass die Anlagen, die im Besitz der Gemeinden blieben, gezielt und effizient durch qualifiziertes Personal mit ausschließlicher Zuständigkeit für Abwasseranlagen betrieben werden könnten. Zudem könne hochwertiges Spezialgerät beschafft werden und sei mit ausreichend hohem Einsatzausmaß rentabel nutzbar, sodass insgesamt ein deutlich wirtschaftlicherer Betrieb möglich würde.
    Herr Bruno Schmuck, SBU Büro für sanierungstechnische Planung und Beratung AG, Rorschach (Schweiz) wagte im Abschlussvortrag des ersten Seminartages nochmals einen Blick in die Zukunft. Er stellte fest, dass die Infrastrukturanlagen ein unverzichtbarer Unterbau unserer Gesellschaft und Wirtschaft seien und maßgeblich zur hohen Lebensqualität der Einwohner eines Landes beitrügen. Der Zustand der Infrastrukturen sei also von großer Bedeutung. Derzeitige Situation aber sei, dass der größte Teil der heutigen Infrastrukturanlagen in den Siebzigerjahren erstellt wurde. Inzwischen seien die Anlagen in die Jahre gekommen, viele Kanäle und Leitungen hätten ihre durchschnittliche Lebensdauer bald erreicht und die zu erwartenden Unterhalte und Erneuerungskosten seien beträchtlich. Trotzdem dies bekannt sei, würden Investitionen oftmals aus Kostengründen in die Zukunft verschoben. Darüber hinaus würden Instandhaltungsmaßnahmen oftmals nach reinen Kostenkriterien vergeben. Dies führe unweigerlich zu Qualitätseinbußen und sei der Akzeptanz zum Einsatz von qualitativ hochstehenden Sanierungsverfahren in keiner Weise förderlich. Um die großen Herausforderungen an den Erhalt der Infrastrukturen zu bewältigen und nachfolgenden Generationen intakte und funktionstüchtige Anlagen hinterlassen zu können, würden umfassende und angepasste Managementtools benötigt, die es erlauben vorhandene Budgets effizient zu nutzen und Qualität zu sichern. Dies diene dem Werterhalt und dem Erreichen der angestrebten Lebensdauer der Infrastrukturanlagen.
    Neue Entwicklungen in der Praxis
    Der zweite Seminartag widmete sich traditionell technischen Innovationen. Herr Prof. Karsten Kerres, FH Aachen - University of Applied Sciences stellte vor diesem Hintergrund Sonderverfahren zur Zustandserfassung und von Kanalisationen vor: Integrales Kanalmanagement umschließe gemäß DIN EN 752 den Prozess der Erreichung eines Verständnisses vorhandener oder vorgesehener Entwässerungssysteme sowie der Nutzung dieser Information zur Entwicklung von Instandhaltungsstrategien. Wesentliches Element dieses Prozesses sei damit auch die Beurteilung des baulichen Zustandes der Kanalisationen. Dies schließe grundsätzlich auch die Beurteilung der Standsicherheit ein, die mittels optischer Inspektion nicht befriedigend abgeschätzt werden könne. In diesem Kontext nenne die DIN EN 752 explizit das Georadar und das Abdrücken der Kanalhaltung von innen (beispielweise das vom IKT genutzte MAC-Verfahren) als Verfahren, um Hohlräume hinter der Kanalwand oder die Steifigkeit des Boden-Rohr-Systems zu messen. Herr Prof. Kerres stellte in diesem Zusammenhang ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung eines aus der Kanalhaltung heraus messenden Georadars vor. Ungeachtet im Zusammenhang mit diesem rotierenden Georadar noch zu leistender Entwicklungsarbeiten böten das MAC-Verfahren und das Georadar Messergebnisse, auf deren Grundlage weitere Prüfungen, wie z.B. Bohrkernentnahmen oder Künzelungen gezielt vorgenommen werden könnten. Zudem bestünde die Möglichkeit beide Verfahren sinnvoll zu kombinieren. So könnten Sanierungsmaßnahmen zielgerichtet und mit hoher Zuverlässigkeit auf die jeweilige Schwachstelle ausgerichtet werden. Des Weiteren könnten beide Verfahren auch zur Qualitätssicherung ausgeführter Sanierungsarbeiten herangezogen werden. Auch sei die Kontrolle der Einbau- und Bettungsverhältnisse im Rahmen einer Neubaumaßnahme mit diesen Verfahren möglich.
    Herr Jörg Otterbach, Wasserverband Eifel-Rur, Düren stellte ein Pilotvorhaben zum 3-d Laserscanning von Sonderbauwerken vor. Ziel des Projektes sei die Erfassung des Mehrwertes derart erhobener Daten gegenüber einer konventionellen Vermessung. Dieser bestünde zum einen in der browsergestützten Visualisierungsmöglichkeit des Bauwerks und es sei auch eine nachträgliche Vermessung jederzeit möglich, was die Glaubwürdigkeit der Daten erhöhe. Insbesondere aber sei ein 3-d Modell zur Planung vorhanden. Dies helfe, Planungsfehler zu vermeiden. Die Planungssicherheit würde so also erhöht. Insgesamt, so das Fazit von Herrn Otterbach sei die 3-d Erfassung nicht nur technisch ein Erfolg, sondern böte gegenüber der konventionellen Vermessung auch wirtschaftliche Vorteile.
    Die Umsetzung einer gesamteinheitlichen Inspektionstechnik in Gießen war Gegenstand des Vortrages von Herrn Till Roman Riedel, MWB – Mittelhessische Wasserbetriebe, Gießen. Er stellte dabei insbesondere das in den Wasserbetrieben entwickelte Vorgehen zur Beschaffung von Gerätschaften vor. Anlass dieser Entwicklung sei gewesen, dass TV-Inspektionen und Reparaturen zukünftig durch eigenes Personal durchgeführt werden sollten. Zur Markterkundung und Angebotsbewertung wurde ein umfassender Kriterienkatalog entwickelt. Bewertet wurden dabei auch die Ergebnisse selbst entwickelter standardisierter Reparaturaufgaben, die im Rahmen von Gerätevorführen zu lösen waren. Zusammenfassend stellte Herr Riedel fest, dass die intensive Vorbereitung der Geräteinvestition sichergestellt hätte, dass eine sachgerechte und nachhaltige Entscheidung getroffen werden konnte. So habe sich die Entscheidung mit eigenem Personal und eigener Technik zu arbeiten bewährt. Die Arbeitsleistungen der TV-Inspektionskolonne sei nach der erforderlichen Einarbeitungszeit sehr zufriedenstellend und so sei es von Seiten der MWB angedacht, die TV-Inspektionskolonne in den kommenden Jahren zu erweitern.
    Wartung und Betrieb von Abwasserdruckleitungen stellen für die Betreiber nach wie vor große Herausforderungen dar. Vor diesem Hintergrund befassten sich zwei Vorträge mit dieser Thematik. Hans-Gerd Hammann, Hamman GmbH, Annweiler am Trifels stellte ein Verfahren zur Reinigung von Abwasserdruckleitungen im laufenden Betrieb vor und berichtete von seinen Praxiserfahrungen. Ablagerungen führten zu Querschnittsverengung und die beeinträchtigte Hydraulik wiederum zu langen Pumpenlaufzeiten und damit erhöhten Energiebedarf. Die in der Regel fehlende Zugänglichkeit und große Leitungslängen würden besondere Reinigungsverfahren erfordern, so Herr Hamman. Das sogenannte Comprex-Verfahren ermögliche durch die pulsierende Druckluftzuführung einen effizienten Reinigungserfolg auch bei geometrisch komplexen Druckleitungen. Die Druckluftzuführung lasse sich leicht an spezielle Randbedingungen der Anlage anpassen und die Reinigungsaufwendungen würden sich durch die erzielte Energieeinsparung in der Regel kurzfristig amortisieren.
    Herr Dr. Sissis Kamarianakis, Institut für Unterirdische Infrastruktur, Gelsenkirchen stellte den Stand der Technik bei der Dichtheitsprüfung von Abwasserdruckleitungen vor. Gemäß EN 1610 sind Druckrohrleitungen nach EN 805 zu prüfen. Insbesondere aber das dort für Rohre aus viskoelastischen Materialien vorgesehene Kontraktionsverfahren ist für die Anwendung in der Praxis oftmals zu komplex. Erfahrungen des IKT zeigten, dass die Messtechnik zwar durchaus ausreichend sei, das Messergebnis aber erheblich von den ausführenden Personen abhängt. Diese sind oftmals nicht ausreichend geschult. Zudem sind die Dichtheitsprüfungen sehr zeitaufwändig. Vor diesem Hintergrund hat das IKT in Anlehnung an das Kontraktionsverfahren eine eigene Prüfungssystematik entwickelt, die u.a. gegenüber dem Normverfahren zeitlich stark verkürzt wurde. Die Praxiserfahrungen sind, so Dr. Kamarianakis, sehr positiv.
    Herr Ulrich Jöckel, JT-elektronik GmbH, Lindau führte im sich anschließenden Vortrag aus, dass die bisherige Herangehensweise der Zustandserfassung und -bewertung von Grundstücksentwässerungsanlagen aufgrund zahlreicher technischer und normativer Entwicklungen zwar bereits sehr ausgereift sei, dennoch gebe es in der Praxis noch zahlreiche Defizite. Diese liegen beispielsweise in der Dokumentation der Nennweite, auch würden Lageabweichungen und Ablagerungen oftmals nicht konsequent erfasst. Insbesondere ist aber zu erwarten, dass das Schadenskürzelsystem der DIN EN 13 508-2 bei Anwendung an Grundstücksentwässerungsanlagen die betroffenen Eigentümer überfordere. Wünschenswert ist dagegen die Unterstützung der Eigentümer. Vor diesem Hintergrund ist im Hause JT-elektronik ein Konzept entwickelt worden, welches Unterhalt, Reinigung, Inspektion und Messungen auf neuartige Weise miteinander verknüpft. So werde in der Dokumentation ein sechsstufiges Notensystem verwendet und die Haltungen bzw. Grundstücksentwässerungsanlagen entsprechend farbig im GIS dargestellt. Ebenfalls würden Sensoren während der TV-Inspektion Nennweite und Gefälle der Leitungen erfassen. In diesem Zusammenhang bedankte sich Herr Jöckel auch bei den vielen Betreibern, die mit ihren Erfahrungen und praxisnahen Fragestellungen erheblich zu Innovation und Fortschritt beitrügen.
    Kanalsanierung – von der Planung bis zur Abnahme
    Zum Einstieg in den letzten Vortragsblock stellte sich Herr Prof. Karsten Körkemeyer, TU Kaiserslautern der Frage, wie die Sanierungsplanung nachhaltig gestaltet werden könne. Im Zusammenhang mit Entwässerungssystemen sei Nachhaltigkeit derart definiert, dass das System unter den optimalen Umwelt-, sozialen und wirtschaftlichen Aufwendungen zu planen, zu bauen, zu betreiben, zu warten und zu sanieren sei. Voraussetzung für eine nachhaltige Sanierungsplanung sei, dass über die Beurteilung gemäß DWA-M 149-2 hinaus in der Regel weitere Erkundungen vorgenommen werden müssten. Diese seien beispielsweise Überprüfung der Geometrie, das Einmessung der Schäden, die Beurteilung der Lagerungsdichtes in der Leitungszone oder auch die Entnahme von Bohrkernen und das Messen der Korrosionstiefe. Diese Aspekte führte Herr Prof. Körkemeyer umfassend anhand eines Praxisbeispiels aus und stellte zusammenfassend dar, dass Untersuchungen zu Lösungsvarianten einer Kanalsanierungsmaßnahme in Abhängigkeit der Komplexität der Aufgabe die Modellierung des Sanierungsobjektes und die Durchführung von hydraulischen, statischen und betrieblich Simulationen erforderten.
    Aktuelle Entwicklungen bei GFK Inlinern wurden im Anschluss von Herrn Christian Noll, RELINEEUROPE AG, Rohrbach beschrieben. Während GFK Inliner in den 90er Jahre vorrangig auf die kleineren Durchmesser bis DN 500 eingesetzt wurden, seien derzeit GFK Liner bis DN 1600 verfügbar. Die Glasfaserverstärkung böte zudem die Möglichkeit einer hohen mechanischen Belastbarkeit und im Umkehrschluss ließen sich geringe Wandstärken realisieren, was für die Handhabung des Liners auf der Baustelle vorteilhaft sei. Auch könne der Inliner durch die individuelle Konfektionierung der Glasfaser hinsichtlich bestimmter geforderter Eigenschaften angepasst werden. Ebenfalls hätten Entwicklungen in den UV-Lichtsystemen dazu beigetragen, dass die Aushärtegeschwindigkeiten erheblich gesteigert worden seien und außerdem steuerbar seien. So könne der Aushärteprozess zur Qualitätssicherung kontrolliert und dokumentiert werden.
    Herr Niklas Ernst, Bluelight GmbH, Stuttgart stellte in diesem Zusammenhang ein neuartiges Inlinerverfahren für kleine Durchmesser vor. Mittels DIBT zugelassenen LED sowie angepassten Harzen und Harzträgern könne ein bogengängiges Komplettsystem angeboten werden, welches sich insbesondere für die Sanierung von Grundstücksentwässerungsanlagen eigne. Weitere hervorzuhebende Eigenschaften des Systems seien der geringe Platzbedarf für die Einbautechnik und die damit verbundene Mobilität sowie die Verwendung von styrol- und geruchsfreien Vinylesterharz, sodass keine kennzeichnungspflichtigen Stoffe mehr auf der Baustelle erforderlich seien. Zudem erlaube das System offene Enden und durch die radiale Dehnbarkeit auch Durchmesserwechsel in der Leitung.
    Zum Thema Qualitätssicherung und Abnahme von Kanalsanierungsmaßnahmen stellte Herr Prof. Bert Bosseler, Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) Gelsenkirchen zunächst fest, dass die Leistungsanforderungen an ein saniertes System denen an ein neues System entsprechen müssten. Um dies gewährleisten zu können, seien hohe Qualitätsstandards in Planung und Ausführung erforderlich. Zahlreiche Warentests des IKT und eigene Entwicklungen im Bereich der Leitungsprüfung seien ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätssicherung. Denn die richtige Wahl des unter technisch-wirtschaftlichen Gesichtspunkten geeigneten Sanierungsverfahrens stelle, ebenso wie die Wahl der zugehörigen Nutzungsdauer, eine anspruchsvolle Ingenieuraufgabe dar. Für die Entscheidungsfindung könne die Identifizierung und Bewertung der mit der Verfahrensanwendung verbundenen Risiken sowie der Möglichkeiten zur Risikominderung eine Orientierung bieten. Mit den Warentests würden eben diese Risiken und Möglichkeiten der verschieden Sanierungsverfahren transparent werden und damit planende Ingenieure bei der Verfahrenswahl unterstützt. Darüber hinaus trügen die Warentests auch zur Weiterentwicklung der getesteten Produkte bei.
    Herr Dr. Bernhard Fischer, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Bonn wies in seinem Vortrag auf neue Regelwerksteile zu Kanalreparaturverfahren hin. Denn, so Herr Dr. Fischer, den Reparaturverfahren kämen mit über 55 % der Hauptanteil bei der Verfahrenswahl gegenüber der Renovierung und Erneuerung zu. Zudem verlange die Reparatur defekter Abwasserkanäle sowohl in der Planung als auch in der Ausführung ein hohes Maß an Ingenieurwissen und Erfahrung bei der Einschätzung des geeigneten Verfahrens unter Berücksichtigung des erkannten Schadens, unterschiedlichen Baugrundverhältnissen, wechselnden Umgebungskriterien wie schwankende Grundwasserstände. Bislang stünden jedoch weder für die Injektionsverfahren noch für die Flutungsverfahren eine technische Hilfe als Merk- oder Arbeitsblatt seitens der DWA-Regelwerke zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund sei die Erarbeitung des Merkblattes des DWA-Merkblatt M 143-8, „Injektionsverfahren zur Reparatur von Abwasserleitungen“, welches bereits im Gelbdruck vorläge und des DWA Merkblattes M 143-20, „Flutungsverfahren zur Reparatur von Abwasserleitungen“, welches voraussichtlich noch in diesem Jahr veröffentlicht würde mehr als überfällig gewesen. Zusammenfassend stünde daher den Ausschreibenden und den Ausführenden zukünftig zwei neue und wichtige Regelwerke für Reparaturarbeiten von defekten Abwasserkanälen hilfreich zur Seite.
    Ein neuartiges Reparaturverfahren wurde von Herrn Thomas Jansen, Twinbond Liner GmbH, Lindau vorgestellt. Beim Twinbond Liner (TbL) - Verfahren handelt es sich um eine Technik, die in geschlossener Bauweise bei der Reparatur erdverlegter, schadhafter Freispiegel-Abwasserleitungen im Nennweitenbereich DN 100 bis DN 400 zum Einsatz kommt. Dabei wird ein mit Harz getränktes Glasfaser-Aramidlaminat mit Hilfe eines Packers an die zu reparierende Schadensstelle positioniert. Dies kann mittels Schiebestangen, Luftschiebestangen oder Seilwinden erfolgen. Anschließend wird die getränkte Glasfaser-Aramidmatte kraft- und formschlüssig an die Rohrinnenwand und überschüssiges Harz in die Schadensstelle gepresst. Dies sorgt für eine dauerhafte Abdichtung. Zudem liegt der ausgehärtete Kurzliner aufgrund seiner Konstruktion kantenfrei über der Reparaturstelle und bildet dadurch kein Abflusshindernis.
    Abschließend wurde im Vortrag von Herrn Erik Büttner, Scandric 3d Solutions, Bochum nochmals das 3-d Laserscan Verfahren aus Anbietersicht vorgestellt. Vorteile des Verfahrens sind die vollständige berührungslose 3-d Erfassung von Bauwerken, die oftmals auch ohne Begehung möglich ist. Kinematische Messverfahren in Verbindung mit einem Kamerawagen ermöglichten zudem die hochaufgelöste Innenvermessung von Abwasserkanälen. Herausforderungen beim 3-d Laserscan sind nach wie vor große Datenmengen, die Datenverfügbarmachung und die Visualisierung der Ergebnisse. Hierfür bietet das Haus Scandric 3d Solutions ein umfassendes serverbasiertes Softwarepaket an, sodass Projekte effektiv, ortsunabhängig und im kontinuierlichen Austausch mit dem Netzbetreiber gestaltet werden können.

    Zusammenfassend zeigte auch das diesjährige Lindauer Seminar, dass die Zukunftsfähigkeit der Siedlungsentwässerung nicht nur ein technisches Thema, sondern auch ein Thema von äußerst hoher gesellschaftlicher Relevanz ist. Entsprechend wurden die Zusammenhänge aus Sicht der Gesetzgebung, der Betreiber, der Planer und der Anwender vorgestellt und von den Teilnehmern angeregt diskutiert. Ein besonderer Dank geht im Namen aller Teilnehmer an die Familie Jöckel und an alle Mitarbeiter der Fa. JT-elektronik GmbH für die hervorragende Gestaltung und Organisation des Seminars.
    Das 31. Lindauer Seminar findet am 08. und 09.03.2018 in der modernisierten und erweiterten Lindauer Inselhalle statt, wieder mit den relevanten Themen zur praktischen Kanalisationstechnik und Instandhaltung von Kanalisationen und neuem Ausstellungskonzept.
     
    Weitere Informationen zum 30. Lindauer Seminar unter Email: sonja.joeckel@jt-elektronik.de oder im Internet: www.jt-elektronik.de.
    RauschTV
    Seit über 30 Jahren entwickelt und produziert die Firma Rausch TV Inspektionsanlagen für optische Rohr- und Kanaluntersuchungen sowie Dichtheitsprüfsysteme in höchster Qualität. Dieser Qualitätsanspruch spiegelt sich auch in allen Serviceleistungen wieder.
    Neben Entwicklung, Produktion und Verwaltung, die sich im Firmenhauptsitz in Weißensberg am Bodensee befinden und wo natürlich auch Servicearbeiten durchgeführt werden, steht zusätzlich ein umfangreiches und zuverlässiges Kundendienstnetz weltweit zur Verfügung. In den Rausch eigenen Servicestellen in Düsseldorf, Winsen und Hoerdt bei Straßburg sowie bei unseren Service Partnern in Dresden, Lünen, Wiesentheid, Ingolstadt und Berlin finden unsere Kunden kompetente Ansprechpartner und fachgerechte  Unterstützung. Auch unsere internationalen Kunden genießen besten Service vor Ort .
    Rausch Electronics USA  bietet ein  großflächiges Händlernetz in Nordamerika.
    Stefan Rausch kommentiert: „Unser hoher Serviceanspruch kombiniert mit einem Höchstmaß an Qualität und Zuverlässigkeit basierend auf einer Fertigungstiefe von über 90%, garantieren unsere Position unter den Weltmarkführern.“
     
    Neue Messehighlights als Resultat kontinuierlicher Entwicklung
    Die Entwicklung der Rausch RCA Linie hatte bereits in den 90iger Jahren begonnen und hat durch kontinuierliche Weiterentwicklung immer wieder neue Trends im Markt gesetzt.
    Erstmals vorgestellt wurde die RCA 4.0 auf der internationalen Leitmesse IFAT 2016 in München.  Als weltweit erste TV Anlage ermöglicht sie eine Übertragung in Full HD mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixeln mit Kupferkabeln ohne Lichtwellenleiter.                                                                                          
    Dies wurde durch die speziell hierfür entwickelte VML Technologie ermöglicht. Diese Übertragungsart ist patentrechtlich geschützt. Durch die Verwendung dieser Technologie wird der Service vereinfacht und  somit Unterhaltskosten minimiert.
    Die Systemsteuerung erfolgt über einen Industrie PC in Verbindung mit einem 15“ Touchscreen sowie über multifunktionelle Joysticks, die zusammen die komplette Kontrolle von Kameras, Fahrwagen und dem Satellitensystem übernehmen. Ein zweiter PC übernimmt die Dokumentation der durchgeführten  Inspektion. Zur Vermessung von Schadstellen ab DN 150 und zur Deformationsmessung steht die bereits bewährte Kamera KS 135 Scan jetzt in Full HD zur Verfügung.
    Für den Einsatzbereich bis DN 2500 kann die Kamera wahlweise auf einem Floß oder in Verbindung mit dem Fahrwagen C 135 und einer Lafette eingesetzt werden.
     
     
    Weltneuheit in der Kameratechnik
    Erstmalig  stellt die Firma Rausch in diesem Jahr eine Satellitenkamera in Full HD Technik dem Markt vor.  Die Kamera KS 60 HD für DN 100 – DN 600 wird entweder über das modulare System der M-Serie mit einem Schiebekabel eingeschoben oder in Verbindung mit einem Hochdruckspülsystem und einer Spezialdüse vorgetrieben.
    Die RCA 4.0 kann direkt als Full HD Version erworben werden. Alternativ kann der Kunde sich für ein System in „Full HD prepared“ für eine spätere Umrüstung  entscheiden.
     
     
    Für Kunden, die die Datenmenge der Full HD Aufzeichnung  derzeit noch nicht verarbeiten können, besteht die Möglichkeit in MPEG2 mit einer Auflösung von 720 x 576 Pixeln aufzuzeichnen.
    Die RCA 4.0 ist zur Dichtheitsprüfung von Einzelmuffen-, Haltungs-, Schacht- und Abscheiderprüfungen erweiterbar.
     
    Leitungsverlaufsortung auf neuen Wegen
    Das neue Ortungssystem LATRAS (LAterales TRAcking System) von Rausch dient der  automatischen Vermessung und der grafischen Darstellung des Leitungsverlaufs von Hausanschlussleitungen. Die LATRAS Sensorik wird hinter der Kamera KS 60 DB angebracht.
    Die Steuerelektronik erfasst die Bewegungsrichtung des LATRAS Sensorkopfs. Diese xyz-Koordinaten werden permanent parallel zur Inspektion registriert und erlauben es, den Leitungsverlauf gleichzeitig und ohne wesentlichen Mehraufwand für den Inspekteur automatisch aufzuzeichnen. Die Qualität der Untersuchung wird durch die neuen und wichtigen Informationen über das Leitungssystem deutlich erhöht.
     
     
     
     
    LATRAS kann bei Systemen, die mit der M-Serie und der Kamera KS 60 DB bestückt sind, nachgerüstet werden.
     
    Hardware und Software nahtlos verknüpft
    Komplettiert werden Rausch Systeme mit der Software PipeCommander und dem Kartenmodul PicoMaps. Im Pipecommander werden alle relevanten Stammdaten und Inspektionsereignisse  erfasst. Von hier aus sind die Daten später leicht zu editieren. Alle Projekte werden in einer übersichtlichen Menüstruktur verwaltet und können jeder Zeit gezielt exportiert und ausgedruckt werden. Inspektionsverläufe und -ergebnisse können in Form von Videos, Fotos, Protokollen und Statistiken abgerufen werden. PipeCommander ist als Erfassungssoftware für Fahrzeuge und als reine Büroversion zur Verwaltung bzw. Nachbearbeitung von Untersuchungsdaten erhältlich.
    Als leistungsstarkes Zusatzmodul der Kanalerfassungssoftware PipeCommander holt sich PicoMaps alle verfügbaren Geo-Koordinaten automatisch aus der Datenbank. Auf Basis dieser Daten visualisiert PicoMaps Anschlussleitungsverläufe in bester 3D-Qualität oder automatisiert mit LATRAS.
     
    Leichtgewichte von Rausch
    Rausch bietet mobile Lösungen und Einbauanlagen für Fahrzeuge, die in Leichtbauweise mit innovativer Wabentechnologie konzipiert sind. Sie erreichen selbst vollausgebaut inklusive des wegweisenden modularen Systems der M-Serie und der Stromversorgung über Lithium-Ionen-Batterien nur 3.100 kg Gesamtgewicht. Dementsprechend können sie mit dem Führerschein Klasse B bis 3.500 kg Gesamtmasse bewegt werden.
    Besonders geeignet für den Einbau in kleinere Fahrzeuge ist das mobile System MOBILE pro. Es verfügt über einen integrierten 12“ LCD-Monitor, einen digitalen MPEG 4 Recorder mit Einzelbildspeicherung und einer Schnittstelle für die Verbindung mit einem PC.
    Die Fahrwagen C 100 mit Kamera KS 60 DB und  C 135 mit KS 135 decken einen Inspektionsbereich von DN 100 – DN 2500  ab , sie werden über zwei Multifunktions-Joysticks gesteuert.
    Mit dieser modularen und kostengünstigen Kompaktlösung ist der Zugang in Tiefgaragen und engen Seitenstraßen möglich. Außerdem ist die MOBILE pro platzsparend  in Sanierungs- und Spülfahrzeuge integrierbar.
     
    Klein aber fein
    Zur Betrachtung kleiner Rohre im Haus so wie von Hausanschlussleitungen werden die Rausch  Schiebekamerasysteme eingesetzt. Die kleinsten Axialsichtkameras haben einen Durchmesser von 13 mm ab DN 100 kommen Schwenkkopfkameras zum Einsatz.
    Diese Kameras bieten ein stets lagerichtiges Bild und können durch integrierte Sonden exakt geortet werden.
    Kabellängen bis zu 80 m sind möglich
    Die KS 60 DB von Rausch setzt höchste Maßstäbe bei der lückenlosen Detektion selbst minimalster Schäden. Dank integrierter Laserdioden ist die digitale Kreis- und Schwenkkopfkamera 60 DB zusätzlich in der Lage, präzise Durchmesserbestimmungen und Schadensvermessungen durchzuführen.
    Die Steuereinheit Delta ist zur Dokumentation der Inspektionen mit integriertem MPEG Recorder oder PC lieferbar.
    Rausch Produkte Live erleben
    Besuchen Sie uns auf der RO-KA-TECH vom 10.- 12. Mai 2017
    Halle 1 Stand A09
     
    Weitere Informationen
    Rausch GmbH & Co.KG
    Gerlinde Graf
    Marketing/Vertrieb
    Brühlmoosweg 40
    88138 Weißensberg
    Telefon: +49 (0) 8389 / 898 15
    Telefax: +49 (0) 8389 / 898 41
    E-Mail: ggraf@rauschtv.de
    Internet: www.rauschtv.com
    Volker
    „Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme“

    Das hat Tradition: Im März 2017 findet das Lindauer Seminar zum 30. Mal statt.

     

    Die Tanner Denkfabrik in Lindau am Bodensee gilt als Ort für innovatives Denken und Handeln. Am 9. und 10. März 2017 findet in diesem außergewöhnlichen und inspirierenden Ambiente das inzwischen 30. Lindauer Seminar statt. Die Traditions-Fachveranstaltung zur Entwässerung, Inspektion und Sanierung von Kanal- und Rohrsystemen steht auch dieses Mal unter dem stets aktuellen Thema „Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme“.

    „Seit Ende der 1980er Jahre haben sich die Lindauer Seminare immer weiterentwickelt“, freut sich Ulrich Jöckel, Geschäftsführer der JT-elektronik GmbH. „In den letzten Jahren zählte die Veranstaltungsreihe jeweils sogar häufig mehr als 500 Teilnehmer und darüber hinaus 50 - 60 ausstellende Firmen“. Damit stellt der Lindauer Dauerbrenner das größte und bedeutendste deutschsprachige Fachforum für die Siedlungsentwässerung dar.

    Und das hat seinen Grund: Die Anforderungen aus der Politik, die Wünsche aus den Behörden, aber auch die Forderungen zur Umsetzung von EU-Richtlinien stehen in Lindau ebenso zur Diskussion wie Lösungen durch effiziente und nachhaltige Kanalsanierungsmethoden. Höchste Qualität, die Frage nach Aufwand und Nutzen, aber auch Möglichkeiten durch andere oder alternative Vorgehensweisen fordern alle an der Kanalinstandhaltung Beteiligten heraus und bieten jede Menge Diskussionsstoff. Wie sehen die Ausschreibungen und deren Ergebnisse in mehreren Jahren aus, wer trägt die Verantwortung über nicht sach- und fachgerechte Realisierungen, und wie urteilt dann der Jurist? Auch diese Fragen stehen in Lindau zur Diskussion.

    Den Schwerpunkt des Seminarprogramms 2017 bilden sechs Vortragsblöcke. Am 9. März stehen Rahmenbedingungen und Herausforderungen, Moderne Siedlungsentwässerung und die damit verbundenen aktuellen Herausforderungen an den Kanalbetrieb, Planung und Strategien zur Bewältigung von Starkregenereignissen sowie Erfahrungen bei der Instandhaltung von Kanalisationen auf dem Programm. Neue Entwicklungen für die Praxis sowie Kanalsanierung – von der Planung bis zur Abnahme sind Themen am 10. März. Die Veranstaltung steht wieder unter der fachlichen Leitung von Universitätsprofessor Dr.-Ing. Max Dohmann aus Aachen sowie Universitätsprofessor Dr.-Ing. F. Wolfgang Günthert aus München.

    Ein breiter Raum für Diskussionen, eine begleitende umfangreiche Ausstellung von Fachunternehmen und nicht zuletzt die durch ein gemütliches Beisammensein und eine Betriebsbesichtigung geförderte familiäre Atmosphäre machen das Forum unverwechselbar.

    Das Lindauer Seminar soll sowohl erfahrenen Fachleuten als auch Berufseinsteigern einen nachhaltigen Mehrwert vermitteln. Es hat sich in den vergangenen Jahren bewährt, dass die Seminarteilnehmer aus allen relevanten fachlichen Bereichen und damit aus Behörden, Kommunen, Planungsbüros, produzierenden und dienstleistenden Unternehmen sowie Forschungsinstituten kommen. Darüber hinaus sind es Jahr für Jahr auch Vertreter der Bundes- und Landespolitik, von Fachverbänden und der Versicherungswirtschaft, die Perspektiven für die Branche und für die Jahrhundertaufgabe Kanalsanierung aufzeigen.

    20 Prozent aller Kanalleitungen in Deutschland sind laut Deutscher Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) kurz bis mittelfristig sanierungsbedürftig. Das macht die Herausforderung an alle Beteiligten deutlich. Das Lindauer Seminar ist somit auch mit der 30. Auflagen hochaktuell.

     

    Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit unter: www.jt-elektronik.de.

     

    Info/Kontakt:

    Ansprechperson: Dipl.-Kffr. Sonja Jöckel, Email: sonja.joeckel@jt-elektronik.de

    JT-elektronik GmbH, Robert-Bosch-Str. 26, 88131 Lindau, Tel. 08382/967360, www.jt-elektronik.de

    Volker
    JT präsentierte sich auf der internationalen Weltleitmesse in Halle B4, Stand 129/228. Mit einem solchen Interesse hatten wir gar nicht gerechnet: Die virtuelle 3D Schacht- und Kanalbefahrung fand neue und viele Interessierte...
    Die Mitarbeiter von Ingenieurbüros und vieler Kommunen waren von den Möglichkeiten einer gesamtheitlichen, nachvollziehbaren, zugeordneten und somit nachhaltigen Inspektion von Schächten, Kanälen und Anschlussleitungen begeistert. Wie funktioniert das? Ist eine Kamera-Drohne im Spiel? … waren u.a. die Fragen, die es zu beantworten gab. Wir und speziell Vanessa Noth, B.Eng. für Geoinformatik von unserer Partnerfirma scandric, konnten viele Fachgespräche diesbezüglich führen. Aber auch das abbiegefähige Kamerasystem Lindauer Schere und die zusammen mit unserem Softwarepartner bluemetric software weiterentwickelten Produkte geoASYSbop und INSPECTOR, sowie die auf Vorstrahl umschaltbare Kanalreinigungsdüse und viele Kleinigkeiten, welche die Inspektion der Grundstücks- und Liegenschaftsentwässerungsanlagen noch einfacher und effizienter gestalten, fanden bei den Besuchern großen Anklang. Machen Sie sich selbst ein Bild und wir zeigen Ihnen unsere Technik bei Ihnen. Völlig unverbindlich, aber mit dem Mehrwert einer nachhaltigen, besseren und schnelleren Umsetzung!
    Quelle: JT-Elektronik
    Volker

    Die Rausch GmbH & Co. KG, Spezialist für TV-Kanalinspektionssysteme, setzt mit der RCA 4.0 erneut Maßstäbe. Ein messerscharfes Bild in HD Qualität sowie eine Übertragungstechnik, die erstmals in der Kanalinspektion ohne Lichtwellenleiter auskommt, verspricht Untersuchungen auf höchstem Niveau.   Internationale Premiere
    Erstmals vorgestellt wurde die RCA 4.0 auf der internationalen Leitmesse IFAT in München. Geschäftsführer Stefan Rausch ist zufrieden: „Von der Präsentation unserer neuen Rausch Comfort Anlage – der RCA 4.0 - waren unsere Kunden begeistert. Mit unserer innovativen und bisher
    einzigartigen VML Technologie bieten wir jetzt die modernste TV-Inspektionsanlage auf dem Markt an.“
    Das Rausch Messeteam vor der verhüllten RCA 4.0
    (v.l.n.r. Josef Kunzmann, Carmen Nowak, Stefan Rausch, Jens Lichtblau, Vaidotas Milaknis, Diana Mette, Daniel Wießner,
    Dragan Jovanovic; hinten: Zoran Jovanovic-Immler, Torsten Sigusch, Adam Baker)   Erfolgsgeschichte
    Die Entstehung der RCA 4.0 ist dabei kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat von konsequenter Weiterentwicklung und Anpassung an aktuelle Marktanforderungen. Bereits in den 90er Jahren hieß es: professionelle TV-Einheit mit ergonomisch angeordneten
    Geräten. Mit der RCA 90 brachte der Mittelständler aus Weißensberg bei Lindau seine erste Comfort Anlage zur Kanalinspektion auf den Markt. Eingebaut in einen Kleintransporter waren alle notwendigen Gerätschaften stets einsatzbereit. Das charmante Design im „Wohnzimmer-Stil“ unterstrich dabei die Wertigkeit des Produktes. Ein herrlicher Kontrast zur damaligen Technik. RCA 90 Innenausbau   Der Start in das 20. Jahrhundert mit der RCA 1000 zeigte sich wesentlich nüchterner und technischer. Neben höchsten Ansprüchen an Kameras und Fahrwagen mussten nun die systemischen Funktionalitäten, welche das digitale Zeitalter mit sich gebracht haben, umgesetzt werden. Ein Meilenstein in der Firmengeschichte. RCA 1000 Innenausbau   Mit der RCA proline gelang 2003 eine weitere Entwicklungsstufe. Digitale Steuer- und Bedieneinheit, vollsynchronisierte Kabeltrommel
    und modulare Kamerafahrwagen sprechen für sich. In Verbindung mit dem Satellitensystem der MSerie entpuppte sich die RCA proline als Maß der Dinge in der Branche. Die Anlage entwickelte sich dank ihrer kompakten Bauweise auch zum Exportschlager und die Firma Rausch konnte seine Marktstellung weltweit stark ausbauen. RCA proline Innenausbau   Die RCA 4.0 ist nun eine konsequente Weiterentwicklung des bereits vorhandenen Systems. Schon vor zwei Jahren wurde zusammen mit der MOBILE pro das Rausch Compact System vorgestellt, welches die Grundlage für die neue HD Technologie bildet. „Dadurch überzeugen wir bei der RCA 4.0 mit bewährter Qualität, made in Germany – so wie man das von uns gewohnt ist.“, so Stefan Rausch.   Full HD   Um ein noch besseres Ergebnis bei der TV Untersuchung zu gewährleisten und den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden,
    wird selbstverständlich auf höchste Auflösung, auch bekannt als Full HD, zurück gegriffen. Diese beträgt 1920 x 1080 Pixel.
    Beide Kamerasysteme von Rausch, die KS 60 DB sowie die KS 135, sind bereits in HD Ausführung realisiert. Bisher war DN 200 die kleinste Nennweite, die mit Full HD untersucht werden konnte. Mit dem Fahrwagen C135 und der Kamera KS 135 HD beginnt der Einsatzbereich nun bei 135 mm und mit dem Fahrwagen C 100 und der Kamera KS 60 HD sogar bei 100 mm. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der neuen TVInspektionsanlage RCA 4.0. Kamera KS 135 HD   VML Technologie   In der Technik glänzt das innovative TV-Inspektionssystem von Rausch durch ein digitales Videosignal, welches über eine patentierte Übertragungstechnologie übertragen wird. Dabei kommt man mit einem robusten Kupferkamerakabel aus und verzichtet erstmalig in der Branche auf reparaturanfällige und teure Lichtwellenleiterverbindungen. Kabelreparaturen werden dadurch deutlich vermindert und sind wesentlich leichter zu erledigen. Ebenso entfällt das Vorhalten eines Ersatzkabels – das schont die Nerven des Technikers und den Geldbeutel des Investors. Eine einfache Steckverbindung zwischen Kabeltrommel und Fahrwagen rundet das Ganze ab. Das sogenannte Twisted-Pair-Kabel wird schon lange erfolgreich in der Signal- und Datenübertragung eingesetzt. Rausch wurde zur Adaption der VML Technologie für die TV-Inspektion von einem starken Partner begleitet, mit dem es gelungen ist, dieses Übertragungsverfahren auch auf langen Wegstrecken zu realisieren. Die VML Technologie wurde bereits auf einer Länge von 600 Metern getestet und kann in Verbindung mit der bewährten Kabeltrommel ELKA 600 ohne Probleme eingesetzt werden. Rausch VML Technologie   RCA 4.0   Eingesetzt wird die VML Technologie nun erstmals in der neuen Rausch Comfort Anlage, der RCA 4.0. Neben den technischen Besonderheiten gibt es weitere Änderungen: Die Anlagensteuerung erfolgt nun über zwei PCs – einen zur Bedienung der Anlage und einen zur Dokumentation. 
    Der Kanalinspekteur hat hierbei wahlweise die Möglichkeit zur Steuerung über einen Touchscreen oder zwei USB-Joysticks. Die Bedienoberfläche der Anlage ist dabei vom Anwender selbstständig konfigurierbar. So lassen sich zum Beispiel Sprache und Bedienfeldanordnung ganz nach den individuellen Bedürfnissen anpassen.
    RCA 4.0 Fahrzeug - HD Übertragung ohne Lichtwellenleiter   Bisher ist mit der RCA 4.0 lediglich die Inspektion im Hauptkanal möglich. Aber die Entwickler des mittelständischen Unternehmens haben sich bereits ein neues Ziel gesetzt. Bei der Enthüllung der neuen Anlage hat Stefan Rausch stolz verkündet: „Nach der Messe ist vor der Messe. Unser Ziel ist es, bis Ende des Jahres Full HD auch im Hausanschlussbereich anbieten zu können.“ Mit dieser Entwicklung wird Rausch weitere Maßstäbe in der TV-Inspektion setzen. Im selben Atemzug verspricht Rausch weiterhin: „Kunden, die jetzt eine RCA proline kaufen, erhalten die Option, innerhalb von 24 Monaten auf Full HD umzurüsten.“   Neuheit: LATRAS   Neben dem Messehighlight gibt es mit dem neuen Leitungsverlaufsortungssystem LATRAS (von engl. „Lateral Tracking System“) eine weitere Neuheit von Rausch, welche ebenfalls auf der IFAT vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um einen Sensorkopf, welcher hinter der Kamera KS 60 DB montiert wird und die Bewegungsrichtungen der Kamera erfasst. Diese xyz-Koordinaten werden permanent parallel zur Inspektion registriert und erlauben es, den Leitungsverlauf parallel zur Inspektion automatisch aufzuzeichnen.
    Neben der Hardware kommt hierbei die bewährte Rausch Erfassungssoftware PipeCommander zum Einsatz, welche die Daten verarbeitet und dem Kartenmodul PicoMaps übergibt. Die Software erzeugt daraus ein 3D Bild der untersuchten Rohrleitung, welches direkt auf dem Bildschirm angezeigt wird.
    Mit LATRAS entsteht dem Inspekteur kein zusätzlicher Aufwand. Die Qualität der Untersuchung wird durch die neuen und wichtigen Informationen über das Leitungssystem jedoch deutlich erhöht.   Weitere Informationen:
    Rausch GmbH & Co. KG
    Carmen Nowak
    Marketing/Vertrieb
    Brühlmoosweg 40
    88138 Weißensberg
    Telefon: +49 (0) 83 89 / 898 15
    Telefax: +49 (0) 83 89 / 898 15
    E-Mail: cnowak@rauschtv.de
    Internet: www.rauschtv.com
    Volker

    By Volker, in Jt-Elektronik,

    „Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme“
    Das 29. Lindauer Seminar

    10. und 11. März 2016

    Die wasserwirtschaftliche Verantwortung in Politik und Technik 

    Prof. Karsten Kerres, Aachen

     
    Die nunmehr 29. Veranstaltung des Lindauer Seminars am 10. und 11. März 2016 demonstrierte mit fast 500 Teilnehmern, 23 Referenten und 64 Ausstellern unter der Leitung von Herrn Prof. Max Dohmann und Herrn Prof. Wolfgang Günthert eindrucksvoll die wasserwirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung technisch intakter und zukunftsfähiger öffentlicher und privater Entwässerungssysteme.

     
    Rahmenbedingungen und  zukünftige Herausforderungen

    Herr Prof. Max Dohmann lenkte zum Auftakt der Veranstaltung zunächst einen Blick auf die Zukunft der Abwasserinfrastruktur in Deutschland. Er stellte dar, dass die deutsche Abwasserinfrastruktur Weltniveau habe. Dennoch zeichneten sich, so Prof. Dohmann, zukünftig notwendige Veränderungen bzw. Ergänzungen ab: Trotz stagnierender Einwohnerzahlen in Deutschland würden die zum Bestandserhalt und Ausbau der Kanalisationen erforderlichen Investitionen in einer Größenordnung von etwa 3,7 Mrd. €/a liegen. Gründe hierfür seien unter anderem wachsende Siedlungsflächen, die Intensivierung der Maßnahmen zur Erhaltung der vorhandenen Infrastrukturen oder auch eine Erhöhung des Anteils der Trennkanalisation
    Herr MDgt Prof. Dr.-Ing. Martin Grambow, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft und Bodenschutz des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz stellte sich anschließend der Frage, ob die Abwassersysteme für die künftigen Herausforderungen gerüstet sind. Er führte aus, dass das etablierte System der Abwasserentsorgung als grundlegende Säule der Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger geräuschlos und reibungsfrei funktioniere. Vor diesem Hintergrund lohne es sich nachzufragen, ob und wo sich Probleme abzeichnen könnten, denn die Abwasseranlagen seien hinsichtlich grundlegender Veränderungen schwer handhabbar und unflexibel. Netzbetreiber und Städteplaner seien demnach gut beraten, das Thema zukunftsfähige Siedlungsentwässerung rechtzeitig in den Katalog ihrer regelmäßigen Bilanzierungen mit aufzunehmen und vorhandene Spielräume für Anpassungen und Modifikationen, mit denen die Erfolge in der Siedlungsentwässerung weiterentwickelt werden können, zu nutzen. So existiere allein im Ausbau der getrennten Niederschlagswasserableitung ein erhebliches Anpassungspotential. Auch sei es ratsam, die ursprünglichen Bemessungsannahmen der zwischenzeitlich erfolgten und der zukünftig prognostizierten Ortsentwicklung gegenüberzustellen und zu überprüfen. Zusammenfassend solle jede Gelegenheit genutzt werden, um bei größeren Maßnahmen am Kanalnetz auch dessen intelligente Weiterentwicklung zu verfolgen. Der Zeitpunkt für eine Weiterentwicklung der Abwassersysteme sei, so Prof. Grambow, immer richtig.
    Die Rolle der Entwässerungssysteme im Rahmen der Überflutungsvorsorge beleuchtete Prof. Dr.-Ing. Marc Illgen (Hochschule Kaiserslautern). Er betrachte die Überflutungsvorsorge als Gemeinschaftsaufgabe, an der sich Entwässerungsplanung, Stadt- und Verkehrsplanung sowie Politik gleichermaßen beteiligen müssten. Grund sei, dass vor dem Hintergrund zu erwartender Starkregenereignisse Ausbaumaßnahmen an der Kanalisation teuer, allein aber nicht heilbringend seien. Ergänzend seien Maßnahmen an Oberfläche, wie Retentions- oder Versickerungsflächen vorzusehen oder sogar zu bevorzugen.

     
    Siedlungsentwässerung – heute und morgen

    Wie ein solches Umdenken in der Praxis funktionieren kann, stellte Herr Dipl.-Ing. Reinhard Beck (Ingenieurbüro Reinhard Beck GmbH & Co. KG) am Beispiel der Stadt Solingen dar. Die weltweite Klimaveränderung werde im Umfeld einer Stadt nicht zu bremsen sein. Jedoch trage die Kommune für die innerstädtische Versiegelung ihrer Siedlungsbereiche die alleinige Verantwortung. Dabei rängen die wirtschaftlichen Interessen der Kommunen, Bauland zu schaffen oftmals mit der notwendigen Begrenzung einer weiteren Versiegelung. In Solingen beispielsweise nähme die Stadt bereits ihre Verantwortung für die Folgen von Starkregen wahr, indem sie stadtweit die Überflutungsrisiken bei Starkregen ermitteln ließe: Aufgrund der Erkenntnis, dass die entscheidenden Abflüsse bei Starkregen auf der Oberfläche erfolgen, läge auch dort der künftige Fokus der Abflusssimulation und der Schutzmaßnahmen. Die neu aufgestellte Siedlungsentwässerung sei in Solingen zukünftig Bestandteil eines gesamtkommunalen integralen Planungsansatzes, der die Anforderungen seiner Bürger hinsichtlich Entwässerungskomfort und Überflutungsschutz unter Berücksichtigung der ökologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Belange erfülle.
    Herr Dr.-Ing. Holger Hoppe (Dr. Pecher AG) ergänzte mit seinem Vortrag zu Planung und Betrieb zukunftsfähiger Entwässerungssysteme, dass nicht nur Ausbaumaßnahmen erforderlich seien, sondern insbesondere in der Betriebsoptimierung der bestehenden Entwässerungssysteme erhebliche Anpassungspotentiale bestünden. Oftmals würden mit erheblichem Aufwand bereits jetzt Messdaten aller Art erhoben. Herr Dr. Hoppe führte aus, welchen Wert diese Daten hätten und nannte als Beispiele einer intelligenten Nutzung solcher Informationen die verschmutzungsabhängige Kanalnetzsteuerung in Wuppertal oder auch neuartige Möglichkeiten der Fremdwassererfassung.

     
    Ausschreibung und Vergabe bei der Kanalinstandhaltung

    Herr Bernd Düsterdiek (Deutscher Städte- und Gemeindebund) stellte in seinem Vortrag seine Einschätzung zu den neuen EU-Vergaberichtlinien aus kommunaler Sicht dar. Die EU-Vergabereform sei seiner Ansicht nach die größte Reform seit 10 Jahren und ziehe eine neue Struktur des Vergaberechts nach sich. Betroffen seien beispielsweise die Vergabe freiberuflicher Leistungen, die Bewertung der Bietereignung oder auch die Bewertung von Inhouse Geschäften bei interkommunalen Kooperationen bzw. im Rahmen einer öffentlich-öffentlichen Zusammenarbeit.
    Herr Michael Hippe (Ingenieurbüro Fischer GmbH) stellte Methoden der Ausschreibung und Vorbereitung der Vergabe durch ein Ingenieurbüro vor. Dabei müssten, so Herr Hippe, trotz aller Planungswerkzeuge, mittels derer beispielsweise die Durchführbarkeit bestimmter Sanierungsmaßnahmen vorbewertet werden kann, die Ausschreibung immer auch durch eine konsequente Orts- und Schachtbegehung vorbereitet werden. Darüber hinaus müssten bei der Wahl des Sanierungsverfahrens nicht nur Schadensbilder und -ausprägungen, sondern auch die Aspekte der Abflusslenkung, der Abfalllenkung und der Verkehrslenkung berücksichtigt werden. Die Vergabe von Leistungen solle nach standardisierten Methoden erfolgen. Dabei sollten zunächst beispielsweise unvollständige Angebote ausgeschlossen werden und anschießend die Eignung der Anbieter in Hinblick auf Fachkunde oder Zuverlässigkeit geprüft werden. In weiteren Schritten empfehle sich die rechnerische, technische und wirtschaftliche Prüfung sowie eine abschließende Wertung der Angebote.
    Herr Uwe Neuschäfer (KASSELWASSER, Güteschutz Kanalbau) stellte das Aufgabenfeld des Güteschutz Kanalbau vor. Vor dem Hintergrund dass ca. 75 % aller Schäden im Kanal auf Planungs- oder Ausführungsfehler zurückzuführen seien, stehe Gütegemeinschaft mit ihren Handbüchern und dem Überwachungskonzept für einen fachgerechten Umgang mit dem größten Anlagevermögen der Kommunen. Dies solle und könne zwar kein Ersatz für eine qualifizierte Planung, Bauausführung und Bauüberwachung seitens der Auftraggeber sein, stelle aber in Anbetracht möglicher zu erwartender Mängel eine wichtige Ergänzung dar.

     
    Qualität und Anforderungen bei der Ausführung der Kanalinstandhaltung

    Herr Prof. Dr.-Ing. Bert Bosseler (IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH) führte in seinem Vortrag die Besonderheiten an die Anforderungen an den Betrieb privater Leitungen im öffentlichen Grund aus. Diese ergäben sich durch Zielkonflikte wie beispielsweise die Drainage des privaten Grundstücks und der Fremdwasservermeidung im öffentlichen Kanal. Nach wie vor sei eine umfassende Beratung der Eigentümer hinsichtlich Funktion der Grundstücksentwässerung als Teilbereich der Siedlungsentwässerung und auch den Folgen nicht sachgerecht betriebener Leitungen erforderlich, wie sie z.B. über die Internetplattform „Bürgerinfo Abwasser“ geleistet werde.
    Die Anforderungen an die 3d-Rohrverlauf-Vermessung mittels ASYS wurden von Herrn Dipl.-Ing Sven Kämpfer (Ingenieurbüro S. Kämpfer) dargestellt. Die geodätische Lagemessung abwassertechnischer Anlagen leiste zusammen mit der Zustandserfassung einen wertvollen Beitrag für eine wirtschaftliche und nachhaltige Sanierungsplanung, da die Information über das inspizierte Netz um dessen Lage vervollständigt werde. Der generierte Lageplan könne zur Darstellung von Rückstauebenen und damit für hydraulische Berechnungen herangezogen werden. Zudem werde das Auffinden von Leitungen für eventuelle Sanierungsmaßnahmen deutlich erleichtert. Dies sei aufgrund der Vielzahl verlegter Leitungen und der Arbeiten unter erschwerten Bedingungen insbesondere bei industriellen Anlagen von besonderer Bedeutung.
    Herr Dipl.-Ing. Wilfried Günzel, ö.b.u.v. Sachverständiger für Kanalinspektion u. grabenlose Kanalsanierung, griff in seinem Vortrag die Frage auf, ob Mängel in der Sanierung die Ursache einer fehlerhaften Planung und Ausführung seien. Er stelle seit Jahren eine Zunahme an Rechtsstreitigkeiten bei Kanalsanierungsarbeiten fest, obwohl neben den Gütezeichen eine Fülle von Normen, Regelwerken oder Empfehlungen zur Verfügung stünden und die Verfahren als solche weitgehend ausgereift seien. Anhand verschiedener Fallbeispiele zeigte er auf, dass auch eine sehr gute Ausschreibung mit Vorgabe von Qualitätsstandards kein Garant für eine fachgerechte Ausführung sei. Sei allerdings die Planung bzw. Ausschreibung mangelhaft, könne man zu einem erheblichen Teil davon ausgehen, dass die Ausführung auch Mängel aufweise und es oftmals zu vermeidbaren Rechtsstreitigkeiten kommen könne.

     
    Wirtschaftliche Aspekte bei der Betriebsorganisation und -führung

    „Wie viel Beratung ist erforderlich?“ Dies hänge wesentlich, so Herr Prof. Günthert, wesentlich von der Schwierigkeit der Aufgabe und von der Qualifikation der Beteiligten ab. Aus seiner praktischen Erfahrung aus beratender Tätigkeit stellte Herr Prof. Günthert aber auch dar, dass die vom Auftraggeber gewünschte Leistung nur dann erbracht werden könne, wenn diese mit der ausgeschriebenen Leistung, und diese wiederum mit der geleisteten Arbeit deckungsgleich seien. Hier kompetent zwischen den Akteuren zu vermitteln sei ebenso wie die Prüfung, ob die vom Auftraggeber gewünschte Leistung mit der erforderlichen Leistung deckungsgleich sei, wesentliche Aufgabe von Beratungsleistungen.

     
    Wie Effizienzsteigerung in industriellen Unternehmen aus Sicht eines Unternehmensberaters geschehen könne und welche Rückschlüsse hieraus für den Kanalbetrieb gezogen werden können, war Inhalt des Vortrages von Herrn Dr. Rainer Heger (TMG Consultants). Ressourcenknappheit, so Dr. Heger sei der wesentliche Antrieb für verschwendungsarmes Handeln. Dabei ginge es nicht um ein Mehr an Methoden, sondern „lediglich“ um das Selektieren von Prozessen und Werkzeugen, das Standardisieren von Prozessen und letztlich um die eigene Selbstdisziplin, sinnvolles Handeln in der tagtäglichen Praxis umzusetzen.
    Herr Herman Doblinger, AWA Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe gKU, stellte in diesem Zusammenhang zunächst die Möglichkeiten der Unternehmensform „Gemeinsames Kommunalunternehmen“ vor: Kurze Entscheidungswege, klare Organisationsstrukturen würden gemeinsam mit weiteren Vorzügen, wie die Wahrnehmung als kommunales Non-Profit-Unternehmen für einen erheblichen Rückhalt in Politik und Bevölkerung sorgen und so zu einem wirtschaftlichen Betrieb wesentlich beitragen. Hinzu käme, dass sich aus dem Kommunalverbund eine Unternehmensgröße ergäbe, die erweiterte Kompetenzen entwickeln könne und Synergien ermöglichen würde. Als Beleg führte er das Beispiel auf, dass Bauherren nun nicht mehr verschiedene Ansprechpartner für Antrag und Genehmigung der Wasserver- und Abwasserentsorgung eines Grundstückes aufsuchen müssten. Bürgerservice, so Herr Doblinger zusammenfassend, bedeute auch „Dienstleistungen rund um Wasser und Energie aus einer Hand“.
    Die Methoden der Substanzerhaltung des Kanalnetzes und das Vorgehen bei Planung und Vergabe von Sanierungsmaßnahmen beschrieb Herr Dr. Christian Falk aus Sicht der Stadtentwässerung Dortmund. Der gegenwärtige Zustand der Kanalisation in Deutschland wie auch in Dortmund und der damit einhergehende Sanierungsbedarf seien auch als Chance zur Umsetzung neuer Wege der Siedlungsentwässerung zu begreifen. Wie auch in den Vorträgen am ersten Veranstaltungstag, betonte Herr Dr. Falk die Notwendigkeit bauliche und hydraulische Sanierung der Netze nicht nur im Untergrund zu denken. Immer sollte eine mögliche Änderung der Entwässerungssituation in Betracht gezogen und so unter Einbezug der Siedlungs- und Verkehrsflächen mittelfristig neue Wege in der Siedlungsentwässerung gegangen werden.
    Herr Uwe Erdmann, Stadtentwässerung Herne, stellte dar, dass im Bereich der Instandhaltung von Kanalisationen neben der Sanierung auch die Reinigung ein erhebliches Einsparpotential böte. Er stellte die Methodik der Stadt Herne bei der Umsetzung einer bedarfsgerechten Kanalreinigung unter Einbezug von Schachtzoomkameras vor. Durch eine kostengünstige Erfassung und Dokumentation von Ablagerungen könnten bis zu 80 % der Haltungen, die bei einer turnusmäßigen Reinigung gespült würden, als ablagerungsfrei erkannt und bei Bedarf zu späteren Zeitpunkten gereinigt werden. Gleichzeitig könnten technische und personelle Ressourcen auf Haltungen fokussiert werden, die einer häufigen Reinigung bedürften. Verbesserter Entwässerungskomfort bei gleichzeitiger Kostenreduktion sei das positive Ergebnis, so Herr Erdmann.

     
    Neue Werkzeuge der Kanalinstandhaltung

    Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages wurden von Herrn B.Eng Tobias Jöckel und Herrn Dipl.-Ing. Ulrich Jöckel neue Techniken aus dem Hause JT-elektronik vorgestellt. Neben einer konsequenten Weiterentwicklung der bestehenden Produktpalette sei es auch Ziel des Hauses JT neue Werkzeuge für die effiziente Kanalinstandhaltung zu entwickeln. Als Beispiel führte Herr Ulrich Jöckel die bedarfsgerechte Kanalreinigung unter Kamerabeobachtung mit Dokumentation an, sodass Reinigungsbedarf, Reinigung und Reinigungsergebnis in einem Arbeitsgang erfasst werden könnten.
    Herr Prof. Karsten Kerres, FH Aachen, ergänzte in seinem Vortrag „Gibt es neue Techniken
    für den Kanalunterhalt?“, dass neue Techniken für den Kanalunterhalt dann effizienzsteigernd und erfolgreich seien, wenn Gerätetechnik, Planungswerkzeuge und Qualifikation der Mitarbeiter in gleichem Maße betrachtet würden. Als Beispiel stellte er eine gemeinsam mit JT-elektronik angestrebte Neuentwicklung im Bereich Georadar vor, die durch Messung aus dem Kanal heraus Hohlräume entlang der Leitungszone erfassen könne. Durch eine ergänzende Entwicklung von Schadenskürzeln und zugehörigen Zustandsklassen könnten Sanierungsbedarf und Sanierungserfolg ergänzend zu TV-Inspektion und Dichtheitsprüfung unter Berücksichtigung der Standsicherheit bewertbar werden.
    Einen weiteren Themenkomplex stellte die dreidimensionale Erfassung von Abwasserbauwerken und Geländeoberfläche mittels Laserscantechnik dar. Diese auf vergangenen Seminaren schon vorgestellte Technik wurde weiterentwickelt. So können durch leistungsfähige mobile Rechner, Messergebnisse vor Ort beurteilt werden. Die technische Grundlagen und Möglichkeiten der Datenerfassung wurden von Herrn Dipl.-Inf. Christoph Held (Zoller + Fröhlich GmbH) in seinem Vortrag „On-Site Erhebung mit 3D - In Zukunft ein Muss?“ dargestellt. Die Lasermesstechnik böte eine erhebliche Unterstützung bei der Beurteilung von Schäden an Abwasseranlagen, wie beispielsweise Schächten. Die zugehörige georeferenzierte Bildverarbeitung unterstütze zudem eine vollständige Dokumentation der Entwässerungssysteme. Hierfür, so Dr. Hans-Peter Duwe (Duwe-3d AG) und insbesondere für die Zusammenführung der Dokumentation unterirdischer Systeme mit der Dokumentation der Geländeoberfläche, die ein wesentliches Werkzeug für neuartige hydraulische Betrachtungen darstellten, seien nach wie vor offsite Berechnungen erforderlich, die aber eine enorme Datenreduktion darstellten und so die Informationen in den Datenmanagementsystemen verwaltbar machten. Die praktische Anwendung des 3D-Laserscans wurde von Herrn Erik Büttner, Scandric 3D Solutions, vorgestellt. Anhand verschiedener Praxisbeispiele zeigte er auf, dass die Technik zunehmend Einzug in die Praxis fände und wertvolle Entscheidungshilfen liefere.
    Abschließend stellte Herr Dipl.-Ing Claus Externbrink (Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen) die Einsatzmöglichkeiten von Managementsystemen in Abwasserbetrieben dar. Unternehmerische Ziele wie Zielsetzungen, die sich aus Umweltschutzaspekten ergäben könnten mittels solcher Werkzeuge in Deckung gebracht werden, so Herr Externbrink. Voraussetzungen hierfür seien, dass die notwendigen Informationen zum einen leicht erfassbar und rechenbar seien und zum anderen die Dokumentationswege dem Personal verständlich gemacht würden. Als Fazit stellte er dar, dass Entwässerungsanlagen von der Öffentlichkeit immer intensiver beobachtet würden. Entsprechend seien klare Spielregeln Basis für regelmäßig zu veröffentlichende Kennzahlen. Hierdurch würde Transparenz geschaffen und letztlich das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Tätigkeiten des Abwasserbetriebes gestärkt.

     
    Zusammenfassend zeigte auch das diesjährige Lindauer Seminar, dass die Zukunftsfähigkeit der Siedlungsentwässerung nicht nur ein technisches Thema sondern auch ein Thema von äußerst hoher gesellschaftlicher Relevanz ist. Entsprechend wurden die Zusammenhänge aus Sicht der Gesetzgebung, der Betreiber, der Planer und der Anwender vorgestellt und von den Teilnehmern angeregt diskutiert. Ein besonderer Dank geht im Namen aller Teilnehmer an die Familie Jöckel und an alle Mitarbeiter der Fa. JT-elektronik GmbH für die hervorragende Gestaltung und Organisation des Seminars.
    Das 30. Lindauer Seminar findet am 09.03.2017 und 10.03.2017 statt. Aktuell sind Interessierte eingeladen, mögliche Themen und Referate einzureichen. Alle Vortragsvorschläge werden dem Seminarausschuss weitergeleitet, welcher bis Anfang August 2016 das Seminarprogramm 2017 zusammenstellen wird.
    Weitere Informationen zu den Lindauer Seminaren unter Email: sonja.joeckel@jt-elektronik.de oder im Internet: www.jt-elektronik.de.




    IBAK
    Mit 3D-GeoSense und der Hydrostatischen Höhenmessung ist es möglich, die TV-Inspektion und eine umfassende Rohrverlaufsmessung in nur einem Arbeitsschritt durchzuführen. 
    Am Montag, dem 25. April fand bei klassischem Aprilwetter die Auftaktveranstaltung der IBAK-3-D-GeoSense-Roadshow in Kiel statt.

    Bilder findet Ihr auf der IBAK-facebook-Seite:

    Auftaktveranstaltung 3D-GeoSense und Hydrostatische Höhenmessung in Kiel
    Derzeit ist die Vorführung in der IBAK-Zweigstelle Georgsmarienhütte in vollem Gange; für Kurzentschlossene gibt es noch drei weitere Termine.
    Mi., 27.04.2016
    EBL Bildungszentrum Frankfurt · Am Poloplatz 4 · 60528 Frankfurt a. M.
    Do., 28.04.2016
    Bau-Bildungszentrum Nürnberg · Parler Str. 67 · 90425 Nürnberg-Wetzendorf   
    Fr., 29.04.2016
    IHK-Bildungszentrum Dresden · Mügelner Str. 40 · 01237 Dresden
    Veranstaltungen beginnen jeweils um 10:00 Uhr und enden um ca. 14:00 Uhr.
    Wir bitten um Anmeldung bei Herrn Wolfgang Kreye. (w.kreye@ibak.de)
     
    IBAK
    Nachdem die IBAK-3D-GeoSense-Roadshow im Juni 2015 großen Anklang fand, begeben sich die IBAK-Techniker im April 2016 erneut auf eine Vorführreise.
    Mit IBAK-3D-GeoSense und der Hydrostatischen Höhenmessung ist es möglich, die TV-Inspektion und eine umfassende Rohrverlaufsmessung in nur einem Arbeitsschritt durchzuführen. Mit geringem Aufwand wird die Lage des Leitungssystems ermittelt und ein 3D-Plan des Leitungsnetzes erstellt, in dem die xyz-Koordinaten verzeichnet sind.
    Die z-Koordinate (Höhe) wird mit der Hydrostatischen Höhenmessung zentimetergenau ermittelt. Bei der Vorführreise wird die neue LISY an Bord sein – noch schneller und mit stufenlos regelbarer Geschwindigkeit.
    Die Termine:
    Mo., 25.04.2016
    Start der Tour in Kiel IBAK Hauptfirmensitz, Wehdenweg 122 · 24148 Kiel
        
    Di., 26.04.2016
    IBAK Nordwest · Werner-von- Siemens-Str. 31 · 49124 Georgsmarienhütte
       
    Mi., 27.04.2016
    EBL Bildungszentrum Frankfurt · Am Poloplatz 4 · 60528 Frankfurt a. M.

    Do., 28.04.2016
    Bau-Bildungszentrum Nürnberg · Parler Str. 67 · 90425 Nürnberg-Wetzendorf
        
    Fr., 29.04.2016
    IHK-Bildungszentrum Dresden · Mügelner Str. 40 · 01237 Dresden
    Veranstaltungen beginnen jeweils um 10:00 Uhr und enden um ca. 14:00 Uhr.
     
    Die Vorführungen der Vermessungtechniken „3D-GeoSense“ und „Hydrostatische Höhenmessung“ sind kostenlos.
    Um Anmeldung per E-Mail an Herrn Wolfgang Kreye (w.kreye ät ibak.de) wird gebeten. Weitere Informationen gibt es auf dem angehängten Flyer.
    160315_3D-GeoSense_Roadshow_210x297.pdf
    IBAK
    Am 18. und 19. Februar 2016 nahm IBAK an den DWA Praxistagen in Fulda teil und stellte bei dieser Gelegenheit das voll ausgestattete Full HD-Fahrzeug vor.   Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das KI-Pass-Aufbauseminar. In Form eines Praxisworkshops konnten die Teilnehmer ihren DWA KI-Pass auffrischen, was alle drei Jahre geschehen sollte, da dieser andernfalls abläuft.   Nach einer kurzen Begrüßung aller Teilnehmer hielt Dipl.-Ing. Jörg Otterbach (DWA) einen Vortrag über die aktuellen Regelwerke der Kanalinspektion und die Neuerungen der DIN EN 13508-2 / M149-2 (Untersuchung und Beurteilung/Zustandserfassung und -beurteilung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden). Nach einer kurzen Pause wurde das vermittelte Wissen in Form von Beispielen zur Schadenskodierung bzw. Zustandskodierung für Kanalinspektionen vertieft.   Die zweite Hälfte des Tages wurde für Vorführungen genutzt. Hier konnte der IBAK-Mitarbeiter Sebastian Felix das Full HD-Fahrzeug mit Mittelgang präsentieren. Die interessierte Runde zeigte sich merklich beeindruckt von den auf dem Fahrzeug vorhandenen Komponenten, wie die PEGASUS HD, das LISY-System, die ARGUS 5, die PANORAMO und die verschiedenen Fahrwagen T66, T76 und T86.   Im weiteren Verlauf führte Sebastian Felix mit der PEGASUS HD, deren eigentliches Anwendungsgebiet Großprofile sind, die Haltungsuntersuchung einer DN300 STZ RW Haltung in der Praxis vor, welche zuvor extra zu diesem Zweck gereinigt wurde. Beeindruckt verfolgten die Zuschauer die Vorführung, denn die PEGASUS HD besitzt einen Bildsensor im Full-HD-Format, der ca. fünfmal so viele Bildelemente aufweist wie ein herkömmlicher PAL-Sensor. Mit ihrer vertikalen Bildauflösung von 1080 Pixeln erfüllt die PEGASUS HD erstmalig die Anforderungen des DWA-Merkblatts M149-5 für die Inspektion von Großprofilen (z.B. Forderung bei DN1000 nach vertikaler Auflösung von mindestens 1000 Pixeln).   Die Erfassung und Zustandskodierung erfolgte mit der IBAK IKAS evolution Software im DWA-M150 Austauschformat. Das allgemeine Interesse der Workshopteilnehmer an den IBAK-Systemen war sehr groß. Es wurden viele Fragen gestellt, die zufriedenstellend beantwortet werden konnten.   Nach über zwei Stunden musste die auf eindreiviertel Stunden angelegte Vorführung leider beendet werden, da sonst zu große Verzögerungen im Folgeprogramm aufgetreten wären. Die Zuschauer hätten die Präsentation allerdings gerne noch weiter verfolgt.   Beim gemeinsamen Abendessen, was IBAK mit sponserte, wurden in gemütlicher Atmosphäre angeregte Diskussionen geführt und Erfahrungen ausgetauscht.   Rundherum war es eine sehr gelungene Veranstaltung für IBAK. Ein großer Dank geht an die Veranstalter dieser Praxistage, Volker Joch, Betreiber des Kanalinspekteurforums kanalinspekteure.de, den DWA und den Abwasserverband Fulda.
    Volker
    Die Rausch GmbH & Co. KG rüstet auf. „Mit einer verstärkten Vertriebsmannschaft und mehr Servicekapazität unterstreichen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Geschäftsführer Stefan Rausch.
    Weißensberg, 09.03.2016 - „Wir sind froh, dass wir in Diana Mette eine erfahrene Außendienstmitarbeiterin aus der Branche  gewinnen konnten. Ihr Wissen und ihre spritzige Art werden uns sicherlich bereichern. Zudem haben wir mit der Eröffnung der Servicestelle Nord in Winsen und dem dort ansässigen Stefan Berten ein weiteres Kompetenzzentrum geschaffen, sodass wir noch besseren Service leisten können.“, fährt Rausch stolz weiter fort.
    Diana Mette verstärkt seit Ende Januar die Außendienstmannschaft des TV-Kanalinspektions-Spezialisten. Seit 14 Jahren ist Frau Mette in der Branche beschäftigt und kennt sich aus: Angefangen hat Mette bei Dienstleistern für Kanalinspektion und –sanierung, bei denen sie dann die Projekt- und Bauleitung übernommen hat. Später führte sie ihr Weg zu einem Hersteller für TV-Kanalinspektionssysteme in Kiel. Dort war sie unter anderem für die Kundenschulung und Produktpräsentationen verantwortlich und machte sich als Frau in einer Männerdomäne einen Namen. Bei Rausch ist sie für Nordrhein-Westfalen und Mitteldeutschland zuständig und steht den Kunden mit Ihrer Dynamik zur Seite. Dies gilt ebenfalls für den Nachwuchs in der Branche, denn sie vermittelt ihr Wissen auch im Prüfungsausschuss für die geprüfte Fachkraft im Rohr-/Kanal- und Industrieservice bei der IHK Leipzig sowie in Kanalinspektions-Kursen beim Berufsförderungswerk Leipzig. Mit diesem werden in Zusammenarbeit ab Januar 2017 für alle Kunden und Freunde KI Kurse direkt im Hause Rausch angeboten. Es ist also nicht nur sympathische sondern auch geballte Frauenpower bei Rausch eingezogen, von deren Branchenwissen und Kontakten man profitiert.
    Nach dem Ausbau und der Modernisierung der Hauptniederlassung im bayrischen Weißensberg bei Lindau und dem erfolgreichsten Geschäftsjahr der Geschichte Rausch im vergangenen Jahr, heißt die Route weiterhin: Marktstellung ausbauen. Aus diesem Grund investierte der Geschäftsführer Stefan Rausch in eine neue Serviceniederlassung in Deutschland, welche im März in Winsen ihre Tore eröffnet. Dazu erklärt Rausch: „Damit haben wir in Deutschland die dritte eigene Servicestelle eingerichtet und können noch mehr Service aus erster Hand bieten. Zusammen mit unseren Partnern können wir somit in ganz Deutschland schnell reagieren.“ Mit Stephan Berten wurde hierfür ein kompetenter Techniker gewonnen, der die Geschicke der Niederlassung leiten wird.
    Neben den Veränderungen in Deutschland kann Rausch auch international beweisen, dass man mithalten kann. Die internationalen Aufträge haben mittlerweile einen Anteil von 55% eingenommen. Dabei konnte vor allem die eigene Tochtergesellschaft Rausch Electronics USA im letzten Jahr ein deutliches Umsatzplus von 25% erwirtschaften.
    Dass es bei dem TV-Kanalinspektionshersteller aus Bayern nicht still steht, zeigt ebenfalls die ständige Weiterentwicklung der Produkte. Mit der MOBILE pro konnte Rausch zuletzt ein mobiles Kompaktsystem auf den Markt bringen. Zur Auswahl stehen dabei zwei Fahrwagen und Kameraeinheiten, die mit einer elektrischen Kabeltrommel kombiniert werden. Über einen integrierten LCD-Monitor und zwei Multifunktions-Joysticks werden die Kamerafahrwagen gesteuert. Das System stellt eine kostengünstige Alternative für die mobile Inspektion von DN 100 bis DN 2000 dar.
    Darüber hinaus baut die Firma Rausch weiterhin auf ihr bewährtes System „Made in Germany“, bei dem sowohl Entwicklung als auch Produktion im eigenen Haus statt finden. „Zur IFAT 2016 in München haben wir noch eine Überraschung parat.“, ergänzt Rausch freudig, „dazu wird aber noch nichts verraten!“. Einzig den Namen des Projektes lässt er sich entlocken: RCA 4.0
    Fest steht: In der Entwicklungsabteilung des bayrischen Unternehmens rauchen die Köpfe. Mit einem neu aufgestellten Servicenetzwerk, neuer Kompetenz im Vertrieb und innovativen Produkten sieht man sich gut gewappnet für die Zukunft.
     
     
    Weitere Informationen:
     
     
    Rausch GmbH & Co. KG
    Carmen Nowak
    Marketing/Vertrieb
    Brühlmoosweg 40
    88138 Weißensberg
    Telefon: +49 (0) 83 89 / 898 15
    Telefax: +49 (0) 83 89 / 898 15
    E-Mail: cnowak@rauschtv.de
    Internet: www.rauschtv.de
     
     

    Neu im Team bei Rausch: Diana Mette und Stephan Berten